WT: Phänologie


Nummer: 100117
Akronym: WT: Phänologie
Titel (deutsch): Phänologie als Indikator für den Witterungsverlauf und für klimatische Veränderungen
Projektstart: 20.10.2006
Projektende: laufendes Projekt
AuftragnehmerIn: Höhere Bundeslehr- und Forschungsanstalt für Landwirtschaft Raumberg-Gumpenstein
Projektleitung: Mag. Dr. Andreas Bohner
Finanzierungsstellen: Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft
Wissenschaftszweig:

Zielsetzung

• Statistische Auswertung der vieljährigen phänologischen Beobachtungsdaten zur Feststellung phänologischer Trends
• Auffinden phänologisch besonders aussagekräftiger Zeigerpflanzen
• Statistischer Vergleich der vieljährigen phänologischen Daten mit den klimatologischen Daten zur Feststellung des Zusammenhanges zwischen Witterungs- und Vegetationsablauf
• Versuch der Aufdeckung von Auslösern phänologischer Ereignisse
• Untersuchung über die Bedeutung phänologischer Daten für die Landwirtschaft (Ackerkulturen)
• Untersuchung über die Bedeutung der Phänologie als Indikator für den Witterungsverlauf und für klimatische Veränderungen

Bedeutung des Projekts für die Praxis

Die Anzeichen einer globalen Klimaänderung sind offensichtlich und vielfältig. Besonders deutlich sind die Änderungen bei der Temperatur, die im letzten Jahrhundert im globalen Mittel um etwa 0,6° C gestiegen ist, wobei dieser Anstieg der rascheste der letzten 1000 Jahre ist, und die erreichten Temperaturen die höchsten in diesem Zeitraum sind. In Europa stieg die Temperatur in diesem Zeitraum um etwa 0,8° C, in Österreich um nahezu 1,8° C, wobei alle Höhenlagen betroffen sind (BÖHM et al., 1998). In Österreich traten im Jahr 2000 die höchsten Frühjahrstemperaturen seit Beginn der Aufzeichnungen auf (ZAMG, 2000).
Die Auswirkungen einer derartigen Klimaänderung sind vielfältig und betreffen praktisch alle Ökosysteme und Wirtschaftssektoren. Viele bisherige Studien haben die Auswirkungen einer Klimaänderung auf die landwirtschaftliche Produktion in Europa in verschiedenen räumlichen Regionen und unter verschiedenen Aspekten untersucht. Eine Klimaänderung beeinflusst aber auch die phänologische Entwicklung der Pflanzen. An der BAL Gumpenstein werden seit 1956 umfangreiche phänologische Beobachtungen durchgeführt; Wetterdaten werden seit 1954 aufgezeichnet.

Abschlussbericht


Kurzfassung (deutsch)

Mit Hilfe pflanzenphänologischer und meteorologischer Zeitreihenanalysen wurde der Klimawandel in Irdning charakterisiert. Bei den meisten untersuchten Gefäßpflanzenarten weist die Trendlinie in den phänologischen Zeitreihen im Beobachtungszeitraum 1994 bis 2005 einen leicht U-förmigen Verlauf auf. Bis zum Jahr 2002 bzw. 2003 war sehr häufig eine kontinuierliche Verfrühung der Eintrittstermine pflanzenphänologischer Phasen zu beobachten. In den nachfolgenden kühleren, niederschlag-, schnee- und wolkenreicheren Jahren 2004 und 2005 war meist eine deutliche Verspätung der pflanzenphänologischen Entwicklung festzustellen. Für die pflanzenphänologische Entwicklung vor allem im Frühling spielen Lufttemperatur, Strahlung, Sonnenschein- und Schneedeckendauer eine überragende Rolle.

Berichtsdokumente/Anlagen


logo Phänologie.pdf (536.94 kB)
BerichtsautorInnen: Andreas Bohner
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