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Bereitgestellt durch das Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft
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Nummer100188
AkronymBEP BioSchwein
Titel (deutsch)Einführung und Monitoring von 'BetriebsEntwicklungsPlänen (BEP) Tiergesundheit und Wohlbefinden' in österreichischen Bioschweinebetrieben
Titel (englisch)Implementation and Monitoring of Health and Welfare Plans in Austrian Organic Pig Farms
Projektstart20.12.2007
Projektende07.10.2010
AuftragnehmerInUniversität für Bodenkultur Wien
WissenschaftlicheR ProjektleiterInProf. Dr. DI Christoph Winckler
FinanzierungsstellenBundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft
Bio Austria
Bundesministerium für Gesundheit, Familie und Jugend, Sektion IV, Bereich B
ZielstellungVerbesserung von Gesundheit und Wohlbefinden und Reduktion des Tierarzneimitteleinsatzes in der österreichischen Bio-Schweineerzeugung als Teil eines Qualitätssicherungssystems durch
1. Einführung eines betriebsindividuellen dynamischen Beratungs- und Betreuungsinstrumentes (=BetriebsEntwicklungsPlan)
2. Verknüpfung von bereits vorhandenen landwirtschaftlichen und veterinärmedizinischen Beratungs- und Betreuungsleistungen (z.B. Berater-Datenbank Bio Austria)
3. Beurteilung der Effektivität, Akzeptanz und betriebswirtschaftlichen Auswirkungen dieses Instrumentes
WissenschaftszweigLAND- U. FORSTWIRTSCHAFT, VETERINÄRMEDIZIN / Viehzucht, Tierproduktion / Tierhaltung
Abschlussbericht
Kurzfassung (deutsch)
Das Forschungsprojektes „Einführung und Monitoring von 'BetriebsEntwicklungsPlänen (BEP) Tiergesundheit und Wohlbefinden' in österreichischen Bioschweinebetrieben wurde am Institut für Nutztierwissenschaften der Universität für Bodenkultur gemeinsam mit den Projektpartnern BioAustria sowie in Kooperation mit LFZ-Gumpenstein (Subprojekt „BEPVET“) durchgeführt. Dabei wurde das Ziel verfolgt, durch Einführung des Konzeptes der Betriebsentwicklungspläne zur Verbesserung von Gesundheit und Wohlbefinden und zur Reduktion des Tierarzneimitteleinsatzes als Teil eines Qualitätssicherungssystems beizutragen. Gleichzeitig sollten die Effektivität, Akzeptanz und betriebswirtschaftlichen Auswirkungen dieses Instrumentes überprüft werden und bereits vorhandene Beratungs- und Betreuungsleistungen (z.B. TGD, Berater-Datenbank BioAustria) eingebunden werden.
Dazu wurde auf insgesamt 60 marktrelevanten Betrieben (20 Ferkelerzeugung, 20 kombinierte Betriebe, 20 Schweinemast) anhand von Checklisten bestehende Management- und Fütterungsstrategien erhoben, eine Stichprobe der Schweine beobachtet und untersucht, sowie das Haltungssystem vermessen. Die Ergebnisse wurden in Form eines gedruckten Dokuments zusammengefasst, wobei die am Tier erhobenen Parameter und Behandlungsinzidenzen in Form von „Benchmarking“, also im Vergleich zu den Werten der anderen Betriebe integriert wurden. Darauf basierend wurden im Implementierungsgespräch vom Betrieb Ziele (im Mittel 2,8 Ziele/Betrieb) und Maßnahmen (1,2 Maßnahmen/Ziel) festgelegt. Die Ziele lassen sich den Kategorien Gesundheit (107x), Leistung (27x), Fütterung (23x) und Haltung (12x) zuordnen. Im Verlauf des Projektes wurde jeweils ein weiterer Betriebsbesuch durchgeführt und nach einem Jahr erneut die Situation erhoben (gesamt 3,9 Besuche/Betrieb). Dies wurde zum einen zur Erfolgskontrolle des Projektes, aber auch zur Effektivitätskontrolle der gesetzten Maßnahmen am Betrieb und zur Erneuerung des Tiergesundheitsplanes verwendet.
Der Grad der Umsetzung der Maßnahmen wurde erhoben und das Erreichen der Ziele betriebsindividuell anhand im Vorhinein festgelegter Parameter evaluiert. Der Grad der Umsetzung der Maßnahmen war dabei signifikant positiv mit dem Erreichungsgrad der betriebsindividuellen Ziele korreliert. Über alle Betriebe hinweg betrachtet, konnten einige relevante Bereiche verbessert werden. Dies betrifft die Prävalenzen unterkonditionierter tragender und säugender Sauen, Liegeschwielen bei tragenden Sauen, Scheidenausfluss bei säugenden Sauen und der Anteil von Buchten mit Atemproblemen bei Absetzferkeln. Gleichzeitig verschlechterte sich nur geringfügig der Anteil an Saugferkeln mit blasser Hautfarbe, alle anderen Parameter blieben weitgehend unverändert. Betriebe mit dem Ziel, Verbesserung der Schwanzverletzungen zu erreichen, hatten eine signifikant stärkere Veränderung als die anderen Betriebe. Der Medikamenteneinsatz blieb insgesamt gleich, nur die Behandlung von Lahmheit bei Sauen stieg an und sank bei Streptokokkenerkrankungen von Saugferkeln. Die Auswirkungen auf Leistungsdaten und ökonomische Kennzahlen waren zwar nicht signifikant, es wurden aber 0,7 Ferkel/Sau/Jahr mehr verkauft.
Die Akzeptanz des Beratungsinstruments durch die Landwirtinnen und Landwirte war in hohem Maße gegeben; insbesondere wurde das strategische Vorgehen als wichtig erachtet. 'BEP‘ kann damit als innovatives und praxistaugliches Beratungs- und Betreuungsinstrument angesehen werden, dessen Umsetzung in verschieden Bereichen (TGD, Erzeugerverbände, Arbeitskreise etc.) denkbar ist.
Kurzfassung (englisch)
The research project „Implementation and monitoring of farm-development-plans“ (BEP) animal health and welfare“ in Austrian organic pig farms was carried out at the Division of Livestock Sciences at the University of Natural Resources and Life Sciences in cooperation with BioAustria and LFZ-Raumberg-Gumpenstein (Subproject „BEPVET“). The aim was to improve health and welfare whilst reducing medicine use in Austrian organic pig farming as part of quality assurance. At the same time efficiency, acceptance and economic impact of this instrument were evaluated and existing advisory systems were integrated (e.g. Animal health service/TGD, database for advisors of BioAustria).
On 60 farms of relevant size (20 breeders, 20 breeding to finishing, 20 finishers) management and feeding strategies and housing were assessed using checklists and a representative sample of pigs were observed and assessed.
The results were summarised as a printed document, integrating the animal based assessments and treatment incidences as “benchmarking”, comparing the results to other participating farms. Based on this goals (mean 2,8 goals/farm) and measures (mean 1,2/farms) to achieve those were laid down during a process of implementation. The goals can be categorized as health (107x), productivity (27x), feeding (23x) and housing (12x). During the project a further visit was carried out and after one year a final assessment took place (total 3,9 visits/farm). This aimed at efficiency control of the project, but also at the evaluation of implementation of measures on farm as well as updating of the health plans.
The degree of implementation of single measures was assessed and the achievement of goals was evaluated using predefined parameters. Degree of implementation was significantly correlated with the success regarding individual goals. Overall some important parameters improved: poor body condition in pregnant and lactating sows, callosities in pregnant sows, vulvar discharge and respiratory symptoms in weaned piglets. At the same time only the prevalence of pale suckling piglets increased, whilst all other parameters remained unchanged.
Farms aiming at reduction of tail biting had a significantly higher reduction of tail lesions than the other farms. Apart from an increase in treatment of lameness in sows and less treatments of streptococcal disease in suckling piglets, medicine use remained unchanged. Economic parameters were not significantly affected, however number of sold piglets/sow/year increased by 0.7. Farmers highly agreed with the tool, specifically with the strategic approach. 'BEP‘ can be regarded as an innovative and practical advisory and management tool, which can be applied by various stakeholder such as Animal Health Service (TGD), (organic) farming associations or farmer groups.
Berichtsdokumente/Anlagen
BerichtsautorInnen: Christine Leeb; Florian Bernardi; Christoph Winckler
Download Endversion "Einführung und Monitoring von 'BetriebsEntwicklungsPlänen (BEP) Tiergesundheit und Wohlbefinden' in österreichischen Bioschweinebetrieben" (2175.09 kB)