Systemvergleich


Nummer: 100107
Akronym: Systemvergleich
Titel (deutsch): Systemvergleich Kurzrasenweide - Koppelweide
Projektstart: 20.10.2006
Projektende: 18.06.2008
AuftragnehmerIn: Höhere Bundeslehr- und Forschungsanstalt für Landwirtschaft Raumberg-Gumpenstein
Projektleitung: Hans Häusler
Finanzierungsstellen: Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft
Wissenschaftszweig: LAND- U. FORSTWIRTSCHAFT, VETERINÄRMEDIZIN / Viehzucht, Tierproduktion

Zielsetzung

In einem Versuch mit 20 Jungkalbinnen soll die Eignung von Intensivweiden für die Kalbinnenaufzucht untersucht werden. Jeweils 10 Tiere werden auf Kurzrasen- bzw. Koppelweide gehalten und somit diese beiden Systeme hinsichtlich ihrer Ertragsleistung verglichen. Daneben werden wertvolle Erfahrungen für das Weidemanagement gesammelt.

Abschlussbericht


Kurzfassung (deutsch)

Im Jahr 2006 wurde am LFZ Raumberg-Gumpenstein in einem Versuch mit 20 Jungkalbinnen ein Weideversuch mit zwei unterschiedlichen Weidesystemen durchgeführt. Neben dem Vergleich dieser beiden Systeme und der Erhebung des jeweiligen Flächenbedarfs wurde auch die Eignung von Intensivweiden für die Kalbinnenaufzucht untersucht. Darüber hinaus konnten wertvolle Erfahrungen zur Weideführung gewonnen werden. Die Tiere erhielten – mit Ausnahme der Mineralstoff- und Salzversorgung – ausschließlich Weidefutter. Bei der Futtervorgabe wurde darauf geachtet, die Futteraufnahme nicht zu limitieren. Zu Versuchsbeginn wurde den Tieren der Kurzrasenweidegruppe eine Fläche von 1.500 m² pro GVE (Großvieheinheit = 500 kg Lebendgewicht) zugeteilt. Für die Tiere der Koppelweidegruppe wurden 4 Koppeln, jeweils mit einer Weidefläche von ca. 400 m² je GVE, einkalkuliert. Bedingt durch die Zuwachsleistungen der Kalbinnen sank jedoch die Weidefläche je Koppel im Saisonverlauf bis auf 300 m² je GVE, d. h. die Koppeln hätten laufend vergrößert werden müssen, in unserem Fall verringerte sich die Weidezeit pro Koppel. Um kein System zu benachteiligen, wurde in beiden Varianten eine etwa gleich große Weidefläche vorgegeben. Im Versuchszeitraum lag der Flächenbedarf in den beiden Gruppen zwischen 1.515 (Kurzrasenweide = KU) bzw. 1.599 m² je GVE (Koppelweide = KO) Ende Juni und 3.003 (KU) bzw. 2.917 m² je GVE (KO) Anfang Oktober. Er ist somit etwas niedriger als der für Milchkühe, die in diesem Zeitraum zwischen 2.500 und etwa 6.000 m² benötigen (1 Kuh = ca. 1,2 GVE). Aus dem ermittelten Flächenbedarf konnte eine Besatzstärke von 6,6 (KU) bzw. 6,3 (KO) und 3,3 (KU) bzw. 3,4 GVE pro ha (KO) ermittelt werden. Die Aufwuchshöhe wurde mittels eines Aufwuchshöhenmessgerätes (Filip´s Folding Plate Pasture Meter) ermittelt. Die optimale Aufwuchshöhe bei der Kurzrasenweide lag zwischen 3 und 4 cm, Werte unter 3 verminderten die Zuwachsleistung und die Fläche musste vergrößert werden. Bei der Koppelweide lag die optimale Aufwuchshöhe bei 8 – 10 cm, eine geringere Aufwuchshöhe verringerte – wie bereits oben erwähnt – die Weidezeit pro Koppel auf bis zu 2 Tage. Die Tiere wurden alle 2 Wochen gewogen und daraus die Zuwachsleistungen errechnet. Sie wiesen ein hohes Niveau auf, wobei tendenziell die Zunahmen in der Koppelweidegruppe mit 1.013 g pro Tage etwas höher lagen als bei der Kurzrasenweide mit 923 g pro Tag. Diese etwas höheren Tageszunahmen konnten vor allem ab etwa Ende August ermittelt werden, bis zu diesem Zeitpunkt waren sie bei der Kurzrasenweide etwas höher. Es konnten jedoch keine signifikanten Unterschiede festgestellt werden. Bei jeder Wiegung wurde die Körperkondition der Tiere erhoben, Unterschiede konnten hier allerdings nur zwischen den Rassen festgestellt werden. So wiesen die Fleckviehkalbinnen durchschnittlich eine Körperkondition von etwa 3,4 Punkten auf, während die Holstein-Kalbinnen nur 2,9 erreichten. In keiner der beiden Gruppen konnten Parasiten nachgewiesen werden und die Kotkonsistenz war in beiden Gruppen breiig bis dünnbreiig. Wie aus dem vorliegenden Versuch zu ersehen ist, können mit den beiden Weidesystemen Kurzrasenweide bzw. Koppelweide sehr hohe Leistungen – in diesem Fall Zuwachsleistungen – erzielt werden. Bei optimalem Weidemanagement konnten zwischen den beiden Systemen keine signifikanten Unterschiede gefunden werden. Während die Kurzrasenweide etwas höhere Ansprüche an die Weiden und das Weidemanagement stellt, wird für die Koppelweide mehr Zaunmaterial benötigt. Ungeachtet dessen sind beide Systeme sehr gut für die intensive Kalbinnenaufzucht geeignet.

Berichtsdokumente/Anlagen


logo Systemvergleich Kurzrasenweide - Koppelweide (328.23 kB)
BerichtsautorInnen: Johann Häusler, Dr. Margit Velik, Ing. Reinhard Resch, Dr. Andreas Steinwídder, Dr. Johann Gasteiner, Daniel Eingang
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