Dairy-gheep


Nummer: 100980
Akronym: Dairy-gheep
Titel (deutsch): Einfluss der Fütterung von Milchschafen und -ziegen auf die Nährstoffeffizienz, Umweltwirkung und Wirtschaftlichkeit der Milchproduktion im Vergleich zur Milchkuh
Projektstart: 05.05.2014
Projektende: laufendes Projekt
AuftragnehmerIn: HBLFA Raumberg-Gumpenstein
Projektleitung: Dr. Ferdinand Ringdorfer
Finanzierungsstellen: Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft
Bundesministerium für Nachhaltigkeit und Tourismus
Bundesministerium für Landwirtschaft, Regionen und Tourismus
Wissenschaftszweig: LAND- U. FORSTWIRTSCHAFT, VETERINÄRMEDIZIN / Viehzucht, Tierproduktion / Tierernährung / AGRARWISSENSCHAFTEN, VETERINÄRMEDIZIN

Zielsetzung

Es ist Ziel dieses Projektes, umfassende und ganzheitliche Daten zur Milcherzeugung mit Schafen und Ziegen zu erheben. Durch die Feststellung der individuellen Futteraufnahme im gesamten Produktionsprozess (vom Kitz/Lamm weg bis zum Ende 4. Laktation der Ziege/des Schafes) sowie der Milchleistung kann der Nährstoffaufwand der Milcherzeugung in Abhängigkeit von Tierart und Futterniveau (Kraftfutteranteil) kalkuliert werden. Aus den Ergebnissen lassen sich die Kosten und die Effizienz der Milcherzeugung auf vielen Bezugsebenen berechnen, nämlich pro kg Milch, pro kg Lebendgewicht, pro Nährstoffeinheit Futter, pro Lebenstag und pro Flächeneinheit.
Ein weiteres Ziel ist die Untersuchung der Milchqualität. Grundfutterbasis und Kraftfuttermenge sowie auch die Tierart beeinflussen das Fettsäuremuster in tierischen Produkten. Durch grundfutterbetonte Futterrationen werden die ernährungsphysiologisch wertvollen ungesättigten Fettsäuren in Milch und Fleisch erhöht (CLA und Omega-3). Diese beiden Fettsäure-Gruppen wirken sich in folgenden Bereichen positiv auf den Gesundheitsstatus des Menschen aus: Herz-Kreislauf-Erkrankungen (senken Blutfette), Hauterkrankungen (z.B. Neurodermitis), Rheumatismus, entzündungshemmende, antikarzinogene, antidiabetogene, anabole, antithrombotische und antiarteriosklerotische Wirkung.
Durch den Versuchsplan (unterschiedliche Tierarten und Futterniveaus) ergibt sich ein breites Spektrum an Aufwand/Ertrag-Relationen, die auch grundlegende Bewertungen in ökonomischer Hinsicht erlauben.
Diese sehr unterschiedlichen Aufwand/Ertrag-Relationen führen auch zu deutlich variierenden Bedingungen in ökologischer Hinsicht. Besonders der Kraftfutteraufwand stellt unter typischen österreichischen Produktionsbedingungen einen Import von Nährstoffen in den Betrieb dar und beeinflusst die Ökobilanz. Außerdem bedeuten die Unterschiede der Versuchstiere auch eine unterschiedliche Effizienz der Nährstoffverwertung, die sich auf die Umwelt auswirkt. Auch hier werden Modellrechnungen auf der Basis von vollständig erfassten Produktionsdaten aus dem Versuch angewendet.
Letztendlich ist es auch Ziel dieses Projektes, die Effizienz der Milcherzeugung von Schafen und Ziegen mit jener der Kühe zu vergleichen.

Bedeutung des Projekts für die Praxis

In Österreich hat das Grünland hat mit 55 % einen hohen Anteil an der LN. Eine Möglichkeit, dieses Futter in wertvolle Nahrungsmittel zu verwandeln, ist die Haltung von Milchschafen und Milchziegen. Die Nachfrage nach Schaf- und Ziegenmilch und deren Produkten (Schaf- und Ziegenkäse in den verschiedensten Formen) daraus ist groß. Daneben sorgen Schafe und Ziegen als Wiederkäuer und somit Verwerter des Grünlandes auch für die Erhaltung der Kulturlandschaft. Daher ist die Frage des Grundfutteranteils an der Ration von entscheidender Bedeutung sowohl für die Wirtschaftlichkeit, aber auch für die Ökobilanz der Milchproduktion. Der Versuch soll beantworten, mit welcher Tierart (Schaf oder Ziege) und bei welchem Futterniveau (Kraftfutteranteil) langfristig die Milch am wirtschaftlichsten und mit günstigster Ökobilanz erzeugt werden kann, auch im Vergleich zur Kuhmilch. Somit dienen die Ergebnisse als Entscheidungshilfe für Landwirte, wenn es um die Frage der Weiterführung des Betriebes geht. Der Versuch ist so angelegt, dass alle Kosten des Produktionszweiges Milchproduktion erfasst werden (besonders Aufzucht, Grundfutter, Kraftfutter, Tiergesundheit, Haltung etc.), denen die ebenfalls erhobenen Erlöse (Milch, Lämmer, Wolle, Alttier) gegenübergestellt werden können. Aus den erhobenen Daten (input und output) kann auch die Ökobilanz ermittelt werden. Weitere wichtige Aspekte des Forschungsprojektes sind der Einfluss von Futterniveau auf die Gesundheit der Tiere (Stoffwechselbelastung, Fruchtbarkeit, Nutzungsdauer, Fitness) und die Qualität der Milch (Milchinhaltsstoffe, ungesättigte Fettsäuren).
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