Kleeschwein


Nummer: 100412
Akronym: Kleeschwein
Titel (deutsch): Bestimmung der Eiweißverdaulichkeit von Kleesilage und Luzernegrünmehl durch Mastschweine
Projektstart: 01.09.2008
Projektende: 31.07.2009
AuftragnehmerIn: Lehr- und Forschungszentrum Raumberg-Gumpenstein
Projektleitung: DI Marcus Urdl
Finanzierungsstellen: Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft
Wissenschaftszweig: LAND- U. FORSTWIRTSCHAFT, VETERINÄRMEDIZIN / Viehzucht, Tierproduktion / Tierernährung / Fütterung / AGRARWISSENSCHAFTEN, VETERINÄRMEDIZIN

Zielsetzung

* Feststellung der Eiweißverdaulichkeit von Kleesilage und Luzernegrünmehl durch Mastschweine
* Untersuchung der Anpassungsfähigkeit des Verdauungstraktes der Mastschweine an die zu prüfenden Futtermittel im Laufe der Mästung

Bedeutung des Projekts für die Praxis

Laut EU-VO 2092/91 dürfen dem Jahr 2012 keine konventionellen Futtermittel auf biologisch wirtschaftenden Betrieben mehr eingesetzt werden. Insbesondere bei Eiweißfuttermitteln besteht eine hohe Abhängigkeit von zugekauften Futtermitteln wie beispielsweise Sojabohnen. Durch den Einsatz von Klee und/oder Luzerne könnten Biobetriebe langfristig Substitute für diese Proteinkomponenten auf den eigenen Flächen produzieren. Neben dem ökologischen Gedanken der Kreislaufwirtschaft kann der betriebswirtschaftliche Vergleich (nach den Praxisversuchen) einen ökonomischen Zusatznutzen für eine Fütterungsvariante ohne bzw. geringerem Zukauf von Eiweißfuttermitteln bedeuten. Klee in der Form von Silage und Luzernegrünmehl könnten als Raufutter zudem einen Beitrag zur Stabilisierung der Darmflora liefern und somit die Tiergesundheit fördern und pathogene Keime hemmen.

Abschlussbericht


Kurzfassung (deutsch)

Aufgrund der stufenweisen Senkung der in der biologischen Landwirtschaft erlaubten Anteile von konventionellen Futtermitteln ist es notwendig, alternative Eiweißquellen für die Mastschweinefütterung zu finden. Kleegrassilage und Luzernegrünmehl haben Potenzial, einen Teil des Kraftfutters in Mastschweinerationen zu ersetzen. Um Rationen mit diesen rohfaserreichen Futtermitteln gestalten und in Praxisversuchen testen zu können, wurden zwei Verdauungsversuche mit 15 Mastschweinen in unterschiedlichen Lebendmasseabschnitten durchgeführt. Im 1. Verdauungsversuch, bei einem Gewicht der Tiere von ca. 30 kg, wurden Rohproteinverdaulichkeiten von 47,5 % für Kleegrassilage und 45,7 % für Luzernegrünmehl ermittelt. Die XP-Verdaulichkeit des Luzernegrünmehls beim 2. Verdauungsversuch, bei einer durchschnittlichen Lebendmasse von 50 kg, wurde mit 34,6 % bestimmt. In der Gruppe mit Kleegrassilage als Prüffutter gab es zu hohe Rückwaagen, die eine Auswertung des 2. Durchganges nicht möglich machten. Für die Berechnung von Rationen für Fütterungsversuche auf Praxisbetrieben kann die in Durchgang I ermittelte Rohproteinverdaulichkeit der Kleegrassilage herangezogen werden. Da die in diesem Versuch bestimmte XP-Verdaulichkeit von Luzernegrünmehl im Bereich der Werte der geltenden DLG-Futterwerttabellen (1991) liegt, wird empfohlen, bei der Berechnung einer Ration diese, auf einer größeren Anzahl von Verdauungsversuchen basierenden Verdauungsquotienten zu verwenden.

Berichtsdokumente/Anlagen


logo Kleeschwein_Eiweißverdaulichkeit (212.7 kB)
BerichtsautorInnen: Urdl M.
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