Actiprot-Ziege


Nummer: 100386
Akronym: Actiprot-Ziege
Titel (deutsch): Optimierung der Proteinversorgung von Milchziegen durch heimische Eiweißfuttermittel aus der Bioenergieerzeugung und durch die Qualität des Grundfutters
Projektstart: 16.06.2008
Projektende: 22.02.2010
AuftragnehmerIn: Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft, HBLFA Raumberg-Gumpenstein
Projektleitung: Hofrat Dr Ferdinand Ringdorfer
Finanzierungsstellen: Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft
Wissenschaftszweig: LAND- U. FORSTWIRTSCHAFT, VETERINÄRMEDIZIN / Viehzucht, Tierproduktion / Tierernährung

Zielsetzung

Die Optimierung der Futterrationen in der Milchziegenfütterung gewinnt zunehmend an Bedeutung. Befriedigende Leistungen und hohe Qualitäten der Produkte Fleisch und Milch sind nur mit gesunden, optimal versorgten Tieren zu erreichen. In bestimmten Leistungsstadien ist für eine bedarfsgerechte Versorgung die Zufütterung von Kraftfutter notwendig. Die Kraftfutterpreise sind in der letzten Zeit stark angestiegen, sodass der Einsatz in der Fütterung wohl überlegt werden muss. Um den Kraftfutteranteil in der Ration möglichst niedrig zu halten, spielt die Grundfutterqualität eine besondere Rolle. Auch die Eiweißkomponenten im Kraftfutter sind oft eine Frage. Unabhängigkeit von Importen aus dem Ausland wird angestrebt. Nach Möglichkeit sollen heimische Eiweißfuttermittel eingesetzt werden. Bei der Bioethanolgewinnung fallen Schlempen als Nebenprodukt an, die in der Fütterung eingesetzt werden können. Die getrocknete Schlempe ist ein eiweißreiches Futtermittel. Als solches ist es sowohl agrarpolitisch (Wertschöpfung im Inland, Reduzierung der Exportabhängigkeit) als auch ernährungsphysiologisch (hoher Proteinwert für Wiederkäuer durch hohe Eiweißbeständigkeit im Pansen) eine sehr interessante Alternative zum „Standardeiweißfutter“ Sojaschrot. In einem Fütterungsversuch mit Milchziegen soll der Einsatz der Trockenschlempe unter Berücksichtigung der Grundfutterqualität während der Aufzucht, Mast und Laktation untersucht werden. Ziel ist es, durch den Einsatz der Schlempe den Sojaanteil in der Kraftfuttermischung zu ersetzen. Ein weiteres Ziel ist, durch den Einsatz von Nebenprodukten den Preis der Kraftfuttermischung zu reduzieren. Zunächst muss aber die Wirkung der Schlempe auf die tierischen Leistungen in verschiedenen Leistungsstadien untersucht werden. Erst wenn es zu keinen Leistungseinbußen bzw. eventuell sogar zu verbesserten Leistungen durch den Einsatz der Schlempe kommt, kann eine Verfütterung an Milchziegen empfohlen werden.
Um genaue Daten über die Nährstoffverwertung zu bekommen wird die ruminale Abbaubarkeit der eingesetzten Schlempe mit Hilfe von in sacco Versuchen bei pansenfistulierten Ochsen festgestellt. Die Verdaulichkeit der Schlempe wird in einem Hammelversuch bestimmt. Die Rohnährstoffe werden im Chemielabor des LFZ ermittelt.

Abschlussbericht


Kurzfassung (deutsch)

In der Bioethanolerzeugung fallen als Nebenprodukt sogenannte Schlempen an, die als Futtermittel eingesetzt werden können. Der Einsatz der Schlempen in der Milchziegenfütterung wurde in einem Fütterungsversuch mit 36 Saanenziegen untersucht. Es wurden 3 verschiedene Kraftfuttermischungen eingesetzt, eine Kontrollgruppe ohne Trockenschlempe (S-0), eine Gruppe mit 50% Trockenschlempenanteil (S-50) und eine Gruppe mit 100% Trockenschlempenanteil (S-100) als Proteinkomponente. Weiters wurden 2 unterschiedliche Heuqualitäten (3-Schnitt- bzw. 4-Schnittwiese) eingesetzt. In der Aufzuchtphase, welche von 21 kg bis 51 kg Lebendgewicht reichte, zeigte sich kein signifikanter Einfluss der Kraftfuttermischung auf tägliche Zunahme (192, 201 und 198 g), tägliche Trockenmasseaufnahme (1,21, 1,19 und 1,21 kg) und Trockenmasseverwertung (6,71, 6,36 und 6,55 kg/kg Zunahme). Signifikant bessere Ergebnisse bei den täglichen Zunahmen (209 bzw. 185 g) sowie bei der Trockenmasseverwertung (6,17 bzw. 6,92 kg/kg Zunahme) wurden durch das 3-Schnitt Heu erreicht. In den ersten 22 Wochen der Laktation konnte bezüglich der Kraftfuttermischung kein Unterschied in der täglichen Futteraufnahme (1,95, 1,86 und 1,88 kg), der täglichen Milchleistung (2,34, 2,17 und 2,24 kg) und der Milchinhaltsstoffe (2,74, 2,86 und 2,79 % Fett und 2,82, 2,91 und 2,84 % Eiweißgehalt) festgestellt werden. Mit 1,5 kg tägliche Heutrockenmasseaufnahme hatte die 4-Schnittgruppe einen signifikant höheren Wert als die 3-Schnittgruppe (1,3 kg TS). Die Trockenschlempe kann in der Fütterung der Milchziegen sowohl in der Aufzucht wie auch in der Laktation den Einsatz des Sojaextraktionsschrotes vollkommen ersetzen.

Berichtsdokumente/Anlagen


logo Abschlussbericht Actiprot - Ziege (1516 kB)
BerichtsautorInnen: Ringdorfer, F., R. Huber

Publikationen durch ProjektleiterIn


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