Nummer: 100004
Akronym:
Titel (deutsch): Feststellung der maximalen Fremdbefruchtungsrate in Maiskonsumflächen unter Berücksichtigung der Umwelten in den Hauptanbaugebieten Österreichs
Projektstart: 28.03.2006
Projektende: 18.10.2006
AuftragnehmerIn: Österreichische Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit GmbH
Projektleitung: Hofrat Dipl.-Ing. Leopold Girsch
Finanzierungsstellen: Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft
Wissenschaftszweig:

Zielsetzung

- Feststellung der maximalen Fremdbefruchtungsrate in Maiskonsumflächen unter Berücksichtigung der Umwelten in den Hauptanbaugebeiten Österreichs.
- Feststellung der Fremdbefruchtungsrate in Abhängigkeit des Klimagebietes, Entfernung von Fremdbefruchtungsquellen, Größe der Felder, Sorte von Pollenspender und Pollenempfänger, Beschreibung der Auskreuzung in Abhängigkeit der Lage der Probenahme innerhalb des Empfängerfeldes, Beschreibung diverser Kriterien soweit verfügabr: Topographie, Lage der Felder, Temperatiurverlauf/Niederschlagsverlauf der nächstgelegenen Messstation etc.
- Auswahl von Feldern in den Hauptanbaugebieten (Klimaten) Österreichs (Pannonisches Klimagebiet/nordöstliches Flach- und Hügelland – B/NÖ/W, baltisches Klimagebiet I – Alpenvorland/Voralpen „Westbahn“ – NÖ/OÖ/S; baltisches Klimagebiet II – „Wald-und Mühlviertel“ – NÖ/OÖ, illyrisches Klimagebiet – K/ST),
- Auswahl typischer Felder (Kriterien: Sorte, Lage und Topographie der Fläche und Umgebung, Anbauzeitpunkt) unterschiedlicher Größe (typisch für die Anbauregion)
- Feststellung der max. Fremdbefruchtungsrate durch Kastration des Pollenempfänger-Bestandes (d.h. Entfernung des männlichen Blütenstandes = Entfahnung)
- Es soll der tatsächliche Polleneintrag von umliegenden Maisfeldern in das entfahnte Feld festgestellt werden, d.h. es herrschen übliche nachbarschaftliche Anbaugegebenheiten vor
- Neue wissenschaftliche und repräsentative Erkenntnisse zum Koexistenzmanagement (v.a. Mindestentfernung) unter Berücksichtigung der unterschiedlichen Agrarstrukturen in Österreich. Daher sind mehrere Versuchsstandorte in den wichtigsten Maisanbaugebieten notwendig.
- Unmittelbare Anwendung der im Projekt erhobenen Daten für die „Erarbeitung bundeseinheintlicher Richtlinien des Koexistenzmanagments“
- Suche der Zusammenarbeit mit vergleichbaren wissenschaft-lichen Projekten in den EG-Mitgliedstaaten und mögliche Einbringung der Erkenntnisse in ein gemeinsames FO-Projekt auf EG-Ebene

Bedeutung des Projekts für die Praxis

- Die Ergebnisse fließen in Richtlinien für Maßnahmen und Strategien zu einer GVO-minimierten landwirtschaftlichen Produktion und ein effektives und effizientes Koexistenzmanagement ein. Konkrete, mit wissenschaftlichen Methoden erhobene Daten zum maximalen Gentransfer unter den Umweltbedingungen und strukturellen Voraussetzungen in der Maisproduktion in Österreich lassen angepasste Vorsorge- und Maßnahmensetzungen zum Koexistenzmanagement zu. Die Untersuchungen sollten auch die Basis für die Zusammenarbeit mit anderen Mitgliedstaaten sein und zur Akzeptanz und Problemlösung grenzüberschreitender, gemeinschaftlicher Maßnahmen zur Koexistenz beitragen.
- Die Versuchsanstellung weicht von jener in zuletzt publizierten Forschungsprojekten aus Deutschland, Spanien und auch aus Frankreich ab. Die Versuchsanstellung hat die Betrachtung praktischer Anbaubedingungen (durch die Auswahl von konkreten und typischen Anbauflächen) in Österreich zum Gegenstand und gibt Auskunft über das maximale Auskreuzungspotential unter eben diesen Bedingungen.
- Die wissenschaftsbasierten Daten und Untersuchungsergebnisse sollen einen Beitrag zur Erarbeitung für ein der Koexistenz – auch unter österreichischen Bedingungen gerecht werdendes Schwellenwertregime bei Saatgut auf EG-Ebene sein (Problematik der vertikalen Koexistenz).
- Die Untersuchungsergebnisse sollen eine verbesserte Datengrundlage für die besonderen Bedingungen und Maßnahmensetzungen sowie das potentielle Risiko und eine realistische Perspektive für das Koexistenzmanagement im Zusammenhang mit der biologischen Landwirtschaft liefern.

Abschlussbericht


Kurzfassung (deutsch)

Diese Studie stellt einen Beitrag zur Erarbeitung wissenschaftlich fundierter Koexistenz-Richtlinien für den Maisanbau, wie sie von der EU gefordert werden, dar. Die Versuchsanlage spiegelt reelle Umwelten in den Maisanbaugebieten Österreichs wider. Es erfolgte einerseits eine Messung des maximalen externen Gentransfers nach totaler Kastration der Pollenempfängerflächen und andererseits eine Messung der „genetischen“ Verunreinigung verursacht durch unerwünschten internen (basierend auf der Saatgutverunreinigung) und externen Gentransfer in Maisbeständen. Die Höhe des maximalen erfolgreichen externen Gentransfers lag im Durchschnitt zwischen 4,5% und 97,5%. Die Höhe der unerwünschten „genetischen“ Verunreinigung durch unerwünschten internen und externen Gentransfer lag im Durchschnitt zwischen 1,8% und 5,9%. Als geeignete Methode zur Bestimmung der Mindestentfernung stellte sich die Messung vom nächstliegenden Rand der Pollenquellenfläche zum Mittelpunkt der Pollenempfängerfläche heraus. Der unerwünschte externe Gentransfer nahm mit der Entfernung signifikant ab, wenngleich nicht in dem aus der Literatur erwartetem Ausmaß.

Berichtsdokumente/Anlagen


logo Dafne_endbericht_teil1.pdf (5103.66 kB)
BerichtsautorInnen: Leopold Dipl.-Ing. Girsch
logo Dafne_endbericht_teil2.PDF (5863.72 kB)
BerichtsautorInnen:
logo Dafne_endbericht_teil3.PDF (3415.2 kB)
BerichtsautorInnen:
logo Dafne_endbericht_teil4.PDF (6780.11 kB)
BerichtsautorInnen:
logo cross_fertilization_resume.pdf (65.86 kB)
BerichtsautorInnen:
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