Nummer: 10228
Akronym:
Titel (deutsch): Optimierung von Produktionsverfahren bei Ackerbohne (Vicia faba L.) zur Sicherung der Ertragsstabilität und Qualität des Erntegutes
Projektstart: 01.01.2004
Projektende: 31.12.2005
AuftragnehmerIn: Direktion Raumberg-Gumpenstein
Projektleitung: Dipl.-Ing. Waltraud HEIN
Finanzierungsstellen: Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft
Wissenschaftszweig:

Zielsetzung

Die gute Vorfruchtwirkung von Ackerbohnen ist erwiesen, besonders für Wintergetreide, auch zur Auflockerung getreidestarker Fruchtfolgen kann diese Kulturart einen wesentlichen Beitrag leisten. Das Problem beim Anbau von Ackerbohnen ist die geringe Ertragsstabilität, wobei die Witterung einen großen Einfluss auf den Ertrag hat. Auch der jeweilige Standort spielt eine wesentliche Rolle, denn Wassermangel, speziell während der Blüte, kann den Ertrag stark beeinträchtigen. Die Sortenwahl spielt in diesem Zusammenhang eine eher untergeordnete Rolle. Finanziell interessant ist die Erzeugung von Ackerbohnen-Saatgut, weil hier eine wesentliche Erhöhung der Wertschöpfung gegeben ist. Wird allerdings Ackerbohnen-Saatgut aberkannt, meist wegen qualitativer Mängel, sinkt der Preis auf rund ein Zehntel dessen, was für Saatgut zu lukrieren gewesen wäre.
Mit diesem Forschungsprojekt sollen in einem Feldversuch im Rahmen einer Dissertation der Universität für Bodenkultur verschiedene Faktoren berücksichtigt werden, um die Ertragsstabilität der Ackerbohne abzusichern und die Qualität des Erntegutes zu verbessern. Unter genau definierten Rahmenbedingungen, wobei die Erfahrungen aus der Praxis hier Eingang finden, wird der Feldversuch auf drei verschiedenen Standorten durchgeführt, die jeweils in Gebieten liegen, in denen Ackerbohnen im größeren Ausmaß angebaut werden.
Der Ackerbohne als heimische Eiweißpflanze sollte wieder stärkere Beachtung seitens der Landwirte geschenkt werden.

Abschlussbericht


Kurzfassung (deutsch)

In diesem Projekt ging es in erster Linie um eine Qualitätsverbesserung in der Produktion von Ackerbohnen. Zum einen sind Ackerbohnen, wie andere Körnerleguminosen ein wertvoller Bestandteil von Fruchtfolgen und haben auf Grund ihrer Eigenschaft, Luftstickstoff binden und nutzen zu können, eine einzigartige Stellung unter den Kulturpflanzen und daher einen besonderen Wert für die Fruchtfolgegestaltung. Speziell der Anbau von Wintergetreide nach Körnerleguminosen dient der optimalen Nutzung jenes Stickstoffes, den diese im Boden zurücklassen. Somit ist der Auswaschung von Stickstoff aus dem Boden Vorschub geleistet und die Nährstoffversorgung des nachfolgenden Wintergetreides ist –zumindest für die Startphase - ebenfalls gewährleistet. Leider ist die Produktion von Körnerleguminosen nicht so einfach, weil diese Kulturen gerne von diversen Krankheiten und Schädlingen befallen werden, weshalb die Anbaufläche sowohl für Körnererbsen als auch für Ackerbohnen stark zurückgegangen ist. Selbst züchterische Verbesserungen an der Ackerbohne konnten keinen durchschlagenden Erfolg für diese Kulturart erzielen. Daher sollten mit diesem Projekt alle jenen pflanzenbaulichen Maßnahmen optimiert werden, die einen wertvollen Beitrag zum erfolgreichen Ackerbohnenanbau liefern. Dazu zählen die Anwendung von Pflanzenschutzmitteln, sowohl Fungizide als auch Insektizide, jeweils das optimale Mittel, aber auch der Einsatz zum optimalen Zeitpunkt. Mit diesem Projekt sollten diese Fragen für den oberösterreichischen Voralpenraum und das steirische obere Murtal geklärt werden, wo jeweils Exaktfeldversuche angelegt wurden. In Zusammenarbeit mit einem Dissertanten der Universität für Bodenkultur wurde das Projekt im Jahr 2004 gestartet und sollte bis zum Jahr 2006 dauern. Als Standorte für dieses Projekt dienten St. Stefan ob Leoben für den steirischen Raum, Lambach und Schörfling für das oberösterreichische Anbaugebiet. Für die Feldversuche wurden zwei Ackerbohnensorten ausgewählt, Aurelia und Gloria, beide tanninarm und Züchtungen der Saatzucht Gleisdorf. An Pflanzenschutzmitteln wurden bei den Fungiziden zwei in der Praxis häufig eingesetzte Mittel, Folicur und Amistar eingesetzt, und zwar jeweils in Einzelanwendung und in Kombination beider. Dazu kamen noch Insektizide, wobei an jedem Standort ein anderes Mittel zur Anwendung gelangte. Die Mittelauswahl erfolgte in Abstimmung mit dem oberösterreichischen Pflanzenschutzreferenten der Landwirtschaftskammer. Zusätzlich wurde bei dem Versuch im Murtal noch Bittersalz verwendet, das als Magnesiumquelle dient. Bei den Versuchen im Jahr 2004 gab es in Lambach sehr gute Kornerträge, die im Mittelwert über 8000 kg/ha betragen. Dabei hat die Sorte Gloria um 300 kg/ha besser abgeschnitten als die Sorte Aurelia. In jedem Fall ist aber eine deutliche Wirkung durch den Einsatz jedes einzelnen Pflanzenschutzmittels zu erkennen. Die Nullvarianten haben beim Kornertrag jeweils die geringsten Werte gezeigt, auch an den übrigen beiden Standorten. Jedenfalls war der Kornertrag am Standort Schörfling geringer als in Lambach, und zwar betrug er dort 4910 kg/ha im Gesamtmittel. Allerdings lag hier die Sorte Aurelia über den Erträgen der Sorte Gloria. Am Standort im oberen Murtal wurden insgesamt die geringsten Kornerträge erzielt, und zwar lag das Mittel hier bei 4758 kg/ha, wobei wieder die Sorte Gloria die höheren Erträge brachte. Was die Rohproteingehalte betrifft, zeigten sich am Standort Lambach auch die höchsten Werte, die im Durchschnitt bei 353 g/kg TM lagen. Allerdings zeigt sich hier nicht ein so klares Bild wie bei den Kornerträgen, sondern die Rohproteingehalte schwanken von Variante zu Variante. Am Standort Schörfling sind die geringsten Rohproteingehalte festgestellt worden, hier betragen sie im Durchschnitt nur 298 g/kg TM. In St. Stefan ob Leoben liegt der Mittelwert bei den Rohproteinwerten bei 331 g/kg TM, wobei die Sorte Aurelia geringere Gehalte als die Sorte Gloria aufweist. Damit widersprechen diese Werte jenen der Österreichischen Beschreibenden Sortenliste, welche die umgekehrte Reihenfolge im Rohproteingehalt darstellt. Der aus dem Kornertrag und Rohproteingehalt errechnete Rohproteinertrag zeigt im Wesentlichen dieselbe Tendenz wie der Kornertrag mit Ausnahme der Nullvariante der Sorte Aurelia auf dem Standort Schörfling. Im Hinblick auf die Beobachtungswerte stehen solche nur vom Standort St. Stefan ob Leoben zur Verfügung, welche von der Abteilung Ackerbau der damaligen BAL Gumpenstein erhoben wurden. Sie umfassen den Hülsenansatz pro Pflanze, die Lagerung, die in erster Linie durch Stängelbruchhervorgerufen wurde, die Wuchshöhe und den Befall mit Schokoladefleckenkrankheit. Somit kann man sich von diesem Versuch ein gutes Gesamtbild machen, während von den anderen Standorten keine weiteren Daten vorhanden sind.

Berichtsdokumente/Anlagen


logo Optimierung von Produktionsverfahren bei Ackerbohnen (Vicia faba L.) zur Sicherung der Ertragsstabilität und Qualität des Erntegutes (271.43 kB)
BerichtsautorInnen: Ing. Hermann Waschl, Dr. Andreas Bohner, Ing. Josef Mayrhauser, Barbara Steiner

Publikationen durch ProjektleiterIn


Link http://www.raumberg-gumpenstein.at/c/index.php?option=com_content&view=article&id=2204%3Aeinfluss-der-fruehjahrsbeweidung-auf-den-pflanzenbestand-von-schnittwiesen-umsetzungsprojekt-qbio-gruenlandforschung-und-beratungq&catid=23%3A4forschungsprojekte&Item

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BerichtsautorInnen: Ing. Hermann Waschl, Dr. Andreas Bohner, Ing. Josef Mayrhauser, Barbara Steiner
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