Nummer: 10218
Akronym:
Titel (deutsch): Die Ernährungsfunktion der Landwirtschaft – ein vernachlässigter Aspekt der Multifunktionalitätsforschung?
Projektstart: 01.01.2004
Projektende: 31.12.2007
AuftragnehmerIn: Direktion Agrarwirtschaft
Projektleitung: DI Marta NEUNTEUFEL
Finanzierungsstellen: Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft
Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft
Wissenschaftszweig:

Zielsetzung

Während die Multifunktionalität der Landwirtschaft in der wissenschaftlichen und politischen Diskussion der letzten Jahre eine wichtige Rolle spielt, scheint ihre historische Kernfunktion, die Erzeugung von Lebensmitteln, insbesondere in Hinblick auf den Aspekt der Ernährung ins Hintertreffen geraten zu sein. Dies hat mehrere Ursachen aber auch gravierende Folgen für die gesellschaftliche Stellung der Landwirtschaft.
Der Begriff „Ernährungsfunktion“ geht weit über die Herstellung von Nahrungsmitteln mit bestimmter chemischer Zusammensetzung hinaus: Wie Lebensmittel produziert und konsumiert werden, hat weitreichende gesellschaftliche Folgen, vor allem auf die Entwicklung von Regionen und wie die Landwirtschaft in diese eingebunden ist.

Abschlussbericht


Kurzfassung (deutsch)

Essen ist mehr als Nahrungsaufnahme: Es ist ein "soziales Totalphänomen". Küche und Essgewohnheiten spiegeln die soziokulturellen und wirtschaftlichen Verhältnisse einer Gesellschaft wider. Durch Industrialisierung und Kolonialisierung haben sich die Essgewohnheiten und die Landbewirtschaftung grundlegend verändert. In den Beiträgen dieser Schriftenreihe werden die Auswirkungen dieser Veränderungen und die gegenseitige Bedingtheit von Esskultur und Agrikultur diskutiert, die soziokulturellen, wirtschaftlichen, ökologischen und gesundheitlichen Folgen der heutigen Essgewohnheiten aufgezeigt. Die Esskultur hat - vor allem seit der Delokalisierung des Ernährungssystems - weitreichende Auswirkungen, die uns meistens nicht bekannt sind. Es wäre daher wichtig die persönlichen Handlungsspielräume und die Möglichkeiten und Grenzen der Agrarpolitik aufzuzeigen. Ein geeignetes Instrument hierfür könnte eine, auf einem neuen Wissenschaftsverständnis basierende Ernährungsforschung sein, die die komplexen und interdisziplinären Zusammenhänge des Ernährungssystems erfassen kann. Der Tagungsband enthält folgende Beiträge: Marta Neunteufel und Sophie Pfusterschmid: Über das Forschungsprojekt "Die Ernährungsfunktion der Landwirtschaft - ein vernachlässigter Aspekt der Multifunktionalitätsforschung?" Marta Neunteufel und Sophie Pfusterschmid: Ernährungssystem und Landwirtschaft in unserem heutigen Schlaraffenland Martina Kaller Dietrich: Schluss mit Hausarbeit! - Frauenbefreiung durch vegetarische Kost? Frauen und Ernährung: Grenzen und Perspektiven im historischen Aufriss Heinz Freisling und Ibrahim Elmadfa: Ernährungssituation in Österreich - Mangel und Überfluss Veronika Gaube und Helmut Haberl: Sozialökologische Aspekte des Ernährungssystems Karl-Michael Brunner, Sonja Geyer, Marie Jelenko und Walpurga Weiss: Ernährungspraktiken im Wandel: Chancen für Nachhaltigkeit? Bernhard Heindl: Essen und Arbeiten: Ein gestörtes Verhältnis Peter Moser: Agrarreformen ohne Ernährungsreformen? Möglichkeiten und Grenzen der staatlichen Agrarpolitik

Berichtsdokumente/Anlagen


logo Esskultur - Agrikultur - Beitraege des Symposions über Essen und Landwirtschaft in unserem heutigen Schlaraffenland (506.96 kB)
BerichtsautorInnen: Marta Neunteufel, Sophie Pfusterschmid
Haben Sie Fragen? Kontaktieren Sie uns