Mastitis


Nummer: 100044
Akronym: Mastitis
Titel (deutsch): Untersuchungen zur akuten parenchymatösen Euterentzündung mit Intoxikationserscheinungen im Hinblick auf erweiterte therapeutische Maßnahmen
Projektstart: 20.06.2006
Projektende: 15.05.2012
AuftragnehmerIn: Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft, HBLFA Raumberg-Gumpenstein
Projektleitung: Dr. Leopold Podstatzky-Lichtenstein
Finanzierungsstellen: Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft
Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft
Wissenschaftszweig: LAND- U. FORSTWIRTSCHAFT, VETERINÄRMEDIZIN / Veterinärmedizin / Tier-Interne Medizin / AGRARWISSENSCHAFTEN, VETERINÄRMEDIZIN

Zielsetzung

Perakute bis akute parenchymatöse Euterentzündungen erfordern eine rasche und optimale Therapie. Ohne optimaler Therapie erfolgt durch die Intoxikation entweder ein letaler Ausgang oder das Tier überlebt, aber das oder die betroffenen Viertel sind zerstört. Anschließend kann es zu zusätzlichen Komplikationen, wie Labmagenverlagerungen, Ketosen oder auch Leberverfettungen kommen.
Ziel dieses Projektes ist die Erstellung eines klinischen Scores, in Anlehnung an die Erstellung eines klinischen Scores bei Durchfallkälbern (Lorenz, 2004), zur Feststellung des Intoxikationsgrades bei perakuten bis akuten Mastitiden in der Praxis.
Die klinisch veränderten Parameter können so mit dem Intoxikationsgrad und der Schwere der Mastitis verglichen werden. Darauf aufbauend erfolgt die Einleitung einer optimalen Therapie und die Überprüfung der Genesung.
Durch die Gruppeneinteilung wird erhoben, mit welchen Methoden die erkrankte Kuh am schnellsten wieder zu fressen beginnt und eine adäquate Milchleistung erbringen kann, um die Verluste des Landwirtes möglichst zu minimieren.

Bedeutung des Projekts für die Praxis

Euterentzündungen verursachen einerseits durch Totalausfälle, nicht ausgeheilte und/oder subklinische Entzündungen und Folgeerkrankungen, andererseits durch den Medikamenteneinsatz enorme Schäden. Das Projekt soll durch Erstellen eines klinischen Scores Zusammenhänge zwischen dem Intoxikationsgrad, der Schwere der Euterentzündung und dem klinischem Status aufzeigen. Durch Einleiten einer optimalen Therapie sollen die Genesung der Kuh rasch erfolgen und dem Landwirt größere Schäden erspart bleiben.

Abschlussbericht


Kurzfassung (deutsch)

Ziel dieser Studie war es, die zusätzliche Therapie von einer Infusion einer NaCl-Lösung und/oder einem nichsteroidalen Antiphlogistikum zur parenteralen Antibiotikatherapie bei coliformer Mastitis zu untersuchen. 50 Kühe mit typischen Einschlusskriterien wurden in diese Studie genommen. Alle Kühe wurden mit Marbofloxacin (2 mg/kg einmal täglich für 3 Tage) behandelt. Die Kühe wurden auf drei Infusionsgruppen aufgeteilt (keine Infusion, 0.9 % NaCl Infusion, 7.2 % NaCl Infusion). Von jeder Infusionsgruppe wurde die Hälfte der Tiere mit einem nichtsteroidalen Antiphlogistikum (Tolfenaminsäure, 2 mg/kg einmalig) behandelt, die andere Hälfte bekam keine weitere Behandlung. Die klinischen Untersuchungen wurden 0, 12, 24, 48, 72 Stunden und 3 Wochen nach dem Mastitisgeschehen durchgeführt. Zu diesen Zeitpunkten wurden Blutproben für die blutchemische Untersuchung und Milchproben für die bakteriologische Diagnostik genommen. Die Ergebnisse der klinischen Untersuchung wurden am meisten von der verstrichenen Zeit beeinflusst. Signifikante Unterschiede in der Behandlung konnten beim Appetit, der inneren Körpertemperatur, der Euteradspektion und der Euterpalpation nachgewiesen warden. Die Verwendung eines nichtsteroidalen Antiphlogistikums (NSAID) senkte die innere Körpertemperatur während der ersten 12 Stunden und verstärkte die positiven Effekte einer Infusion auf den Appetit. Den größten EInfluss auf die Erholung des Euters hatten die verstrichene Zeit und Infusionen. Bei den Blutparametern konnten keine signifikanten Unterschiede zwischen den Behandlungsgruppen festgestellt werden. TNFa war eher in geringen Mengen nachweisbar, aber bei Haptoglobin und Serumamyloid A konnten, im Vergleich zu gesunden Kühen, erhöhte Werte nachgewiesen werden. Trotzdem waren die Unterschiede zwischen den einzelnen Kühen beträchtlich.

Berichtsdokumente/Anlagen


logo Untersuchungen zur akuten parenchymatösen Euterentzündung mit Intoxikationserscheinungen im Hinblick auf erweiterte therapeutische Maßnahmen (915.39 kB)
BerichtsautorInnen: Podstatzky, L.
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