CNCPS in situ Wiese


Nummer: 100102
Akronym: CNCPS in situ Wiese
Titel (deutsch): Analyse von Grund- und Kraftfutter nach dem Cornell Net Carbohydrate and Protein System und der in-situ–Methode (Teilbereich III: Wiesenfutter)
Projektstart: 20.10.2006
Projektende: 31.12.2007
AuftragnehmerIn: Höhere Bundeslehr- und Forschungsanstalt für Landwirtschaft Raumberg-Gumpenstein
Projektleitung: Univ.-Doz. Dr. Leonhard Gruber
Finanzierungsstellen: Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft
Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft
Wissenschaftszweig: LAND- U. FORSTWIRTSCHAFT, VETERINÄRMEDIZIN / Viehzucht, Tierproduktion / Futtermitteluntersuchung

Zielsetzung

In den neuen Futterbewertungssystemen wird die klassische Weender Analyse in zunehmendem Maß durch weitergehendere Analysen ersetzt. Der Grund liegt vor allem darin, dass die Kohlenhydrate mit der Weender Analyse nicht den verdauungsphysiologischen Gegebenheiten entsprechend beschrieben werden und außerdem die Rohnährstoffe „Rohfaser“ und „N-freie Extraktstoffe“ keinen chemischen Stoffgruppen entsprechen. Eine zutreffendere Auftrennung der Kohlenhydrate geschieht über die sog. Detergenzien-Analyse der Zellwandbestandteile nach van SOEST (NDF, ADF, ADL). Das Cornell Net Carbohydrate and Protein System (CNCPS) unterscheidet 4 Kohlenhydrat- und 5 Protein-Fraktionen. Die Grundlage für die Zuordnung zu den Fraktionen bildet die Abbaugeschwindigkeit der Nährstoffe im Pansen. Eine weitere wichtige Information über den Futterwert ist somit das Ausmaß und die Geschwindigkeit des Nährstoffabbaues im Pansen. Zur Bestimmung dieser Parameter wird seit Jahren die sog. in-situ–Methode herangezogen. In nahezu allen modernen Proteinbewertungssystemen wird mit der in-situ–Methode der Anteil des im Pansen unabgebauten Futterproteins ermittelt. Außerdem wurde eine enge Beziehung zwischen dem Nährstoffabbau im Pansen (ermittelt mit der in-situ–Methode) und der Futteraufnahme nachgewiesen. Daneben erlauben die Abbauraten des Proteins und der Kohlenhydrate auch eine Aussage über die zeitliche Verfügbarkeit (Synchronismus) dieser Nährstoffe für die Pansenmikroben im Tagesverlauf. Im vorliegenden Projekt werden daher die Protein- und Kohlenhydratfraktionen des Cornell-Systems und auch die Abbauraten der Nährstoffe im Pansen mit der in situ-Methode an ausgewählten und für die Produktionsbedingungen im alpenländischen Grünland typischen Wiesenfutterproben untersucht. Dabei werden sehr unterschiedliche Vegetationsstadien, Düngungsstufen und Standorte (botanische Zusammensetzung) herangezogen. Auch der Einfluss der Konservierung wird berücksichtigt (Grün-futter, Silage, Heu. Die Ergebnisse dienen langfristig dem Aufbau einer Futtermitteldatenbank mit den im Projekt beschriebenen „modernen“ Futterwertparametern.

Abschlussbericht


Kurzfassung (deutsch)

In den Grünlandregionen des Alpenraums nimmt die Milcherzeugung aus dem Grundfutter einen hohen Stellenwert ein. Für die Grundfutterqualität ist neben der Energiekonzentration der Gehalt an nutzbarem Rohprotein (nXP) ein wichtiger Parameter zur Beurteilung des Futterwertes. 78 Grünlandproben aus Frischgras und zwei Konservaten (Grassilage, Heu) mit drei Nutzungsintensitäten (N2/N3/N4; 2, 3, 4 Schnitte) und Düngungsstufen (80/120/240 kg N/ha/Jahr) wurden im modifizier-ten Hohenheimer Futterwerttest nach der Methode von Steingaß et al. (2001) einer Inkubation über 8 und 48 h mit anschließender NH3-Destillation unterzogen. Das effektive nXP wurde für die Passageraten (PR) 2, 4, 5, 6 und 8 %/h ermittelt. Da die N-Düngungsstufen keine signifikanten Auswirkungen auf die nXP-Gehalte aufwiesen, werden sie in folgender Tabelle nicht dargestellt. Tab. 1: nXP-Gehalt in Abhängigkeit von Konservierung und Nutzungsintensität XP g/kg TM NEL MJ/kg TM nXP (g/kg TM) bei Passagerate 2% 4% 5% 6% 8%/h Grünfutter N2 121a 5,0a 130a 144a 149a 152a 157a N3 149b 5,6b 125a 150ab 158ab 165ab 177ab N4 177c 6,1c 130a 161b 171b 180b 192b Grassilage N2 126a 4,3a 110a 118a 121a 123a 126a N3 154b 4,6a 128b 140b 144b 148b 153b N4 199c 5,5b 138b 161c 169c 175c 185c Heu N2 98a 4,6a 89a 122ab 133ab 142ab 155ab N3 127b 5,4b 96a 121a 129a 135a 145b N4 157c 5,8c 98a 135b 146b 156b 171b Das Grünfutter erreichte mit Ausnahme von 2% PR die höchsten nXP-Gehalte, gefolgt von Grassilage und Heu. Das schlechte Abschneiden der Grassilage dürfte auf einen unbefriedigenden Silierprozess im Laborsilo zurückzuführen sein, da auch die Energiedichte mit 4,3 bis 5,5 MJ NEL deutlich herabgesetzt ist. Mit zunehmender Nutzungsintensität ab einer PR von 4%/h erhöhten sich die nXP-Gehalte signifikant, wobei die Unterschiede bei höheren Passageraten stärker ausfielen.

Berichtsdokumente/Anlagen


logo Einfluss von Nutzungshäufigkeit und Düngung auf den Futterwert von Wiesenfutter bestimmt nach dem Cornell-System und der in situ-Methode (34.73 kB)
BerichtsautorInnen: P. Leberl, L. Gruber, H. Steingass
logo Abbau der Trockenmasse von Wiesenfutter in situ in Abhängigkeit von Vegetationsstadium und Aufwuchs (220.23 kB)
BerichtsautorInnen:
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