Nummer: 1262
Akronym:
Titel (deutsch): Untersuchungen über die Verbreitung des Scharka-Virus (PPV) und von Phytoplasmen bei Marille und anderen Steinobstarten im Jahre 2001 in Österreich
Projektstart: 19.12.2001
Projektende: 19.07.2006
AuftragnehmerIn: Universität für Bodenkultur Wien - Department Angewandte Pflanzenwissenschaften und Pflanzenbiotechnologie Institut für Pflanzenschutz (IPS)
Projektleitung: Univ.-Prof. Dipl.-Ing. Dr. Johann Glauninger
Finanzierungsstellen: Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft
Wissenschaftszweig:

Zielsetzung

Das Scharkavirus (Plum Pox Potyvirus, PPV) verursacht bei verschiedenen Steinobstarten, wie z.B. Marille, Zwetschke und Pfirsich, große quantitative und qualitative Ertragsverluste. Bei Marille ist zudem seit relativ kurzer Zeit auch in Österreich das Chlorotische Blattrollen, eine gefährliche Phytoplasmenerkrankung, bekannt. Mit dem vorliegenden Forschungsprojekt soll die Verbreitung/Bedeutung beider Krankheiten bzw. Krankheitskomplexe in den wichtigsten Steinobstproduktionsgebieten erfasst werden. Die mit der Probennahme gekoppelten Erhebungen sollen zusätzlich wichtige Hinweise auf Alter der Bäume, Unterlagen, Sorten, Auswirkungen der Krankheiten usw. bringen.
Für das Scharka- und Phytoplasmenmonitoring wurden 4 regionale Gebiete festgelegt (in Klammer der jeweilige Kulturartenschwerpunkt)
Wachau (Marille)
Weinviertel (Marille)
Raum um Kittsee (Marille)
Südoststeiermark (Pfirsich, Zwetschke)
Für den Scharkanachweis wurde als Standard die ELISA-Methode gewählt. Eine geringere Anzahl von Proben wird parallel zusätzlich mit PCR und mit einem im Versuchsstadium befindlichen Schnelltest (auf serologischer Basis) untersucht.

Abschlussbericht


Kurzfassung (deutsch)

Im Jahre 2001 wurden in den 4 wichtigsten Steinobstregionen Österreichs Untersuchungen über die Verbreitung der Scharka-Krankheit (Plum Pox Virus, PPV) und der Europäischen Steinobstvergilbung (European Stone Fruit Yellows, ESFY) durchgeführt. Im Mittelpunkt der Obstarten stand bei beiden Erregern die Marille (Prunus armeniaca). Auf Scharka-Befall wurden zusätzlich die Zwetschke (P. domestica), der Pfirsich (P. persica) sowie weitere Vertreter der Gattung Prunus geprüft. Die Testung auf Europäische Steinobstvergilbung umfasste neben Marille eine kleinere Anzahl von Pfirsichbäumen. Der Probenumfang betrug insgesamt bei Scharka 2466 Gehölze, bei der Europäischen Steinobstvergilbung 551 Gehölze. Als Nachweismethoden wurden für das Scharka-Virus das ELISA- und PCR-Verfahren sowie ein Pocket-Schnelltest verwendet, für den ESFY-Erreger das PCR-Verfahren. Betreffend Scharka waren bei Marille von 1747 zufällig verteilten Proben nur 2 Gehölze scharkapositiv (= 0,11 %). Beide Proben stammten von 1 Betrieb (1 Betrieb von 86 beprobten = ca. 1,2 %) und betrafen die Sorten Bergeron und Ungarische Beste. Bei der Untersuchung von Sonderstandorten erwies sich ein weiterer Marillenbaum als scharkapositiv. Von Zwetschke wurden insgesamt 406 Proben auf das Scharka-Virus untersucht, von denen 7 scharkapositiv waren (= 1,72 %). Diese positiven Proben gehörten zu den Sorten Cacak’s Schöne und Elena. Bei einer Beprobung auf Verdacht erwiesen sich weitere 2 Zwetschkenbäume als Scharka-Träger. Die Untersuchung von 163 Pfirsichproben erbrachte 6 scharkapositive Gehölze, das entspricht ca. 3,7 %. Alle positiven Proben waren der Sorte Redhaven zuzuordnen. Von den in 7 Gebieten Niederösterreichs gezogenen Proben verschiedener Wildgehölze der Gattung Prunus erwiesen sich 5 Proben aus 1 Gebiet als scharkapositiv. Die Untersuchungen auf Europäische Steinobstvergilbung umfassten insgesamt 551 Gehölze, wobei auf Marille 453 und auf Pfirsich 98 Bäume entfielen. Von den 453 beprobten Marillenbäumen wiesen 34 ESFY auf, das ergibt eine Befallshäufigkeit von 7,51 %. Betroffen waren alle 4 Regionen. Bei Pfirsich wurde erstmals in Österreich der Erreger der Europäischen Steinobstvergilbung nachgewiesen. 12 der 98 beprobten Bäume waren ESFY-positiv, das sind 12,24 %. Zusätzlich wurden im Freiland zahlreiche Faktoren in den Obstanlagen erhoben, um eventuell Hinweise bzw. Erklärungen für das Auftreten beider Erreger zu bekommen. Sowohl bei der Scharka-Krankheit wie bei der Europäischen Steinobstvergilbung werden mögliche Gegenmaßnahmen diskutiert.

Berichtsdokumente/Anlagen


logo 1262_Scharkavirus.pdf (1064.17 kB)
BerichtsautorInnen: Univ.-Prof. Dipl.-Ing. Dr. Johann Glauninger, Univ.-Prof. Dipl.-Ing. Dr. Karl Pieber, Univ.-Prof. Dipl.-Ing. Dr. Helmut Redl
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