WT ActiProt-Milch


Nummer: 100371
Akronym: WT ActiProt-Milch
Titel (deutsch): Prüfung des Futterwertes österreichischer Trockenschlempe
Projektstart: 12.06.2008
Projektende: 31.05.2010
AuftragnehmerIn: Lehr- und Forschungszentrum Raumberg-Gumpenstein
Projektleitung: DI Marcus Urdl
Finanzierungsstellen: Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft
Wissenschaftszweig: LAND- U. FORSTWIRTSCHAFT, VETERINÄRMEDIZIN / Viehzucht, Tierproduktion / Tierernährung / AGRARWISSENSCHAFTEN, VETERINÄRMEDIZIN

Zielsetzung

• Charakterisierung und Futterwertbestimmung der getrockneten Weizenschlempe aus dem Bioethanolwerk Pischelsdorf
• Prüfung des äquivalenten Einsatzes von Trockenschlempe heimischer Herkunft im Austausch für (importierten) Sojaextraktionsschrot bei einer hoch leistenden österreichischen Milchviehherde
• Erstellung von Beratungsunterlagen und Einsatzempfehlungen für die Praxis

Bedeutung des Projekts für die Praxis

Der Ersatz des „Standardeiweißfutters“ Sojaschrot durch getrocknete Getreideschlempen ist in zweierlei Hinsicht interessant und wichtig. Der ernährungsphysiologische Aspekt beinhaltet den hohen Proteinwert für Wiederkäuer durch hohe Eiweißbeständigkeit im Pansen und die agrarpolitische Bedeutung liegt in der Wertschöpfung im Inland und der Reduzierung der Exportabhängigkeit begründet.
Der große Mengenanfall an getrockneten Getreideschlempen aus dem Bioethanolwerk Pischelsdorf (ca. 140.000 t pro Jahr) wird einen hohen Marktanteil innerhalb der Eiweißfuttermittel in Österreich einnehmen. Es ist davon auszugehen, dass sich der Preis für ActiProt unter jenem von Sojaextraktionsschrot einpendeln wird und somit nicht nur der (zu prüfende) äquivalente Futterwert, sondern auch die bessere Rentabilität in der Milchproduktion dieses Futtermittel zu einer bedeutenden Alternative am Markt machen. Die Landwirte werden sich zwangsläufig über dieses Produkt informieren wollen und müssen.

Abschlussbericht


Kurzfassung (deutsch)

Um den Futterwert von österreichischer Trockenschlempe aus dem Ethanolwerk Pischelsdorf (NÖ) in der Milchviehfütterung zu prüfen, wurde ein 12-wöchiger Fütterungsversuch mit 36 Milchkühen durchgeführt. Es wurden drei gleichwertige Gruppen gebildet. Die Kontrollgruppe (Kontrolle) erhielt ein Kraftfutter mit den Eiweißkomponenten Raps-/Sojaextraktionsschrot/Erbse, im Kraftfutter der Versuchsgruppe V100 war getrocknete Getreideschlempe aus Weizen der alleinige Proteinträger. Die dritte Gruppe (V50) erhielt beide Kraftfutter zu gleichen Anteilen, um eine Eiweißversorgung über die Schlempe von ca. 50 % zu erreichen. Das Grundfutter wurde über eine Mischration vorgelegt. Es zeigten sich keine signifikanten Unterschiede zwischen den Versuchsgruppen in den Futteraufnahmen und den Milchleistungsparametern. Die Grundfutteraufnahme lag bei durchschnittlich 14,7 kg Trockenmasse, die Kraftfutteraufnahme bei 5,9 kg TM. Die energiekorrigierten Milchleistungen (ECM) in den Gruppen Kontrolle, V50 und V100 betrugen 26.0, 25.3 bzw. 25,7 kg ECM je Tier und Tag. Auch aus wirtschaftlicher Sicht kann getrocknete Weizenschlempe als Substitut für die Eiweißkomponenten Raps- und Sojaextraktionsschrot eingesetzt werden.

Berichtsdokumente/Anlagen


logo ActiProt-Milch_Abschlussbericht (122.17 kB)
BerichtsautorInnen: Marcus Urdl
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