Biomais


Nummer: 100111
Akronym: Biomais
Titel (deutsch): Möglichkeiten des Maisanbaues im Biolandbau im Feuchtgebiet
Projektstart: 01.05.2006
Projektende: 31.12.2009
AuftragnehmerIn: HBLFA Raumberg-Gumpenstein
Projektleitung: Dipl. Ing. Waltraud Hein
Finanzierungsstellen: Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft
Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft
Wissenschaftszweig:

Zielsetzung

Nachdem der Maisanbau auch in biologischer Wirtschaftsweise im Feuchtgebiet eine wichtige Kulturpflanze darstellt, besteht durchaus großes Interesse an verschiedenen Möglichkeiten brauchbarer Untersaaten anstelle von Hackarbeit. Gerade in den Frühlingsmonaten Mai und Juni, in denen die Hackarbeit auf dem Acker verrichtet werden soll, regnet es häufig, wodurch ein Einsatz auf dem Acker nicht oder nur schwer möglich ist. Durch geeignete Untersaaten, die zum optimalen Zeitpunkt in den Mais gesät werden, soll die Unkrautkonkurrenz von Anfang an gering gehalten werden. Außerdem gilt es heraus zu finden, welche Ertragseinbußen durch die Untersaaten in Kauf genommen werden müssen.

Abschlussbericht


Kurzfassung (deutsch)

In dieser wissenschaftlichen Tätigkeit ging es in erster Linie darum, Wege zu einem erfolgreichen Silomaisanbau in biologischer Wirtschaftsweise in den sogenannten Feuchtgebieten aufzuzeigen. Während in den klimatischen Gunstlagen das Thema „biologischer Maisanbau“ kaum Probleme bereitet, stellt die mechanische Unkrautbekämpfung bei Mais in den feuchten Lagen eine echte Herausforderung für Landwirte dar. Während die Stickstoffversorgung kein begrenzender Faktor beim Anbau von Silomais sein muss, kann es bei der Auswahl der geeigneten Ackerflächen schwierig werden, weil es sich möglichst um unkrautfreie Flächen handeln soll. Sind die in Frage kommenden Flächen schon von Anfang an stark mit Unkraut behaftet, soll dort kein Mais angebaut werden, weil Mais besonders in der Jugendentwicklung sehr empfindlich auf jede Art von Konkurrenz reagiert. Mais braucht für die Phase der Jugendentwicklung meist länger als die meisten Unkräuter, weil der Mais im Gegensatz zu den heimischen Unkräutern mehr Wärme liebt. Um dem Mais von vornherein die besten Voraussetzungen zu geben, empfiehlt es sich, nur die frühesten Sorten zu verwenden, ebenso wie gut erwärmbare Böden. Nach der Saat, bzw. vor dem Aufgang der Pflanzen soll mit dem Hackstriegel durchgefahren werden, um die gerade aufgehenden Unkräuter zu vernichten. Nach dem Pflanzenaufgang dürfen frühestens nach dem 6-, besser ab dem 8-Blatt-Stadium weitere mechanische Pflegemaßnahmen ergriffen werden, um die Blätter nicht zu verletzen. Ein zweimaliges Bearbeiten mit einer Hacke genügt normalerweise für eine sinnvolle Unkrautbekämpfung. In den Versuchen der Abteilung Ackerbau des LFZ Raumberg-Gumpenstein des Institutes für Biologische Landwirtschaft und Biodiversität der Nutztiere wurde an der Zentrale am Moarhof sowie an der Außenstelle Lambach in den Jahren 2006 und 2007 Mais in unterschiedlichen Varianten angebaut, wobei nicht alle Feldversuche erfolgreich durchgeführt werden konnten. Im Jahr 2006 wurde an der Versuchsstation Lambach erst in der zweiten Maihälfte ein Maisversuch angelegt; gedacht war der Versuch als Silomais. Gleichzeitig mit der späten Maissaat erfolgte eine Untersaat mit Weißklee in einer Saatstärke von 8 kg/ha bei einer Variante. Diese Untersaat ging sehr gut auf und machte auch den Maispflanzen kaum Konkurrenz. Wegen technischer Probleme verzögerte sich die Ernte des Maisversuches weit in den Herbst hinaus, bis die Teigreife deutlich überschritten war und die Pflanzen als Körnermais geerntet wurden. Der durchschnittliche Trockenmasse-Ertrag betrug 90,44 dt/ha, wobei die Variante ohne Untersaat im Mittel um 4 dt/ha mehr brachte als jene mit Untersaat. Der Versuch an der Zentrale am Moarhof im Jahr 2006 verlief nicht so erfolgreich. Der Acker war durch die konventionelle Vornutzung relativ stark verunkrautet, was sich nach der Maisansaat gleich deutlich bemerkbar machte. Äußerst niederschlagsreiches, kaltes Frühlingswetter verhinderte einen raschen Aufgang der Maispflanzen und erlaubte auch keine mechanische Unkrautbekämpfung. Die geplanten unterschiedlichen Termine für eine Weißklee-Untersaat fielen ebenfalls der feuchten Witterung zum Opfer. Wegen der starken Verunkrautung konnte keine Untersaat mehr vorgenommen werden, nicht einmal nach einer schlussendlich doch durchgeführten Hacke. Innerhalb der Reihen war derart viel Unkraut stehen geblieben, dass eine Untersaat keinen Sinn machte. Ein schweres Gewitter mit Hagelschlag Anfang Juli brachte schließlich die Projektleitung zu der Entscheidung, die gesamte Fläche umzubrechen und zwecks Flächensanierung Kleegras anzusäen. Im Jahr 2007 wurde auf einer anderen Fläche am Moarhof wieder ein Maisversuch angelegt, wobei die Saat dafür praxismäßig mit einer pneumatischen Einzelkornsämaschine erfolgte. Drei unterschiedliche Sorten gelangten zum Anbau, jeweils auf einem Drittel der Gesamtfläche. Beim Auflaufen der Maispflanzen waren unzählige Krähen am Acker und pickten die Keimlinge aus. Auch die permanente Anwesenheit von verschiedenen Personen in der Nähe des Versuchsfeldes konnte massive Fraßschäden durch die Krähen nicht verhindern. Wegen zu vieler Fehlstellen am Maisacker wurde die gesamte Fläche mit der Kreiselegge bearbeitet und Mitte Mai ein zweites Mal angesät, wieder mit denselben Sorten. Der zweite Versuch gelang ohne Probleme; allerdings war der Saatzeitpunkt schon relativ spät und die Witterung im August und Anfang September zu kalt und feucht. Erst ab Mitte September wurde es spätsommerlich schön, sodass der Mais doch noch ganz gut reifen konnte. Die Ernte erfolgte Anfang Oktober und brachte relativ gute Trockenmasse-Erträge, wobei die Sortenunterschiede doch ganz deutlich sind. Das Ergebnis aus diesen Versuchen bedeutet, sehr sorgsam beim Maisanbau in biologischer Wirtschaftsweise vorzugehen, dem Mais die besten Voraussetzungen zu bieten und mit einem optimalen Erntetermin für hohe Erträge bei gleichzeitig gutem Futterwert zu sorgen.

Berichtsdokumente/Anlagen


logo Möglichkeiten des Maisanbaues im Biolandbau im Feuchtgebiet (509.87 kB)
BerichtsautorInnen: Hein Waltraud, Waschl Hermann, Huss Herbert, Häusler Johann

Publikationen durch ProjektleiterIn


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