Genotypenvergleich


Nummer: 100798
Akronym: Genotypenvergleich
Titel (deutsch): Untersuchungen zur Eignung von Kühen unterschiedlicher genetischer Herkünfte für die Low-Input Milcherzeugung - Teil des EU Projektes SOLID
Projektstart: 01.10.2011
Projektende: 20.01.2015
AuftragnehmerIn: HBLFA Raumberg-Gumpenstein
Projektleitung: Priv.-Doz. Dr. DI Andreas Steinwidder
Finanzierungsstellen: Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft
Wissenschaftszweig: LAND- U. FORSTWIRTSCHAFT, VETERINÄRMEDIZIN / Viehzucht, Tierproduktion / Tierproduktion / Rinderproduktion / AGRARWISSENSCHAFTEN, VETERINÄRMEDIZIN

Zielsetzung

Bei der Low-Input Milchviehhaltung wird eine effiziente, grundfutter- und weidebasierte Milchproduktion angestrebt. Am Bio-Lehr- und Forschungsbetrieb Moarhof wird dieses Konzept in der Forschungsarbeit seit 2005 mit Kühen der Rasse Brown Swiss (Braunvieh) bzw. mit Lebensleistungslinien der Rasse Holstein Friesian (HF) umgesetzt. Im Rahmen des EU Projektes „Sustainable Organic and Low-Input Dairying (SOLID)“ (7. Rahmenprogramm Call: FP7-KBBE-2010-4; Grant agreement no. 266367) werden in Zusammenarbeit mit der Universität für Bodenkultur (Department für Nachhaltige Agrarsysteme, Institut für Nutztierwissenschaften) Untersuchungen und Auswertungen zur Eignung unterschiedlicher genetischer Herkünfte für Low-Input Milchproduktionssysteme durchgeführt. Dazu erfolgt am Bio-Lehr- und Forschungsbetrieb eine Auswertung bereits vorliegender Daten zur Milchleistung, Futteraufnahme, Effizienz, Fruchtbarkeit und zur Tiergesundheit der Rassen. Zusätzlich wird in der Winterfütterungsperiode 2011/2012 bzw. 2012/2013 ein Fütterungsversuch durchgeführt, wobei die Fütterungsintensität zu Laktationsbeginn in beiden Rassen differenziert (Kontrolle bzw. Low-Input) wird. Zusätzlich zu den Produktionsdaten werden dabei auch physiologische Parameter erhoben. Mit den Untersuchungen soll geprüft werden, ob sich die Kuhtypen (genetische Herkünfte) in der Eignung für die Low-Input Milchproduktion unterscheiden. Durch Abstimmung dieser Untersuchung mit dem EU-Projekt SOLID soll auch eine Gegenüberstellung des Konzepts "angepasste Genotypen aus Linienzucht auf Lebensleistung" mit den Konzepten "angepasste Genotypen aus Kreuzungszucht" und "angepasste Genotypen aus langfristiger Selektion auf Fruchtbarkeit und Gesundheit" ermöglicht werden. Letztere Konzepte werden im Rahmen des EU-Projekts SOLID in Großbritannien bzw. Finnland untersucht.

Abschlussbericht


Kurzfassung (deutsch)

Die vorliegende Arbeit fasst die Ergebnisse dreier Studien, die im Rahmen des EU-Projektes SOLID (Sustainable Organic Low-Input Dairying, EU Siebtes Rahmenprogrammes FP7-KBBE.2010.1.2-02, Finanzierungsvereinbarung no. 266367) am Bio-Institut der HBLFA Raumberg-Gumpenstein durchgeführt wurden, zusammen. Ziel war es, die Eignung zweier Kuhtypen für ein low-input Milchproduktionssystem unter alpinen Bedingungen anhand verschiedener Aspekte zu vergleichen. Dabei wurden kuhtypenspezifische Unterschiede in verschiedenen Merkmalen und deren Reaktion auf Änderungen des Fütterungsmanagements untersucht. Verglichen wurden österreichisches Braunvieh (BS) und spezielle Holstein Friesian-Lebensleistungslinien (HFL). Während BS mit Hilfe eines Gesamtzuchtwertes selektiert wurde, stammte HFL aus einem alternativen Zuchtprogramm mit Fokus auf Lebensleistung. Die Daten wurden auf dem biologisch bewirtschafteten Betrieb des Lehr- und Forschungszentrums Raumberg-Gumpenstein, Österreich erhoben. BS erbrachte in allen drei Studien höhere energiekorrigierte Milchleistungen (ECM-Leistung), die Unterschiede zwischen den Kuhtypen nahmen aber von der ersten bis zur dritten Studie stark ab (+1.048 kg, +509 kg bzw. +207 kg ECM für BS im Vergleich zu HFL in den Studien eins bis drei). Nach einer Korrektur der unterschiedlichen Lebendmassen und Laktationslängen bestanden allerdings keine Leistungsunterschiede zwischen den Kuhtypen. Wie die Unterschiede in der ECM-Leistung, so gingen auch die Unterschiede in der Mobilisation von Körperreserven, Energiebilanz und Fruchtbarkeit von der ersten bis zur dritten Studie stark zurück. Wie die Ergebnisse der zweiten und dritten Studie zeigen, reagierte die ECM-Leistung von BS im Vergleich zu jener von HFL stärker auf Änderungen der Abkalbesaison und der Kraftfutterergänzung. Ein Wechsel von Herbst- zu Frühjahrsabkalbung bzw. eine Kraftfutterreduktion zu Laktationsbeginn hatten keinen Einfluss auf das Ausmaß der Mobilisation von Körperreserven. Außerdem zeigte die Kraftfutterreduktion auch keine negativen Auswirkungen auf die Fruchtbarkeit beider Kuhtypen. Da BS nur in einer Studie den hohen Anforderungen an die Fruchtbarkeit gerecht wurde, kann BS nur eingeschränkt für ein saisonales low-input System empfohlen werden. HFL erreichte hingegen die gleiche Milchleistung pro kg metabolische Lebendmasse wie BS bei gleichzeitig konstant hoher Fruchtbarkeitsleistung.

Berichtsdokumente/Anlagen


logo Untersuchungen zur Eignung von Kühen unterschiedlicher genetischer Herkünfte für die Low-Input Milcherzeugung - Teil des EU Projektes SOLID (1220.12 kB)
BerichtsautorInnen: Priv.-Doz. Dr. Andreas Steinwidder; Dr. Johann Gasteiner; Dr. Leopold Podstatzky; Hannes Rohrer; Rupert Pfister; Markus Gallnböck (HBLFA Raumberg-Gumpenstein);
Ao.Univ.Prof. Dr. Werner Zollitsch; Dr. Marco Horn (Institut für Nutztierwissenschaften, Universität für Bodenkultur)

Publikationen durch ProjektleiterIn


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