Krakü


Nummer: 100452
Akronym: Krakü
Titel (deutsch): Untersuchungen zur Biologie von Didymella bryoniae und Monitoring der Krankheiten und Schädlinge des Steirischen Ölkürbisses in Österreich.
Projektstart: 01.04.2009
Projektende: 31.12.2012
AuftragnehmerIn: Lehr- und Forschungszentrum Raumberg-Gumpenstein
Projektleitung: Dr. Herbert Huss
Finanzierungsstellen: Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft
Wissenschaftszweig: LAND- U. FORSTWIRTSCHAFT, VETERINÄRMEDIZIN / Ackerbau, Pflanzenzucht, Pflanzenschutz / Pflanzenschutz

Zielsetzung

In diesem Projekt soll die Biologie des wichtigsten Verursachers der Kürbisfäule, des Pilzes Didymella bryoniae geklärt werden, um so wichtige Rückschlüsse für die Resistenzzüchtung und mögliche vorbeugende Maßnahmen für die Praxis zu erhalten.
Ein zweiter Teil widmet sich der Erfassung sämtlicher Krankheiten und Schädlinge des Ölkürbisses in Österreich mit dem Ziel ein Buch darüber zu veröffentlichen. Dieses richtet sich an alle am Ölkürbis Interessierten und soll umfassend über die Symptomatik, die Biologie der Krankheitserreger und Schädlinge und mögliche vorbeugende Maßnahmen informieren.

Abschlussbericht


Kurzfassung (deutsch)

Der Pilz Didymella bryoniae ist der wichtigste Krankheitserreger im österreichischen Ölkürbisbau. Er ist nicht nur für eine als „Schwarzfäule“ bezeichnete Fruchtfäule verantwortlich, sondern auch für eine bereits ab Ende Juli auftretende großflächige Blattdürre als Folge einer Fäulnis in den Blattstielen. Weitere, wirtschaftlich allerdings weniger ins Gewicht fallende Krankheitssymptome von D. bryoniae sind Blattnekrosen und vereinzelt Läsionen des Kürbisstängels. D. bryoniae bildet auf allen oberirdischen Pflanzenteilen überaus zahlreich Fruchtkörper. Meistens handelt es sich um Pyknidien mit der anamorphen Form Phoma cucurbitacearum. Hauptfruchtkörper von D. bryoniae werden deutlich seltener gebildet. Sie waren während der Vegetationszeit auf den Blättern, auch auf Kürbisstroh zu finden, das den Winter über im Freien gelegen war. Die Kurve des Ascosporenflugs zeigte ein langsames Ansteigen von Mitte Juli bis Anfang August und erreichte ihr Maximum von 13. bis 16. August mit täglich durchschnittlich 60 Sporen/cm². Das Zucchinigelbmosaikvirus (ZYMV) ist das dominierende Ölkürbis-Virus. Die von ihm verursachten vielfältigen Blattsymptome sind dunkelgrüne Adernbänderungen, Adernaufhellungen, Mosaikzeichnungen, aber auch ringförmige Muster. Bei starkem frühzeitigem Befall sind die Blätter verkleinert, verzerrt und blasig aufgetrieben. In der Steiermark führt das ZYMV seit 2008 alljährlich auch zu einer ab ca. Mitte Juni einsetzenden Vergilbung der Kürbisbestände und zur Bildung von Blattnekrosen, die wesentlich zum vorzeitigen Absterben des Blattapparats der Ölkürbisse beitragen. Das Gurkenmosaikvirus (CMV) war nur vereinzelt nachweisbar. Von den zahlreichen Erregern von Bakterienkrankheiten des Ölkürbisses haben die Weichfäuleerreger Pectobacterium (= Erwinia) carotovorum subsp. carotovorum und Pectobacterium (= Erwinia) carotovorum subsp.atrosepticum die wirtschaftlich größte Bedeutung, da sie neben Didymella bryoniae wesentlichen Anteil an der Fruchtfäule des Ölkürbisses haben. Die von Pseudomonas syringae verursachten Blattflecken treten bereits ab Anfang Juni in Erscheinung. Steirische Isolate dieses Bakteriums waren im Infektionsversuch deutlich aggressiver als das auf Kürbisgewächsen weit verbreitete Bakterium Pseudomonas syringae pv. lachrymans. Die nekrotischen Blattbereiche werden mitunter abgestoßen, sodass diese Blätter löchrig oder zerfetzt erscheinen. Feuchtes Wetter begünstigt auch die Bakterien Xanthomonas cucurbitae und Pseudomonas viridiflava. P. syringae und X. cucurbitae können vereinzelt auch die Früchte befallen. Der Pilz Slerotinia sclerotiorum führte nach dem sehr feuchten Juni 2011 lokal zu stärkeren Schäden in Form einer Weichfäule der Frucht. Wurde die Stängelbasis befallen, so kam es zum Absterben ganzer Kürbispflanzen. Unter den tierischen Schädlingen haben die Blattläuse große Bedeutung, da sie einerseits als Überträger des Zucchinigelbmosaik-Virus fungieren und andererseits bei stärkerem Auftreten durch ihre Saugtätigkeit auch die Kürbispflanze schwächen. Der Gartenkugelspringer Bourletiella hortensis frisst kleine Löcher in die Keim- und ersten Folgeblätter, ohne wirtschaftlichen Schaden anzurichten. Für beträchtliche Schäden sorgten 2010 hingegen die Larven der Saatenfliege Delia platura, die lokal zu einem Ausfall von mehr als 50% der Kürbispflanzen führten.

Berichtsdokumente/Anlagen


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Publikationen durch ProjektleiterIn


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Download Der Pilz Didymella bryoniae erobert die Kürbisfelder. (616.27 kB)

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Download Trockener Juli bremste Fruchtfäule. (764.29 kB)

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Download Krankheiten und Schädlinge im Ölkürbisbau. (1415.79 kB)

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Download Ölkürbisschäden durch die Saatenfliege. (444.18 kB)

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Download Sclerotiniaschäden bei Kartoffel und Ölkürbis. (686.95 kB)

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Download Wie krank ist der Ölkürbis? (304.12 kB)

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Download Asiatischer Marienkäfer: Auch Mehltau steht auf dem Speiseplan. (239.58 kB)

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Download Neue virusbedingte Krankheitsbilder bei Ölkürbis: Gefährlich schön gescheckt. (825.65 kB)

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