GülleMulch


Nummer: 100547
Akronym: GülleMulch
Titel (deutsch): Optimierung der Gülledüngung auf Wiesen durch Einbringung zusätzlicher organischer Materialien
Projektstart: 01.09.2009
Projektende: 01.10.2015
AuftragnehmerIn: Lehr- und Forschungszentrum Raumberg-Gumpenstein
Projektleitung: DI Walter Starz
Finanzierungsstellen: Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft
Wissenschaftszweig: LAND- U. FORSTWIRTSCHAFT, VETERINÄRMEDIZIN / Ackerbau, Pflanzenzucht, Pflanzenschutz / Biologischer Landbau / Pflanzenproduktion / AGRARWISSENSCHAFTEN, VETERINÄRMEDIZIN

Zielsetzung

Da Gülle nicht diese Mengen an organischen Kohlenstoffquellen in das Grünlandsystem bringt wie der Festmist, stellt sie für die Biologische Landwirtschaft nicht den optimalen Dünger dar. Das Düngerkonzept in der Biologischen Landwirtschaft ist nicht darauf aufgebaut die Pflanze direkt mit Stoffen zu ernähren sondern die Düngerstoffe sollen das Futter für die Bodenlebewesen darstellen. Diese bauen die organischen Stoffe um und ab und machen diese damit den Pflanzen verfügbar.
Im Rahmen dieser Untersuchung soll eine kostengünstige Kohlenstoffquelle (Grasmulch) am Grünlandbetrieb getestet werden. Zu diesem Zweck wird der letzte Biomasseaufwuchs im Vegetationsjahr gemulcht und auf der Fläche belassen. Üblicherweise wird der letzte Aufwuchs als Herbstweide genutzt, die auf dieser Fläche entfällt. Zusätzlich zum Mulchen werden zwei unterschiedliche Güllequalitäten eingesetzt. Einmal unbehandelte Rindergülle und einmal mit Diabas-Steinmehl behandelte Rindergülle.

Arbeitshypothese 1: Durch das Mulchen von Dauergrünlandbeständen werden auf Güllebetrieben zusätzliche organische Düngermittel eingebracht, die eine Förderung der Bodenlebewesen bewirken und somit die Grünland-Ertragslage im Folgejahr verbessern.
Arbeitshypothese 2: Eine zusätzliche Einbringung von organischen Düngerstoffen auf Güllebetrieben führt zu einer Veränderung des Grünland-Pflanzenbestandes.
Arbeitshypothese 3: Die Mulchung des letzten Grünlandaufwuchses auf einer Schnittwiese rechnet sich ökonomisch aufgrund der stabilen Grasnarbe und des Ertrages.

Folgende Fragen sollen untersucht werden:
•Hat sich die Bodenzusammensetzung im Vergleich zum Ausgangszustand verändert?
•Unterscheiden sich die Pflanzenbestände der einzelnen Varianten nach der Projektlaufzeit?
•Verändern sich in den Versuchsjahren die Erträge bei den einzelnen Varianten?
•Sind die überprüften Varianten auf einem Güllebetrieb umsetzbar?
•Ist der Einsatz der überprüften Mittel und Methoden ökonomisch sinnvoll?

Bedeutung des Projekts für die Praxis

Das Güllesystem ist in der Biologischen Grünlandbewirtschaftung ein verbreitetes Düngersystem. Wenn durch Grasmulch eine positive Beeinflussung des Pflanzenbestandes und des Biomassertrages sich aufzeigt, stünde ein kostengünstiger und leicht verfügbarer Dünger am Grünlandbetrieb zur Verfügung.
Bodenaufbau und Düngeraufbereitung sind die Kernelemente der Biologischen Landwirtschaft. Dieser Versuch soll dazu beitragen das System noch weiter zu verbessern.

Abschlussbericht


Kurzfassung (deutsch)

Im Rahmen dieses Versuches wurde die Auswirkung von Grasmulch auf den Bestand und den Ertrag einer Dauerwiese untersucht. Ziel war es, den Eintrag von organischer Substanz bei reiner Gülledüngung zu verbessern. Dabei wurde in einem Verfahren der letzte Aufwuchs (4. Aufwuchs) gemäht und als gehäckseltes Mulchmaterial wieder auf den Parzellen ausgebracht. Bei den übrigen Parzellen wurde der 4. Aufwuchs gemäht und abgeführt. Alle Parzellen wurden zu vier Terminen mit Gülle gedüngt, wobei eine Jahresmenge von 100 kg Stickstoff je ha angewendet wurde. Sowohl im Mengenertrag als auch im Energie- und Rohproteinertrag erreichten die gemulchten Varianten (9.590 kg TM/ha, 56.717 MJ NEL/ha und 1.387 kg XP/ha) signifikant geringere Werte als die viermal geschnittenen Varianten (11.174 kg TM/ha, 66.383 MJ NEL/ha und 1.658 kg XP/ha). Obwohl über das Mulchmaterial zusätzlich 45 kg N/ha zugeführt wurden, konnte der Ertrag nicht gesteigert werden. Die Behandlung der Gülle mit Steinmehl zeigte keinen Einfluss auf die untersuchten Parameter.

Berichtsdokumente/Anlagen


logo Abschlussbericht_BioGülleMulch (644.75 kB)
BerichtsautorInnen: Starz, W., Pfister, R. und Rohrer, H.

Publikationen durch ProjektleiterIn


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