Nummer: 1193
Akronym:
Titel (deutsch): Das Ursprungszuchtbuch für Lipizzaner als Gesamtwerk Teil 2: Die Hohe Schule
Projektstart: 03.11.1999
Projektende: 20.11.2006
AuftragnehmerIn: Kunsthistorisches Museum
Projektleitung: Dr. Georg Johannes Kugler
Finanzierungsstellen: Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft
Wissenschaftszweig:

Zielsetzung

Erarbeitung eines Manuskripts für den Abschnitt 'Die Hohe Schule' der Publikation 'Das Ursprungszuchtbuch für Lipizzaner als Gesamtwerk' mit der wissenschaftlichen Erfassung, Auswertung und Analyse der Originaldokumente, der Literatur sowie der Bilddokumente.
Vergleich der Auswertungen mit bisher vorhandener Literatur; Überprüfung bisherigen Wissens zum Thema.
Synthese und Berichterstattung als Manuskript und Beitrag für das Ursprungszuchtbuch für Lipizzaner.
Kern der Darstellung soll sein:
• Die Entwicklung der Reitkunst an der Spanischen Hofreitschule aus den verschiedenen Stilrichtungen und der Weg der Bewahrung der für die Spanische Hofreitschule typischen Tradition bis heute
• Woher kam diese Reitkunst
• Wie bzw. warum wurde sie entwickelt
• Auswirkungen auf das Zuchtziel der Lipizzaner
• Ausbildung des Pferdes und des Reiters
• Die einzelnen Figuren und ihre 'Bedeutung' in der klassischen Reitkunst
• Unterschied Hohe Schule zu 'normalem' Dressurreiten
• Die Spanische Hofreitschule und ihre Aufgabe in der Beeinflussung der Reitkunst und Kulturhaltung
• Heutiger Stand der Spanischen Hofreitschule

Bedeutung des Projekts für die Praxis

Abschlussbericht


Kurzfassung (deutsch)

Die umfassende Wirkung der antiken Literatur müssen wir uns vergegenwärtigen, um inne zu werden, welche Bedeutung den Schilderungen des Reitens und der Reitlehre bei PINDAR oder HORAZ, vor allem aber bei XENOPHON geschenkt wurde. Diese Texte halfen den Künstlern erst, die unvergleichliche Schönheit der antiken Pferdedarstellungen zu erfassen, sei es, an dem seit der Antike aufrecht stehenden Reiterstandbild des Kaisers MARC AUREL, sei es auch nur am Fragment einer Pferdedarstellung auf einem Sarkophag. Das Wissen um die Größe der antiken Reitkunst und das archäologische Interesse, beides zusammen erklären RAPHAELS frappante Fähig-keit, antike Pferde und ihre Reiter bei der Ausführung von Kapriolen und Pirouetten im Reitergefecht darzustellen. Es wird uns demnach die Erkenntnis nicht überraschen, dass die antike Reitkunst selbst als bewunderungswürdiges Vorbild angesehen und ihre Nachahmung zu einer Kunst schlechthin erklärt wurde, gleichrangig allen anderen Zielen der selbstbewussten Künstler des Zeitalters der Renaissance. Wurde doch die jüngst vergangene Periode des 'Mittelalters' als barbarische Zwischenzeit verurteilt, vor der jenes glorreiche Weltreich bestanden hatte, dessen Herzstück zuletzt Italien gewesen war. Nun galt es von dieser Antike den Bogen herüber zu spannen in eine künstlerisch und geistig gleich bedeutende Gegenwart. Wiederum sollte Italien die führende Rolle in Europa einnehmen. Die Kenntnis der antiken Reitkunst, die eine griechisch-orientalische war, das Wissen um Schulung des Pferdes und des Reiters, verdankte man zwei hippologischen Abhandlungen XENOPHONS. Hipparchikos 1 und Peri Hippikes 2, die er wahrscheinlich um 360 v. Chr., am Ende eines langen Reiterlebens niedergeschrieben hat, das ganz intensiv auch der Philosophie und der Geschichtsschreibung, also den Gedanken über den Menschen als Glied des Staates gewidmet war. In seinem bekanntesten Werk, der Anabasis schildert XENOPHON uns in geistvoller Weise den Kriegszug nach Kumaxa und, nach der dort im Jahre 401 erlittenen Niederlage gegen den Perserkönig ARTAXERXES, den von ihm, dem athenischen Feldherrn, geleiteten Rückzug von etwa 10.000 griechischen Söldnern quer durch das winterliche Bergland Kleinasiens. Als Schriftsteller legte er die Kyropädie, einen mora-lisch-politischen Erziehungsroman vor; als Historiker setzte er mit der Hellenika die griechische Geschichte des THUKYDIDES bis in seine Lebenszeit fort. Im Symposion, der Apologie und anderen Schriften schenkte er uns eine wichtige Charakteristik, sowie die Selbstvertei-digung des SOKRATES, als dessen Schüler er neben PLATON an zweiter Stelle zu nennen ist.

Berichtsdokumente/Anlagen


logo 1193_Lippizaner_Ursprungszuchtbuch.pdf (728.64 kB)
BerichtsautorInnen: Georg Kugler
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