GwSchnee


Nummer: 100566
Akronym: GwSchnee
Titel (deutsch): Einfluss von Schneeakkumulation und –schmelze auf die Grundwasserneubildung am Gebirgsstandort Stoderzinken.
Projektstart: 01.01.2010
Projektende: 05.09.2011
AuftragnehmerIn: Lehr- und Forschungszentrum Raumberg-Gumpenstein
Projektleitung: Dipl.-Ing. (FH) Dr. Markus Herndl
Finanzierungsstellen: Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft
Wissenschaftszweig: NATURWISSENSCHAFTEN / Hydrologie, Hydrographie / Grundwasserwirtschaft / NATURWISSENSCHAFTEN

Zielsetzung

Das Forschungsprojekt ergänzt und erweitert das bereits laufende Projekt zur Analyse von Grundwasserneubildungsdynamik im Almökosystem Stoderzinken und verfolgt im Wesentlichen folgende Ziele:
> Den Einfluss von Klimaelementen auf Schneeakkumulation und –schmelze am Versuchsstandort zu untersuchen und zu quantifizieren
> Die Schneehöhe bzw. das Schneewasseräquivalent mit Schneekissen und ETH-Rohr zu messen
> Eine Methode zu entwickeln, die es erlaubt am Lysimeter das Schneewasseräquivalent zu messen
> Den Vergleich von technischen Messmethoden mit Modellierungsergebnissen
> Den Anteil des Schneeschmelzwassers auf die Grundwasserneubildung am Standort zu bestimmen
> Die erhobenen Daten für den hydrografischen Dienst, Lawinenwarndienst und andere Forschungseinrichtungen bereitzustellen

Bedeutung des Projekts für die Praxis

Kenntnisse über Prozesse die Schneeakkumulation und Schneeschmelze betreffen spielen nicht nur hinsichtlich Klima und Klimawandel eine Rolle, sondern sind eine wichtige Voraussetzung für den Tourismus, die Wasserwirtschaft, die Hydroenergie, die Landwirtschaft und das Verkehrswesen. Die Erhebung von Schneeparametern ist wichtig, um Aussagen über vergangene und zukünftige regionale Trends diesbezüglich zu machen. Wenn Schnee schmilzt hat er den größten Effekt, da Schmelzwässer negative Folgen wie etwa Hochwasser und Überschwemmungen bewirken können. Andererseits wird Wasserkraft, Bewässerung und Trinkwasser und zunehmend auch Wasser für die Beschneiung von Pisten benötigt. In allen Fällen sind Kenntnisse wie viel Wasser die Schneedecke enthält und wann sie wie viel Wasser frei gibt hilfreich. Weiters können die Daten für Institutionen wie dem Hydrografischen Dienst, dem forsttechnischen Dienst für Wildbach und Lawinenverbauung und dem Lawinenwarndienst von Nutzen sein.

Abschlussbericht


Kurzfassung (deutsch)

Die Kenntnis wie viel Wassermenge in einer Schneedecke gebunden ist (Schneewasseräquivalent), wird vorwiegend zur Vorhersage des Lawinen- und Hochwassergefahrenpotentials herangezogen. Diese Kenngröße, kann zusammen mit Auskünften über Relief, Windverfrachtung wichtige Informationen hinsichtlich Einfluss von Schneeakkumulation und –schmelze auf die Grundwasserneubildung liefern. Ergebnisse aus früheren Untersuchungen zeigen im Untersuchungsgebiet an der Westseite des Stoderzinkens (1830 m) eine doch recht beträchtliche Diskrepanz zwischen Niederschlägen im Herbst und Winter und den anfallenden Sickerwassermengen. Es konnte bisher auf diesem Standort keine Beziehung zwischen Winterniederschlägen, Schneewasseräquivalent und Schmelzwasser bzw. Grundwasserneubildung während der Schmelzperiode hergestellt werden. In der vorliegenden Studie soll durch Messungen auf einem Schneekissen auf einem Lysimeter und durch computergestützte Modellierung ein verbessertes Verständnis von Schneeakkumulation und -schmelzprozessen hergestellt werden. Die Ergebnisse zeigen, dass das Niederschlagsmesssystem „Pluvio“ vergleichsweise reproduzierbarere Niederschlagsmesswerte als das System „Parsivel“ liefert und daher für die weiteren Analysen über Schneeakkumulation und –schmelze herangezogen wurde. In der Gegenüberstellung der Resultate mit Modellierungsergebnissen, weist aber auch das System „Pluvio“ eine Unterschätzung des Niederschlages im Vergleich mit gemessenen Werten auf. Ergebnisse hinsichtlich lateraler Umverlagerung von Schnee und Schneeschmelzwasser, stellen Relief und Wind als starke Einflussgrößen dar. Das Schneewasseräquivalent am Untersuchungsstandort wurde durch mehrere Messmethoden ermittelt. Im parallelen Vergleich von Stechzylinder, Schneekissen und Computermodel zeigt sich, dass sowohl Schneehöhe als auch Schneewasseräquivalent deutlich voneinander abweichen. Diese Tatsache ist ein erneuter Hinweis, dass Schneedrift und Relief eine wichtige Rolle bei der Abschätzung von Schneehöhe und Schneewasseräquivalent sind. Um die Umverlagerung von Schneeschmelzwasser testen zu können, wurde ein Tracer-Versuch mit Lebensmittelfarbe durchgeführt. Das Ergebnis dieses Versuches weist eine klare laterale Verlagerung von Schneeschmelzwasser in der Abschmelzphase auf einer „Harschschicht“ aus. Zusammenfassend kann gesagt werden, dass die Einflussgrößen auf die Diskrepanz zwischen Niederschlägen im Winter und den anfallenden Sickerwassermengen durch diese Studie bekannt und teilweise quantifiziert wurden. Nichts desto trotz, bedarf es weiterer Untersuchungen die diese Ergebnisse erhärten und die Einflussgrößen weiter quantifizieren.

Berichtsdokumente/Anlagen


logo Einfluss von Schneeakkumulation und –schmelze auf die Grundwasserneubildung am Gebirgsstandort Stoderzinken (1240.81 kB)
BerichtsautorInnen: Dr. Markus Herndl
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