Nummer: 10550
Akronym:
Titel (deutsch): Einfluss der Protein- und Energieversorgung auf die Mast- und Schlachtleistung von Fleckviehstieren
Projektstart: 01.01.1996
Projektende: 31.08.2006
AuftragnehmerIn: Direktion Raumberg-Gumpenstein
Projektleitung: Dr. Andreas STEINWIDDER
Finanzierungsstellen: Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft
Wissenschaftszweig:

Zielsetzung

Sowohl das Wachstum als auch die Schlachtkörper- und Fleischqualität sowie die Nährstoffausscheidungen bzw. ökonomische Fragen werden in der Rindermast wesentlich von der Energie- und Proteinversorgung beeinflusst. Mit der Umstellung der Energiebewertung in der Rindermast wurden von der Gesellschaft für Ernährungsphysiologie 1995 (GEH 1995) auch Versorgungsempfehlungen für die Mast von Fleckviehbullen herausgegeben. Nährstoff- und Energieansatz bzw. –bedarf wurden dazu in umfangreichen Untersuchungen in Weihenstephan ermittelt (KIRCHGESSNER et al., 1994; KIRCHGESSNER et al., 1995; SCHWARZ u. KIRCHGESSNER, 1995; SCHWARZ et al., 1995). Im Gegensatz zu den bis dahin üblichen Versorgungsempfehlungen wurden insbesondere zu Mastbeginn die Empfehlungen für Rohprotein und Energie angehoben (GRUBER, 1996; STEINWIDDER, 1996), demgegenüber gingen sie für Rohprotein zu Mastende zurück.
In der Praxis stößt man bei angestrebten hohen Zunahmen besonders zu Mastbeginn immer wieder an die Grenzen einer wiederkäuergerechten Rationsgestaltung. Entsprechend den derzeitigen Normen sind hier, auch bei Einsatz von energiereicher Maissilage, sehr hohe Mengen von Protein- und Energiekraftfutter erforderlich. Zu Mastende werden demgegenüber teilweise immer noch über den Normen liegende Proteinkraftfuttermengen eingesetzt. Es sollte daher im vorliegenden Versuch der Einfluss der Protein- und Energieversorgung auf die Mast- und Schlachtleistung, Fleischqualität, N-Ausscheidungen und ökonomische Fragen untersucht werden.

Bedeutung des Projekts für die Praxis

Sowohl das Wachstum als auch die Schlachtkörper- und Fleischqualität sowie die Nährstoffausscheidungen bzw. ökonomische Fragen werden in der Rindermast wesentlich von der Energie- und Proteinversorgung beeinflusst. Mit der Umstellung der Energiebewertung in der Rindermast wurden von der Gesellschaft für Ernährungsphysiologie 1995 (GEH 1995) auch Versorgungsempfehlungen für die Mast von Fleckviehbullen herausgegeben. Nährstoff- und Energieansatz bzw. –bedarf wurden dazu in umfangreichen Untersuchungen in Weihenstephan ermittelt (KIRCHGESSNER et al., 1994; KIRCHGESSNER et al., 1995; SCHWARZ u. KIRCHGESSNER, 1995; SCHWARZ et al., 1995). Im Gegensatz zu den bis dahin üblichen Versorgungsempfehlungen wurden insbesondere zu Mastbeginn die Empfehlungen für Rohprotein und Energie angehoben (GRUBER, 1996; STEINWIDDER, 1996), demgegenüber gingen sie für Rohprotein zu Mastende zurück.
In der Praxis stößt man bei angestrebten hohen Zunahmen besonders zu Mastbeginn immer wieder an die Grenzen einer wiederkäuergerechten Rationsgestaltung. Entsprechend den derzeitigen Normen sind hier, auch bei Einsatz von energiereicher Maissilage, sehr hohe Mengen von Protein- und Energiekraftfutter erforderlich. Zu Mastende werden demgegenüber teilweise immer noch über den Normen liegende Proteinkraftfuttermengen eingesetzt. Es sollte daher im vorliegenden Versuch der Einfluss der Protein- und Energieversorgung auf die Mast- und Schlachtleistung und Fleischqualität untersucht werden. Im vorliegenden Beitrag werden die Ergebnisse zur Mastleistung dargestellt.

Abschlussbericht


Kurzfassung (deutsch)

In einem 2-faktoriell angelegten Versuch wurden 120 Mastbullen der Rasse Fleckvieh im Mastbereich von 158–648 kg Lebendmasse unterschiedlich mit Energie und Rohprotein versorgt. Die Energiezufuhr variierte in drei Stufen (E1, E2, E3). In E1 erhielten die Tiere 1,3 kg T, in E2 2,5 kg T Kraftfutter und in E3 eine von 2,6 kg T zu Mastbeginn auf 3,9 kg T Kraftfutter im Mastverlauf steigende Kraftfuttermenge. Das Grundfutter setzte sich aus 92 % Maissilage und 8 % Heu zusammen. Die Rohproteinzufuhr variierte in vier Stufen (P1–P4) entsprechend einem angestrebten XP/ME-Verhältnis. In P1 lag das XP/ME-Verhältnis über die gesamte Versuchsdauer bei 8,9. Das XP/ME-Verhältnis in P2–P4 wurde im Mastverlauf nicht konstant gehalten, sondern folgte einem abnehmendem Verlauf. In P2 ging das XP/ME-Verhältnis von 12,4 zu Mastbeginn auf 10,4 zu Mastende, in P3 von 16,0 auf 12,0 und in P4 von 19,5 auf 13,5 zurück. Die täglichen Zunahmen erhöhten sich im Mittel der Gesamtmast mit steigender Energiezufuhr deutlich von 1214 g (E1) auf 1345 g (E2) und nur mehr gering auf 1385 g (E3). Gleichzeitig stieg auch die tägliche Gesamtfutter-(Energie-)aufnahme von 7,03 kg T (75,5 MJ ME) (E1) über 7,61 kg T (84,2 MJ ME) (E2) auf 7,67 kg T (86,7 MJ ME) (E3) pro Tier an. Die steigende Rohproteinversorgung verbesserte die Zunahmen von 1149 g (P1) deutlich auf 1313 g (P2) und geringer auf 1378 g (P3) und 1414 g (P4). Die Gesamtfutter-(Energie-)aufnahme unterschied sich nur signifikant zwischen einerseits P1 mit 7,02 kg T (77,5 MJ ME) und andererseits P2–P4 mit durchschnittlich 7,6 kg T (84 MJ ME). Der Einfluss der unterschiedlichen Energie- und Rohproteinzufuhr auf die Mastleistung war zu Mastbeginn am deutlichsten ausgeprägt. Bei Gegenüberstellung der Versuchergebnisse und den Versorgungsempfehlungen (GEH, 1995) zeigen sich insbesondere zu Mastbeginn Abweichungen – die Normen gehen hier von einem höheren Energie- und Rohproteinbedarf der Tiere aus. Sowohl die Energie- als auch Proteinversorgung beeinflusste die Ausschlachtung der Jungbullen signifikant. Mit 58,8 % lag diese in E3 signifikant über E2 bzw. E1 welche 57,5 bzw. 57,9 % erzielten. Im niedrigen Proteinversorgungsniveau P1 erreichten die Tiere die geringste Ausschlachtung. In der EUROP-Fleischigkeitsklasse lagen die Tiere in E3 signifikant über E2 und E1. Innerhalb der Energieniveaus fielen die Jungbullen der Gruppe P1 von den anderen Gruppen signifikant ab. Der errechnete Fettgehalt stieg im Ganz- und Schlachtkörper von E1 bis E3 signifikant an und lag in P1 und P2 auf tieferem Niveau als in P3 und P4. Der Proteingehalt und Proteinansatz wurde weder vom Energie- noch vom Proteinversorgungsniveau signifikant beeinflusst. Die chemisch-physikalischen Fleischparameter (Tropfsaft-, Grillsaft- und Kochsaftverluste, Scherkraft, Nährstoffgehalt, Farbe) wurden von der Energie- und Proteinversorgung ebenfalls nicht wesentlich beeinflusst. Bei der subjektiven Beurteilung der Fleischqualität durch Verkostung schnitt die Gruppe E1 am schlechtesten ab. Die N-Ausscheidungen stiegen von P1 mit 36,1 kg pro Masttier bzw. 84 g pro Tier und Tag bis P4 mit 56,0 kg pro Tier bzw. 160 g pro Tier und Tag linear an.

Berichtsdokumente/Anlagen


logo Stiermastversuch_BAL962303.pdf (585.01 kB)
BerichtsautorInnen: Andreas Steinwidder

Publikationen durch ProjektleiterIn


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