GwStoder


Nummer: 100525
Akronym: GwStoder
Titel (deutsch): Grundwasserneubildungsdynamik im Almökosystem Stoderzinken: Kombinierte Analyse von Infiltrations- und Entwässerungsvorgängen
Projektstart: 23.07.2009
Projektende: 20.09.2010
AuftragnehmerIn: Lehr- und Forschungszentrum Raumberg-Gumpenstein
Projektleitung: Dipl.-Ing. (FH) Dr. Markus Herndl
Finanzierungsstellen: Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft
Wissenschaftszweig: NATURWISSENSCHAFTEN / Hydrologie, Hydrographie / Grundwasserwirtschaft / NATURWISSENSCHAFTEN

Zielsetzung

Das Projekt konkretisiert und erweitert somit wesentliche bei der Einrichtung der Forschungsstation am Stoderzinken definierten Zielsetzungen (vgl. BOHNER et al. 2007), insbesondere:
- Die Beobachtung der jährlichen und jahreszeitlichen Schwankungen der Sickerwassermenge sowie der Niederschlagsereignisse
- Die Abschätzung der jährlichen Grundwasserneubildung sowie die Untersuchung der Dynamik der Grundwasserneubildung und die Zusammenhänge mit der Abflussdynamik im Gebirge
- Die Bereitstellung und Aufbereitung meteorologischer, bodenhydrologischer und bodenkundlicher Primärdaten für die Validierung von Modellen
- Die Bedeutung von Almböden für die Trinkwasserversorgung
- Die Quantifizierung der natürlichen Hintergrundlast (unvermeidbare Nährstoffverluste)

Abschlussbericht


Kurzfassung (deutsch)

Wasser, das aus Karstaquiferen stammt, trägt in Österreich wesentlich zur Trinkwasserversorgung bei. Die Nördlichen Kalkalpen, mit ihren verkarstungsfähigen Gesteinen, steuern dabei einen erheblichen Beitrag sowohl zur regionalen aber auch zur überregionalen Trinkwasserversorgung bei. Im Juli 2005, wurde am Stoderzinken (1830 m Seehöhe) eine Gebirgslysimeterstation errichtet, mit dem Zweck Wasserbilanzparameter und Infilitrationsprozesse für ein repräsentatives Almgebiet in den Nördlichen Kalkalpen quantifizieren zu können. Das Ziel des vorliegenden Projektes war, eine kombinierte Analyse von Infiltrations- und Exfiltrationsvorgängen vorzunehmen, um die Entwässerungscharakteristik des Untersuchungsgebietes Stoderzinken zu erfassen. Dazu wurde in einem ersten Schritt die geologischen und hydrogeologischen Grundlagen der orographischen Einzugsgebiete des Gebietes charakterisiert und an Quellen Schüttung und die physiko-chemische Parameter der Wässer erhoben. In einem zweiten Schritt, wurde an zwei Oberflächengerinnen (Dürenbach und Gröbmingbach), ein Monitoringsystem eingerichtet, das mittels Datenlogger kontinuierlich die Schüttung erfasst. Die Ergebnisse der ersten Untersuchungen weisen darauf hin, dass die Einzugsgebiete in zwei Gruppen eingeteilt werden können: Zur ersten Gruppe gehören die großen Einzugsgebiete (> 10 km²) Gröbmingbach und Gradenbach, zur zweiten Gruppe die Einzugsgebiete Dürenbach und Feisterbach. Die Einzugsgebiete Dürenbach und Feisterbach im südlichen Bereich des Stoderzinken sind durch zahlreiche Quellen mit geringen Schüttungen gekennzeichnet, wobei die Quellen dezentriert über die Einzugsgebiete verteilt sind. Die Einzugsgebiete Gröbmingbach und Gradenbach sich durch Quellen mit höheren Schüttungsmengen, wobei die Lage der Quellen auf wenige Teilgebiete konzentriert sind. Erste Ergebnisse erster hydrochemischer Analysen bestätigen im Wesentlichen die Gruppierung und lassen Abhängigkeiten der Wässer von ihren geologischen Gegebenheiten im Einzugsgebiet erkennen. Zusammengefasst sind in diesem Projekt die Grundlagen für zukünftige Untersuchungen erhoben und ein Monitoringsystem aufgebaut worden, die ein Verständnis der Entwässerungsdynamik des Gebietes Stoderzinken ermöglichen. Die kontinuierliche Fortführung der hydro(geo)logischen, der hydrochemischen, aber auch ergänzender isotopenhydrologischer Untersuchungen sind neben den Untersuchungen am Lysimeterstandort Stoderzinken für ein besseres Verständnis der Infiltrations- und Exfiltrationsvorgänge im Almökosystem Stoderzinken von großer Bedeutung und anzustreben.

Berichtsdokumente/Anlagen


logo Grundwasserneubildungsdynamik im Almökosystem Stoderzinken: Kombinierte Analyse von Infiltrations- und Entwässerungsvorgängen (5229.57 kB)
BerichtsautorInnen: Dr. Markus Herndl, Dr. Gerfried Winkler
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