Milchfettsäure


Nummer: 100694
Akronym: Milchfettsäure
Titel (deutsch): Fettsäuremuster von österreichischer Alm-, Vollweide- und Regal-Milch sowie von Milch aus intensiver Produktion
Projektstart: 15.03.2011
Projektende: 03.12.2012
AuftragnehmerIn: HBLFA Raumberg-Gumpenstein
Projektleitung: Dr. DI Margit Velik
Finanzierungsstellen: Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft
Wissenschaftszweig: LAND- U. FORSTWIRTSCHAFT, VETERINÄRMEDIZIN / Viehzucht, Tierproduktion / Milchwirtschaft / AGRARWISSENSCHAFTEN, VETERINÄRMEDIZIN

Zielsetzung

- (Deskriptive) Darstellung des Fettsäuremusters mit Schwerpunkt ungesättigte Fettsäuren von österreichischer Kuhmilch, die auf der Alm produziert wird
- Darstellung des Milchfettsäuremusters eines Vollweideweide-Betriebs im Berggebiet (Einzelkuh und jahreszeitlicher Verlauf)
- Vergleich des Fettsäuremusters von österreichischer Regalmilch unterschiedlicher Molkereien/Marken
- (Deskriptiver) Vergleich des Fettsäuremusters von Alm- und Vollweidemilch mit Milch eines intensiven Milchviehbetriebes
- Aufzeigen der Veränderung des Milchfettsäuremusters von österreichischer Alm-, Vollweide- und Regalmilch im Jahresverlauf
- Abklärung inwieweit österreichische Milch unterschiedlicher Produktionssysteme zur Bedarfsdeckung an für den Menschen essenziellen Fettsäuren beiträgt

Bedeutung des Projekts für die Praxis

Seit den letzten Jahren wird der gesundheitliche Wert von Nahrungsmitteln ein immer bedeutenderer Qualitätsfaktor für den Konsumenten. In diesem Zusammenhang werden häufig der Fettgehalt und die Fettsäurezusammensetzung von Lebensmitteln genannt. Bestimmten Fettsäuren (Omega-3, PUFA, CLA) konnten positive gesundheitliche Wirkungen nachgewiesen werden (Prävention von Herz-Kreislauferkrankungen, Neurodermitis, Rheumatismus, entzündungshemmende, antikarzinogene, antidiabetogene, anabole, antithrombotische und antiarteriosklerotische Wirkungen). In Hinblick auf die menschliche Ernährung sind vor allem die Omega-3, Omega-6 Fettsäuren und die konjugierten Linolsäuren (CLAs) von zentraler Bedeutung, da sie vom menschlichen Organismus nicht selbst synthetisiert werden können und daher über die Nahrung aufgenommen werden müssen.
Das Fettsäuremuster von Fleisch und Milch wird maßgeblich durch die Fütterung der Tiere beeinflusst. Fakt ist, dass sich in Fleisch und Milch, welche aus Gras und dessen Konserven basierten Produktionssystemen stammen, deutlich höhere Gehalte an ernährungsphysiologisch wertvollen Fettsäuren finden als in intensiven Systemen die auf Maissilage und/oder hohen Kraftfuttergaben basieren.
Die im Rahmen des Projektes gewonnenen Ergebnisse können als Basis für eine aktuelle Form der Lebensmittelbewertung dienen. Die Ergebnisse der Untersuchungen sollen an die Konsumenten weitergegeben werden, wodurch deren Aufmerksamkeit verstärkt auf den gesundheitlichen und ökologischen Wert von Produkten aus unterschiedlichen Produktionssystemen (extensiv vs. Intensiv vs. Berggebiet vs. Alm vs. Gunstlage) gelenkt wird.
Der durchschnittliche Österreicher verzehrt täglich 1 kg an Milch und Milchprodukten (Käse, Jogurt, Butter, etc). Im Rahmen des Projektes kann abgeklärt werden, in wieweit Almmilch, Weidemilch und unterschiedliche österreichische Regalmilch zur Bedarfsdeckung an für den Menschen essenziellen Fettsäuern beiträgt. Dies kann als Verkaufsargument herangezogen werden und einen höheren Produktpreis rechtfertigen.

Abschlussbericht


Kurzfassung (deutsch)

Zahlreiche Studien belegen, dass durch die Wiederkäuer-Fütterung das Fettsäuremuster der Milch beeinflusst wird. Somit können Fettsäuren neben ihrem ernährungsphysiologischem und gesundheitlichem Wert auch als Qualitätskriterium für die Intensität von Produktionssystemen dienen. Im Rahmen der vorliegenden Studie wurde das Fettsäuremuster von Kuhmilch aus vier Produktionssystemen [(1) Alm, (2) Vollweide, (3) Grassilage/Heu/Kraftfutter-Ration, (4) Maissilage/Kraftfutter-Ration] sowie von (5) österreichischer Trinkmilch aus dem Supermarkt im Jahresverlauf dargestellt und verglichen. Österreichische Trinkmilch enthielt durchschnittlich 65 g /100 g Milchfett gesättigte Fettsäuren (SFA) und 20 g einfach ungesättigte Fettsäuren (MUFA). Milch, die auf Vollweide bzw. auf Almen erzeugt wurde, wies niedrigere SFA und höhere MUFA auf und Milch aus Maissilage/Kraftfutter-, Heu/Kraftfutter- bzw. Grassilage/Kraftfutter-Rationen höhere SFA und niedrigere MUFA als die österreichische Trinkmilch. Milch aus Vollweidehaltung enthielt mit 1,3 g konjugierter Linolsäure (CLA cis9trans11) und 1,4 g Omega-3 Fettsäuren (n-3) die höchsten Werte, gefolgt von der Alm-Milch. Die im Vergleich zur Vollweide niedrigeren CLA und n-3 Gehalte der Alm-Milch dürften primär auf die höheren Kraftfuttergaben der Almbetriebe zurückzuführen sein. Österreichische Trinkmilch und Milch, die aus der Heu/Grassilage/KF-Ration erzeugt wurde, wiesen ähnliche CLA und n-3 Gehalte auf (rund 0,6 g CLA und 0,9 g n-3). Milch aus Maissilage/KF-Rationen lag in den CLA und n-3 Gehalten deutlich niedriger als die anderen Herkünfte (jeweils 0,4 g). Bei den Omega-6 (n-6) zeigten sich keine eindeutigen Unterschiede zwischen den fünf Herkünften. Das Verhältnis n-6 zu n-3 lag bei der Milch aus Maissilage/KF bei rund 4,1, während es bei den anderen vier Herkünften durchschnittlich unter 2 lag. Im Jahresverlauf zeigten sich bei Vollweide- und Alm-Milch sowie bei der österreichischen Trinkmilch deutliche Unterschiede in den CLA und n-3 Gehalten, sowie in moderaterem Ausmaß bei den SFA und MUFA. Während der Sommermonate waren in der Milch die CLA, n-3 und MUFA Gehalte höher und die SFA Gehalte niedriger als während der Winterfütterungs-Periode. Weiterführend könnte versucht werden aus den Ergebnissen der vorliegenden Studie CLA, n-3, MUFA und SFA Grenzwerte für Milch aus grünlandbasierten Milchproduktionssystemen abzuleiten.

Berichtsdokumente/Anlagen


logo Fettsäuremuster von österreichischer Alm-, Vollweide- und Trinkmilch sowie von Milch aus intensiverer Produktion (2158.69 kB)
BerichtsautorInnen: Dr. Margit Velik; DI Sabine Breitfuss; Andrea Hackl; DI Marcus Urdl; PD. Dr. Andreas Steinwidder; Ing. Josef Kaufmann;
Roland Kitzer; Johann Häusler

Publikationen durch ProjektleiterIn


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