BioOptiGL


Nummer: 101155
Akronym: BioOptiGL
Titel (deutsch): Optimierungsstrategien zur Steigerung der Effizienz von Bio-Dauergrünlandbetrieben (Mitarbeit in 2 Projekten in EIP-AGRI)
Projektstart: 14.03.2016
Projektende: 31.07.2020
AuftragnehmerIn: HBLFA Raumberg-Gumpenstein
Projektleitung: DI Dr. Walter Starz
Finanzierungsstellen: Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft
Bundesministerium für Nachhaltigkeit und Tourismus
Bundesministerium für Landwirtschaft, Regionen und Tourismus
Wissenschaftszweig: LAND- U. FORSTWIRTSCHAFT, VETERINÄRMEDIZIN / Ackerbau, Pflanzenzucht, Pflanzenschutz / Biologischer Landbau / Pflanzenproduktion / AGRARWISSENSCHAFTEN, VETERINÄRMEDIZIN

Zielsetzung

Dieses Projekt beinhaltet zwei Teile, die Bestandteil von zwei EIP-Anträgen sind.
Den abgestuften Wiesenbau gibt es derzeit vor allem als Konzept in der Beratung. In der Praxis findet man immer wieder ein unausgewogenes Verhältnis von Nutzung und Düngung der Grünlandflächen. Meist findet eine traditionelle (meist 2-3 Nutzungen) oder ertragsbetonte (4 und mehr Nutzungen) Bewirtschaftung des Grünlands statt. Eine Umsetzung des abgestuften Wiesenbaus gibt es, wenn überhaupt, nur unbewusst und ungeplant.
Ziel des Teilprojektes abgestufter Wiesenbau ist die Umsetzung des Konzepts des abgestuften Wiesenbaus auf Betriebsebene:
• Etablierung und Erhaltung von leistungsfähigen Pflanzenbeständen auf den ertragsbetonten Flächen
• Angepasste Düngung und Nutzung der ertragsbetonten Flächen
• Etablierung und Erhaltung eines betriebsindividuell passenden Ausmaßes an extensiver bewirtschafteten Wiesen
• Auf die Nutzung abgestimmte Düngung der extensiver bewirtschafteten Flächen
• Sinnvoller Einsatz der unterschiedlichen Futterqualitäten im Betrieb
• Erhöhung bzw. Erhaltung (je nach Ausgangslage) der Artenvielfalt im Grünland auf Betriebsebene
• Verbesserte gesellschaftliche Akzeptanz – Stichwort Blumenwiesen
• Schwierigkeiten in der praktischen Umsetzung ermitteln, damit eine Weiterentwicklung des Konzepts stattfinden kann

Daneben stellt der Ampfer immer noch ein bedeutendes Problem auf Wiesen dar. Die Pflanzen besiedeln Lücken in den Grünlandbeständen und zeigen auf, dass ertragsstarke Futtergräser und wertvolle Kräuter fehlen, weshalb ein deutlicher Minderertrag zu erwarten ist. Bei Mähwiesen mit starkem Ampferbefall ist die Qualität der gesamten Futterernte herabgesetzt und die Konservierung des Wiesenfutters wird erschwert. Da die starke Regenerationsfähigkeit von Ampferpflanzen auf deren ausdauernde Wurzeln zurückzuführen ist, ist eine Schwächung der Wurzeln durch rhizophage Organismen, wie den Glasflügerln, besonders vielversprechend. Das Ziel im zweiten Teilprojekt ist eine effektive biologische Ampfer-Bekämpfungsstrategie zu formulieren, zu verbreiten und voranzutreiben. Zu diesem Zweck strebt sie die Durchführung von Pilotprojekten an, in denen innovative Ansätze zur biologischen Ampferregulierung getestet werden. Daneben gilt es Entwicklung und Umsetzung mit dem Ampferglasflügler, welches zum Ziel hat, die Realisierbarkeit des Einsatzes heimischer Ampferglasflüglerarten (Pyropteron triannuliformis, P. chrysidiformis) in der österreichischen Grünlandwirtschaft zu testen. Diese Methode wäre nach den bisherigen Erkenntnissen besonders dazu geeignet, große etablierte Ampferstöcke mittels einer Infektion mit den wurzelfressenden Raupen der Ampferglasflügler abzutöten oder soweit zu schwächen, dass sie durch eine konkurrenzstarke Grasnarbe verdrängt werden können.

Bedeutung des Projekts für die Praxis

Durch den abgestuften Wiesenbau können in jedem Bereich der Nutzungshäufigkeit stabile Pflanzenbestände etabliert und erhalten werden. Die entzugsorientierte Düngung auf den ertragsbetonten Flächen wird für Betriebe mit wenig Dünger (zB Biobetriebe ohne Mineraldüngereinsatz und Futtermittelzukauf) leichter umsetzbar, die Futterqualitäten steigen. Gleichzeitig gibt es am Hof mehr strukturreiches Futter, mit geringer Nährstoffdichte. Dieses Futter soll für die Aufzucht eingesetzt werden. Eine gute Planung der Grünlandnutzung, der Futterlagerung und der Verfütterung sind dafür unumgänglich. Der abgestufte Wiesenbau ermöglicht es intensiv/ertragsbetont wirtschaftenden Betrieben, durch die geringe Düngung von extensiv genutzten Flächen, ihre ertragsbetonten Flächen entzugsorientiert zu versorgen. Die Wettbewerbsfähigkeit der einzelnen Betriebe wird dadurch gestärkt. Durch die bewusste Extensivierung einzelner Flächen – späterer Nutzungstermin, weniger Düngung, steigt der ökologische Wert dieser Flächen. Gesamtbetrieblich steigt die Biodiversität. Die Etablierung stabiler Pflanzenbestände – sowohl in der ertragsbetonten Nutzung als auch im extensiven Bereich – verbessert die nachhaltige Bewirtschaftung der Flächen und ist ein positiver Beitrag zum Klimaschutz. Insgesamt betrachtet ist der abgestufte Wiesenbau ein wichtiger Beitrag zur Ländlichen Entwicklung in den Grünlandregionen.

Die zu erwartenden Ergebnisse im Teilprojekt biologische Ampferregulierung sind:
1) Entwicklung einer Strategie zur Biologischen Ampferregulierung in enger Zusammenarbeit der einzelnen Akteure aus Praxis, Beratung und Forschung.
2) Das Pilotvorhaben soll klären, ob die biologische Bekämpfung des Ampfers in Österreich mit zwei verschiedenen Ampfer-Glasflüglern möglich ist und ob zwischenartliche Unterschiede in der Schadwirkung und Handhabung (z.B. bei der Zucht) existieren.
3) Im Zuge des Projektes soll eine stabile Zuchtpopulation von zumindest einer der genannten Glasflüglerarten aufgebaut werden, die als Grundlage für spätere Verwendungszwecke bei einer möglichen Markteinführung dienen wird.
4) Die Praktikabilität und Effizienz der Ausbringungsmethodik soll in enger Kooperation zwischen Praxis und Wissenschaft untersucht und optimiert werden.
5) Klimatische Einschränkungen für einen effektiven Einsatz von zumindest einem der beiden Ampfer-Glasflüglerarten in der Grünlandwirtschaft sollen im Rahmen des Projektes untersucht und gegebenenfalls aufgezeigt werden.
6) Das aus der Testung resultierende Wissen soll die Entscheidungsgrundlage für eine mögliche Produktentwicklung samt Vertriebsaufbau bieten, die den zukünftigen Zugang für ein breites Nutzerfeld ermöglichen soll.

Abschlussbericht


Kurzfassung (deutsch)

Das Bio-Institut der HBLFA Raumberg-Gumpenstein war im Rahmen dieses Projektes bei der Umsetzung von zwei EIP beteiligt. In dem einen Projekt wurde das Konzept der abgestuften Grünlandnutzung auf Praxisbetrieben im Mühlviertel umgesetzt und im andern Projekt sollte mit Hilfe des Roten (Pyropteron chrysidiformis) und Gelben Ampfer-Glasflüglers (Pyropteron triannuliforme) eine biologische Methode der Ampfer-Regulierung erprobt werden.

Berichtsdokumente/Anlagen


logo Nachhaltige Grünlandbewirtschaftung durch abgestuften Wiesenbau (1949.66 kB)
BerichtsautorInnen: Abfalter, A., Breuer, M., Frühwirth, P., Rudlstorfer, S., Uhl, H. und Drapela, T.
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