BEPVET


Nummer: 100336
Akronym: BEPVET
Titel (deutsch): Einführung und Monitoring von BetriebsEnwicklungsPlänen "Tiergesundheit und Wohlbefinden" in österreichischen Bioschweinebetrieben - Subprojekt Ektoparasiten und Virusinfektionen
Projektstart: 01.01.2008
Projektende: 13.07.2011
AuftragnehmerIn: Lehr- und Forschungszentrum Raumberg-Gumpenstein
Projektleitung: Dr. Werner Hagmüller
Finanzierungsstellen: Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft
Wissenschaftszweig: LAND- U. FORSTWIRTSCHAFT, VETERINÄRMEDIZIN / Ackerbau, Pflanzenzucht, Pflanzenschutz / Biologischer Landbau / AGRARWISSENSCHAFTEN, VETERINÄRMEDIZIN

Zielsetzung

Verbesserung von Gesundheit und Wohlbefinden und Reduktion des Tierarzneimitteleinsatzes in der österreichischen Bio-Schweineerzeugung durch
1. Einführung eines betriebsindividuellen dynamischen Beratungs- und Betreuungsinstrumentes (=BetriebsEntwicklungsPlan)
2. Verknüpfung von bereits vorhandenen landwirtschaftlichen und veterinärmedizinischen Beratungs- und Betreuungsleistungen (z.B. Berater-Datenbank Bio Austria, TGD Protokolle, Auswertungen von Ferkelringen und dergleichen)
3. Beurteilung der Effektivität, Akzeptanz und betriebswirtschaftlichen Auswirkungen dieses Instrumentes
4. Räudesanierung und Erhebungen zum PRRS-Status bei Zuchtbetrieben

Bedeutung des Projekts für die Praxis

In der Praxis erfolgt die Sicherstellung der Tiergesundheit in der Nutztierhaltung in erster Linie über die Behandlung kranker Tiere bzw. Tiergruppen durch den Tierarzt. Der Krankheitsprophylaxe kommt nach wie vor ein zu geringer Stellenwert zu. Von Seiten der Konsumenten wird aber erwartet, dass der Einsatz von Tierarzneimitteln so gering wie möglich bleibt. Die EU Bio Verordnung 2092/91 schreibt für biologisch wirtschaftende Betriebe die Sicherstellung der Tiergesundheit durch prophylaktische Maßnahmen (Zucht, Haltung, Fütterung) vor. Weiters werden beim Auftreten von Erkrankungen alternative Behandlungsmethoden (Phytotherapie, Homöopathie) gefordert. Die Etablierung von Tiergesundheitpsplänen könnte einen konkreten Schritt in Richtung optimierter Prophylaxemaßnahmen und Reduzierung von Tierarzneimitteln darstellen. Räudesanierung bringt über mehrere Jahre hinweg eine massive Senkung des Medikamenteneinsatzes, v.a. der für die Umwelt bedenklichen makrozyklischen Laktone (z.B. Ivermectine). Sie verursacht zwar im Jahr der Sanierung höhere Kosten, bringt aber in den Folgejahren sowohl eine deutliche Kostenreduktion als auch verbesserte Leistungen durch Eliminierung der subklinischen Belastung der Tiere durch Räudemilben. Der TGD schätzt die Kosten durch Räude auf jährlich 90-122.- pro Sau und auf etwa 7.- pro Mastschwein.
Haben Sie Fragen? Kontaktieren Sie uns