Esca-Prävention AIT


Nummer: 101384
Akronym: Esca-Prävention AIT
Titel (deutsch): Neue Methoden für eine verbesserte Esca-Prävention
Projektstart: 18.09.2019
Projektende: 30.04.2021
AuftragnehmerIn: AIT Austrian Institute of Technology GmbH
Projektleitung: Dr. Markus Gorfer
Finanzierungsstellen: Bundesministerium für Nachhaltigkeit und Tourismus
Bundesministerium für Landwirtschaft, Regionen und Tourismus
Wissenschaftszweig: LAND- U. FORSTWIRTSCHAFT, VETERINÄRMEDIZIN / Gartenbau, Obstbau / Weinbau / AGRARWISSENSCHAFTEN, VETERINÄRMEDIZIN

Zielsetzung

In einer Zusammenarbeit des AIT und der HBLAuBA Klosterneuburg Wein- und Obstbau konnte eine fluoreszenzmikroskopische Methode entwickelt werden, mit der Infektionsprozesse und Verbreitung Esca-assoziierter Pilze innerhalb des Weinstockes sichtbar gemacht werden können. Der große Vorteil dieses Ansatzes liegt darin, dass spezifische Pilze in ihrer natürlichen Umgebung sichtbar gemacht werden können, das schließt das natürlich in jedem Weinstock vorhandene Mikrobiom ein.
Mit den Werkzeugen, die uns damit zur Verfügung stehen, wollen wir ganz gezielt eine Reihe von möglichen kulturtechnischen Maßnahmen auf ihre Effizienz in der Bekämpfung von Esca untersuchen.
Es ist geplant, die Wirksamkeit folgender Maßnahmen zur Bekämpfung von Esca zu überprüfen:
- Einsatz von zugelassenen Biokontrollpräparaten im Zuge der Veredelung
Einige Produkte konnten bereits gewisse Erfolge in Freilandversuchen zeigen, es ist aber nichts über längerfristige Erfolge bekannt.
- Heißwasserbehandlung (Hot Water Treatment – HWT)
Evaluierung der Wirkung auf Esca- assoziierte Schadpilze und auf das Mikrobiom der Rebe (um allfällige unerwünschte Wirkungen zu erkennen)
- Fungizid-basierte Methoden – Versuche zur Behandlung von Schnittwunden nach dem Rebschnitt.
Da es sich bei Esca um eine sehr komplexe Krankheit handelt, bei der das gesamte Mikrobiom einen entscheidenden Einfluss hat, sind die Auswirkungen von Fungizidbehandlungen nicht immer deutlich vorherzusagen.
- Doppelte Veredelung
Aus langjährigen Beobachtungen ist bekannt, dass sich Esca-Symptome niemals über die Veredelungsstelle hinweg ausbreiten. Eine zweite Veredelungsstelle am oberen Ende des Stammes könnte somit ein Vordringen von Schadpilzen über infizierte Triebe in den Stamm verhindern.
Der Vorteil dieses Ansatzes liegt darin, dass über die Sichtbarmachung ausgewählter Pilze – Phaeomoniella chlamydospora (Pch), Phaeoacremonium minimum (Pm) – eine schnelle Evaluierung der Wirksamkeit möglich ist. Mikroskopisch sind viele Vorgänge sichtbar bevor äußerlich Symptome zu erkennen sind. Die Laborversuche bilden dann die Grundlage für weiterführende Versuche im Freiland, um den Winzern effiziente Bekämpfungsmaßnahmen gegen Esca zur Verfügung zu stellen.

Die Mikrobiomanalysen zur Heißwasserbehandlung dienen einem besseren Verständnis der Wirkungsweise. Während Pch durch eine direkte Wirkung kurzfristig stark reduziert werden kann, gibt es eine Reihe indirekter Wirkungen über kurz- und mittelfristige Veränderungen des Mikrobioms in der Rebe, die längerfristige Prognosen des Erfolgs derzeit nicht erlauben. Bei bekannten Veränderungen im Mikrobiom sollte es in Zukunft möglich sein, nach der Behandlung gezielt gutartige Stämme einzubringen, die eventuell das Potenzial haben, Schaderreger längerfristig zurückzudrängen.

Im letzten Teil soll ein experimentelles System für Fmed etabliert werden, um in Zukunft vermehrt in diese Richtung arbeiten zu können. Es wird vermutet, dass Fmed die größten Schäden anrichtet, während die anderen Schadpilze oftmals nur als Wegbereiter für die Infektion mit Fmed dienen. Mit den neuen experimentellen Systemen können dann Bekämpfungsstrategien wie z.B. Biokontrolle im Labor und im Freiland getestet werden.

Bedeutung des Projekts für die Praxis

Weite Regionen im Osten Österreichs leben vom Weinbau, der mit zahllosen Schaderregern zu kämpfen hat. Seit einigen Jahren gewinnt Esca an Bedeutung und führt zu teils massiven Schädigungen und somit Ertragseinbußen. Derzeit gibt es keine Mittel, die eine effiziente Bekämpfung ermöglichen. Im Rahmen des beantragten Projektes wird der Schwerpunkt auf nachhaltige Methoden wie den Einsatz von Heißwasserbehandlung oder Biokontrolle gelegt.

Abschlussbericht


Kurzfassung (deutsch)

Die frühe Form von Esca ist durch die Besiedelung des Rebholzes mit Phaeomoniella chlamydospora und einer damit einhergehenden Verbräunung gekennzeichnet. In späteren Stadien wird das Holz dann vom Mittelmeerfeuerschwamm Fomitiporia mediterranea befallen, was zu einer Weißfäule und zum Absterben der Rebe und damit zu hohen Ertragsverlusten führt. In einem zweijährigen Forschungsprojekt konnten verschiedene Präparate zur Behandlung von Weinstöcken, die mit Phaeomonielle chlamydospora befallen sind, getestet werden. Dabei wurde von einem neuartigen Testverfahren, das im Rahmen des Projektes weiterentwickelt wurde, gebrauch gemacht. Durch die Verwendung eines fluoreszenzmarkierten Schaderregers konnte die Wirksamkeit von Pärparaten bereits nach vergleichsweise kurzer Inkubationsdauer bewertet werden. Keines der untersuchten Präparate führte zu einer deutlichen Reduktion der Besiedelung des Rebholzes mit Phaeomniella chlamydospora. Daneben wurden Labormethoden für Arbeiten mit dem Fomitiporia mediterranea entwickelt. Mit diesen Methoden konnte in Laborversuchen gezeigt werden, dass einige Isolate aus den Stammsammlungen der Projektpartner vielversprechende Eigenschaften zur Bekämpfung dieses Schaderregers haben. Daneben wurde in Versuchsweingärten der Einsatz der Rebchirurgie zur Behandlung Esca-befallener Weinstöcke getestet. Diese Methode wurde in Südtirol entwickelt, und scheint eine erfolgversprechende Methode in der Behandlung bereits erkrankter Weinstöcke zu sein.

Berichtsdokumente/Anlagen


logo Neue Methoden für eine verbesserte Esca-Prävention (15646.25 kB)
BerichtsautorInnen: Monika Riedle-Bauer; Stéphane Compant; Markus Gorfer
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