Nummer: 10276
Akronym:
Titel (deutsch): Grünlandverbesserung unter Berücksichtigung von natürlicher Versamung, Nachsaattechnik, Nachsaatmischung und Erneuerungsfrequenz
Projektstart: 01.01.2005
Projektende: 15.08.2012
AuftragnehmerIn: Direktion Raumberg-Gumpenstein
Projektleitung: Dr. Erich M. PÖTSCH
Finanzierungsstellen: Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft
Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft
Wissenschaftszweig:

Zielsetzung

Die Qualität des wirtschaftseigenen Grundfutters spielt hinsichtlich einer ökologisch orientierten Produktion von Milch und Fleisch eine zentrale Rolle. Grundvoraussetzung dafür sind Grünlandbestände mit einer dichten, geschlossenen Grasnarbe und einem leistungsfähigen Pflanzenbestand mit einem hohen Anteil an futterbaulich hochwertigen Gräser- und Kleearten.
Durch unterschiedliche abiotische (v.a. Trockenheit, Frost) und biotische (Krankheiten, tierische Schädlinge) Ursachen sowie Fehler in der Bewirtschaftung (Spur- und Trittschäden, Tiefschnitt, Düngerverteilung etc.) weisen heute viele Grünlandflächen einen hohen Lückenanteil sowie unbefriedigende Pflanzenbestände auf. Mit Hilfe der Grünlanderneuerung wird schon seit einigen Jahren versucht eine Verbesserung zu erzielen, allerdings zeigt hier ein Blick in die Praxis, dass es zu dieser Thematik noch zahlreiche offene Fragen gibt.
Im Rahmen dieses Forschungsprojektes sollen daher die vorrangigsten Probleme bearbeitet und einer Lösung zugeführt werden. Geplant sind zwei umfassende Feldversuche (Standorte Gumpenstein und Piber) an denen folgende Aspekte geprüft werden:

Wirkung der natürlichen Versamung als Alternative zur mechanisch/technischen Grünlanderneuerung (inklusive einer Variation des Versamungsrhythmus (alle zwei bzw. fünf Jahre) – dieser Aspekt soll nur unter einem Dreischnittregime geprüft werden

Effizienz der Nachsaat unter Einbeziehung der Subfaktoren Technik (Übersaat und Schlitzdrilltechnik), Saatgutmischung (im Dreischnittbereich – NA mit Klee, NA ohne Klee; im Vierschnittbereich – NI mit Klee, NI ohne Klee sowie Kampfmischung) sowie Nachsaatrhythmus (alle zwei bzw. fünf Jahre)

Zur Prüfung der Maßnahmeneffizienz soll hinsichtlich der Entwicklung des Pflanzenbestandes jährlich im Frühjahr eine detaillierte Pflanzenbestandesaufnahme und zu den einzelnen Aufwüchsen eine Erhebung der projektiven Deckung sowie des Artengruppenverhältnisses erfolgen. Neben ertragsrelevanten Parametern werden die einzelnen Varianten auch hinsichtlich der Futterqualität getestet.

Die Anlage der Feldversuche soll auf entsprechenden Praxisflächen erfolgen, weitere Bewirtschaftungsmaßnahmen insbesondere die Düngung erfolgen ohne weitere Variation in Abstimmung mit den standortsüblichen und betriebsspezifischen Gegebenheiten.

Die in diesem Projekt behandelte Themenstellung passt thematisch sehr gut in die bei der EGF (European Grassland Federation) eingerichtete Arbeitsgruppe (Grassland resowing), in welcher der Projektleiter die Untergruppe „Central Europe“ leitet. Damit ist nicht nur eine Schnittstelle mit der internationalen Grünlandwissenschaft gegeben, sondern auch eine entsprechende Verbreitung der Ergebnisse auf internationaler Ebene gewährleistet.

Abschlussbericht


Kurzfassung (deutsch)

Für einen Großteil der Grünland- und Milchviehbetriebe bildet das Grundfutter von Wiesen und Weiden die Basis für eine leistungs- und bedarfsgerechte Fütterung. Die Qualität des Grundfutters hinsichtlich der Verdaulichkeit und des Energiegehaltes spielt dabei eine zentrale Rolle und wird neben den Standortverhältnissen und dem Nutzungsmanagement maßgeblich von der botanischen Zusammensetzung der Pflanzenbestände beeinflusst. Grundvoraussetzung dafür sind Grünlandbestände mit einer geschlossenen und dichten Grasnarbe und einem leistungsfähigen Pflanzenbestand mit einem hohen Anteil an futterbaulich hochwertigen Gräser und Kleearten. Doch auf Grund unterschiedlicher abiotischer und biotischer Faktoren sowie Fehler in der Bewirtschaftung weisen heute viele Grünlandflächen einen hohen Lückenanteil sowie unbefriedigende Pflanzenbestände auf. Dies führt zu teilweise massiven Ertragseinbußen, die entsprechende Gegenmaßnahmen erfordern. Im vorliegenden Projekt wurden die Einflüsse verschiedener Mischungen und Techniken auf den Trockenmasseertrag und den Energiegehalt von Wiesen und Weiden auf zwei Versuchsstandorten in Gumpenstein und Piber bearbeitet. Ein zweiter Schwerpunkt dieser Arbeit beschäftigte sich mit der natürlichen Versamungsleistung von Grünlandbeständen. Die Versuchsanlagen wurden in Drei- und Vierschnittflächen geteilt. Bei den Dreischnittflächen kamen die ÖAG- Nachsaatmischungen Na mit Klee und Na ohne Klee zum Einsatz. Bei den Vierschnittflächen wurde neben den Nachsaatmischungen Ni mit Klee sowie Ni ohne Klee auch eine sogenannte Kampfmischung eingesetzt. Bei der Technik wurde ein Nachsaatstriegel der Firma Hatzenbichler und ein Schlitzdrillgerät der Firma Vredo verwendet. Der Pflanzenbestand der umfangreichen Versuchsanlagen wurde hinsichtlich seiner Trockenmasseerträge und Futterqualität genau analysiert.

Berichtsdokumente/Anlagen


logo Abschlussbericht "Grünlanderneuerung" (5437.66 kB)
BerichtsautorInnen: Erich M. Pötsch
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