AustroPOPs


Nummer: 101229
Akronym: AustroPOPs
Titel (deutsch): Monitoring von organischen Schadstoffen in Böden Österreichs
Projektstart: 29.11.2017
Projektende: laufendes Projekt
AuftragnehmerIn: Umweltbundesamt GmbH
Projektleitung: Mag Monika Tulipan
Finanzierungsstellen: Amt der Tiroler Landesregierung
Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft
Amt der Kärntner Landesregierung
Amt der Niederösterreichischen Landesregierung
Amt der Oberösterreichischen Landesregierung
Amt der Salzburger Landesregierung
Amt der Steiermärkischen Landesregierung
Amt der Vorarlberger Landesregierung
Bundesministerium für Nachhaltigkeit und Tourismus
Bundesministerium für Landwirtschaft, Regionen und Tourismus
Wissenschaftszweig: NATURWISSENSCHAFTEN / Geologie, Mineralogie / Bodenkunde, -schutz / NATURWISSENSCHAFTEN

Zielsetzung

Das Ziel ist die Konzipierung und Einrichtung eines national abgestimmten Boden-Monitoringsystems für organische Schadstoffe / POPs (Persistent Organic Pollutants) in Österreich gemäß nationalen und europäischen Standards.
Dies umfasst
1. Erstellung ein national abgestimmten Konzepts für ein Boden-Monitoringsystems insbesondere vor dem Hintergrund der Methodenharmonisierung
2. eine flächendeckende Ersterhebung nach diesem System zum Schließen von Datenlücken als Basis für nationale und internationale Anforderungen zum Bodenschutz (vgl. 3.2 und 3.3)
3. die Harmonisierung mit österreichischen Datenbeständen in BORIS, die Integration bestehender POPs-Daten sowie der im Rahmen des Projektes neu erhobenen Daten in BORIS, die Auswertung und Veröffentlichung der erhobenen Daten
4. Schaffen von Grundlagen für die weiterführende Nutzung des Boden-Monitoringsystems nach Ende dieses Anstoß-Projekts (die regelmäßige Durchführung des Monitorings nach der Implementierung ist NICHT Teil dieses Projektes)
Sämtliche Ziele sollen unter Beteiligung des Bundes und der Länder erreicht werden und die Erfüllung der internationalen Forschungs- und Berichtspflichten maßgeblich unterstützen.
AustroPOPs bietet aufgrund des Engagements und der Kompetenz des beteiligten Personenkreises, der sich viele Jahre kennt und erfolgreich in anderen Bereichen des Bodenschutzes zusammenarbeitet (BORIS Bodeninformationssystem des Bundes und der Länder, Bodenforum Österreich, Analytikplattform, Fachbeirat für Bodenschutz und Bodenfruchtbarkeit) eine einmalige Gelegenheit, notwendige Grundlagen im Bereich Organische Schadstoffe in Österreich in einer entsprechend nationalen Dimension zu schaffen.

Bedeutung des Projekts für die Praxis

AustroPOPs bietet für den Bodenschutz in Österreich die fast einzigartige Möglichkeit, im Rahmen eines gemeinsamen Projektes die vereinte Kompetenz der ExpertInnen zu Bodenschutz und Bodenanalytik gravierende Datenlücken zu POPS in Böden in Österreich zu schließen und die Datenerhebung sowie Analytik unter Berücksichtigung der Anforderungen der Europäischen Kommission zu harmonisieren. In den letzten Jahren haben neue POPs in Böden immer wieder für Aufsehen gesorgt (z.B. HCB – Görschitztal/Kärnten) und es hat sich auch in den bisherigen Studien und Erfahrungen der Bundesländer gezeigt, dass die Datenlage für derartige Situationen nicht ausreichend ist und somit insbesondere für landwirtschaftliche Bereiche (Eintrag ins Grundwasser, weitere Verfrachtung über den Luftpfad, Deposition) abzusichern ist. Die Dateninterpretation ist aufgrund der heterogenen Erhebung sowie fehlender Regelwerke für die Bewertung und ausreichender Vergleichswerte schwierig. Nur auf diesem Weg kann künftig sichergestellt werden, dass Österreich über gesicherte und aktuelle POPS- Daten verfügt um nationale Fragestellungen sowie Anforderungen der EK (Reporting) zu begegnen. Die laut Expertinnen dringend anstehende Harmonisierung der Analytik zu POPS bedeutet einen großen Schritt zur Erfassung und Bereitstellung von vergleichbaren POPs Daten in Böden und hat einen starken wissenschaftlich-analytischen Benefit der die fachliche Diskussion in einschlägigen Foren wie der Analytikplattform unterstützt.
Die langjährige exzellente Zusammenarbeit der BodenexpertInnen in Österreich über BORIS, Bodenforum Österreich, Fachbeirat für Bodenschutz und Bodenfruchtbarkeit und die gemeinsame Motivation hier einen großen Fortschritt in der Österreichischen Bodenschutzpolitik zu erreichen, bietet eine fast einzigartige Kooperationsbasis. Weiters kann mit AustroPOPs eine Möglichkeit geschaffen werden, die Datenerhebung, Analytik und Bewertung von POPs in Abstimmung mit den Anforderungen auf EU-Ebene weiterzuentwickeln.
Die in AustroPOPs erarbeiteten Ergebnisse und Daten stehen somit den Bundesländern sowie dem BMLFUW zur Bewertung von Böden z.B. für EU-Reporting, der Umsetzung von gesetzlichen Vorgaben z.B. in Verfahren (UVP) und zur Absicherung von Datenlage und Interpretation bei auftretenden Schadstoffakkumulationen zur Verfügung.

Für Österreich insgesamt ergibt sich somit folgender Mehrwert:
• Schließen von gravierenden Datenlücken in Österreich (auch in Hinblick auf Reporting (vgl. Möglichkeit der Verwertung der Forschungsergebnisse / Charakterisierung der Neuheit und der Vorteile gegenüber dem derzeitigen Stand des Wissens sowie IST-Zustand in Österreich )
• Die Generierung eines für Gesamt-Österreich auswertbaren und vergleichbaren POPs-Datensatzes im Rahmen des Bodeninformationssystems BORIS und Bereitstellung desselben. Nur die Sammlung, die Harmonisierung sowie die gemeinsame Haltung von Datensätzen ermöglichen ein qualitätsgeprüfte einheitliche Datenhaltung sowie rasche und konsistente Datenbereitstellung. So können mittel- und langfristig Informationen zur Historie sowie aktueller Situation bzw. Veränderungen des Gehalts an POPs in Böden für Österreich gesichert werden. Diese Daten stehen bei aktuellen Fragestellungen für konkrete Gebiete oder als Vergleichsdaten für qualifizierte Aussagen zur Verfügung
• Abstimmung unter den Österreichischen ExpertInnen in der Erhebung und Analytik von POPs/organischen Schadstoffen, Schaffung von Empfehlungen für eine gemeinsame Vorgangsweise
• Bewusstseinsbildung für den Bodenschutz im Bereich Schadstoffe und POPs (bisherige Daten und Studien sind unbekannt, Daten nicht gemeinsam auswertbar und z.T. nicht digital zugänglich und vergleichbar mit anderen Bodendaten in Österreich)
• Vor dem Hintergrund von nicht mit österreichischen ExpertInnen abgestimmten und unabhängig von nationalen Datenerhebungsstandards erfolgten Datenerhebungen in Österreich durch die EU (z.B. LUCAS) erscheint es dringlich, eigene fundierte Erhebungen sowie Datensätze parat zu haben
• Schaffung einer wesentliche Grundlage zur in der Stockholm Konvention geforderten Reduktion von POPs durch Auseinandersetzung mit Quellen und Substanzen für Einträge in Böden
• Schaffung eine Grundlage für den NAP (Nationaler Aktionsplan)

Zwischenbericht


Kurzfassung (deutsch)

Der Bedarf an aktuellen, flächendeckenden Daten für verschiedenste Fragestellungen national und international ist ebenso evident wie der Bedarf nach einer vereinheitlichten, kontinuierlichen Datenerhebung („Monitoring“) und der Abstimmung von analytischen Methoden sowie Bewertungssystemen. Das Ziel von AustroPOPs ist die Einrichtung eines abgestimmten Monitoringssystems für organische Schadstoffe und POPs im Speziellen in Österreich unter Einbindung bestehender Konzepte. Dies umfasst zum einen das Schließen von Lücken in der Datenlage durch Sammlung, harmonisierte Bereitstellung und Auswertung bestehender Daten sowie die harmonisierte Erhebung und gemeinsame Auswertung neuer Daten an ausgewählten Standorten für die kontinuierliche Datenerfassung. Zum andren erfolgt eine weitestgehende österreichweite methodische Harmonisierung in der Datenerhebung und vor allem Analytik von organischen Schadstoffen und POPs. Im vergangenen Projektfortschritt 2019 lag der Schwerpunkt auf der Finalisierung des Konzeptes zur Probenahme von Organischen Schadstoffen in Böden sowie der Umsetzung. Dies umfasste die Erstellung einer Anleitung zur Probenahme, der Entwicklung und Bereitstellung von Probenahmeprotokollen für die Geländearbeiten sowie Datenaufnahmeblätter die bereits mit dem Bodeninformationssystem BORIS zur Datenintegration abgestimmt sind. Weiters wurde ein anschaulicher Kurzfilm erstellt, der die Probenahme unter den Nutzungen Acker, Grünland und Wald zeigt. Die Probenahme wurde in allen Bundesländern 2019 durchgeführt, die Probenaufbereitung sowie Analytik schreitet voran. Die Daten bisheriger Studien zu Organischen Schadstoffen sind zum Großteil für BORIS aufbereitet und werden aktuell in BORIS integriert. Im Zuge der Ringversuche der AG „Bodenanalytik“ zeigten sich wertvolle Ergebnisse in der Vergleichbarkeit der PAK-Analytik. 2020 erfolgt die Finalisierung der Analytik, die Aufnahme und Auswertung der Daten und Ergebnisse sowie die Ableitung von Empfehlungen und Grundlagen im Rahmen des Endberichtes. Das Projekt wird als Bund-Bundesländer-Kooperation der Bundesländer Vorarlberg, Tirol, Salzburg, Steiermark, Niederösterreich, Oberösterreich und Kärnten sowie des BMNT und des Umweltbundesamtes (Projektleitung) unter Beteiligung der AGES, des BFW und der BOKU durchgeführt.

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