Nummer: 10272
Akronym:
Titel (deutsch): Rationsoptimierung im Vollweidesystem für Milchkühe
Projektstart: 01.01.2005
Projektende: 16.09.2010
AuftragnehmerIn: Direktion Raumberg-Gumpenstein
Projektleitung: Ing. Johann HÄUSLER
Finanzierungsstellen: Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft
Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft
Wissenschaftszweig:

Zielsetzung

Obwohl ökonomische Berechnungen zeigen, dass bei Weidehaltung die Futterkosten im Vergleich zur Vorlage von konserviertem Futter verringert werden können, ist in Mitteleuropa ein Rückgang der Weidehaltung bzw. der Umstieg auf Halbtags- bzw. Stundenweide bei Milchkühen zu beobachten. Unbestritten sind die Vorteile der Weidehaltung, wenn man das Verhalten der Tiere als Maßstab für die Tiergerechtheit eines Haltungssystems heranzieht. Demgegenüber können bei Ganztagsweide jedoch keine hohen Einzeltierleistungen erreicht werden. Sowohl die begrenzte Nährstoffdichte, die jahreszeitlichen Schwankungen der Nährstoffkonzentration und die Schwierigkeit einer gezielten Beifütterung als auch die physikalischen und physiologischen Grenzen in der Weidefutteraufnahme und die klimatisch bedingten Futteraufnahmeschwankungen sind die Ursachen dafür.

Da jedoch in Zukunft die Weidehaltung verstärkt gefördert werden soll (ÖPUL Neu – Weideprämie), spielt die Frage nach einer gezielten und optimierten Ergänzungsfütterung eine entscheidende Rolle, um die oben genannten Probleme sowie die zum Teil doch recht beträchtliche Proteinüberversor-gung zu vermindern. Im geplanten Forschungsprojekt wird versucht, mit Hilfe verschieden zusammengesetzter Weiderationen, mit einer Vollweidevariante als Kontrollgruppe, dieser Frage nachzugehen und eine Antwort zu finden.

Bedeutung des Projekts für die Praxis

Abschlussbericht


Kurzfassung (deutsch)

Am LFZ Raumberg-Gumpenstein wurde in einem Fütterungsversuch mit 32 Milchkühen das Thema Ergänzungsfütterung zur Weidehaltung behandelt. Die unterschiedliche Ergänzungsfütterung brachte sowohl einen signifikanten Einfluss auf Futteraufnahme und Nährstoffversorgung als auch auf die Milchleistung. In der Vollweidegruppe konnte mit einem Weidefutteranteil von 55,5 % eine Milchleistung von 6.778 kg ECM ermolken werden. Durch die Beifütterung von Maissilage erhöhte sich die Milchleistung auf 7.089 kg ECM und durch die Beifütterung von 500 kg T zusätzlichem Kraftfutter auf 6.966 kg ECM. Eine Ergänzungsfütterung mit Heu führte zu einem Rückgang der Milchleistung auf 5.798 kg ECM. Das unterschiedliche Laktationsstadium wurde in den 4 (Beginn-) Gruppen berücksichtigt. Ausgehend von Gruppe 1, in der die Kühe erst kurz (14 Tage) vor dem Weideaustrieb abkalbten, erhöhte sich die Anzahl der durchschnittlichen Laktationstage um ca. 28 Tage je weiterer Gruppe bis hin zu 97 Tagen in Gruppe 4. In den 4 (Beginn-) Gruppen konnte kein signifikanter Einfluss auf Futteraufnahme, Nährstoffversorgung und Milchleistung beobachtet werden. Während die tatsächliche Jahresmilchleistung ausgehend von jenen Kühen, die erst im April abkalbten (= Gruppe 1), zurückging, stiegen in gleichem Ausmaß die Milchinhaltsstoffe, so dass die Milchleistung nach ECM in allen Gruppen mit Ausnahme der Gruppe 3 (Abkalbung Februar) gleich hoch war. Eine Begründung liefern die um bis zu 500 kg T niedrigeren Gesamtfutteraufnahmen der Gruppen 3 und 4 (Abkalbung Februar bzw. Jänner). Je später die Kühe abkalbten, desto höher war die Milchleistung in der Weidephase. Allerdings erhöhte sich in der Weidephase durch die frühere Abkalbung der Anteil des Weidefutters am Gesamtfutter von 63 % auf 76 %. Die unterschiedliche Ergänzungsfütterung brachte nur leichte Verschiebungen im Fettsäuremuster der Milch. Die Vollweide- und die Heugruppe zeichneten sich durch einen höheren Anteil an ungesättigten Fettsäuren, CLAs und Omega-3-Fettsäuren (ALA, EPA u. DHA) und damit ein günstigeres Fettsäuremuster aus.

Berichtsdokumente/Anlagen


logo Einfluss der Ergänzungsfütterung auf Futteraufnahme und Milchleistung bei der Weidehaltung von Milchkühen (763.98 kB)
BerichtsautorInnen: Johann Häusler, Ing. Reinhard Resch, Agnes Leithold, Dr. Leonhard Gruber, Dr. Johann Gasteiner, Dr. Leopold Podstatzky, Barbara Steiner, Josef Kaufmann, Johannes Wildling, Daniel Eingang, Dr. Andreas Steinwidder, Dr. Erich Pötsch und Mag. Thomas Guggenberger
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