Silomais


Nummer: 100344
Akronym: Silomais
Titel (deutsch): Prüfung des Futterwertes aktueller Silomaissorten
Projektstart: 15.12.2007
Projektende: 31.01.2017
AuftragnehmerIn: Lehr- und Forschungszentrum Raumberg-Gumpenstein
Projektleitung: Dipl.-Ing. Dr. Georg Terler
Finanzierungsstellen: Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft
Bundesministerium für Nachhaltigkeit und Tourismus
Wissenschaftszweig: LAND- U. FORSTWIRTSCHAFT, VETERINÄRMEDIZIN / Viehzucht, Tierproduktion / Tierernährung / AGRARWISSENSCHAFTEN, VETERINÄRMEDIZIN

Zielsetzung

* Trockenmasse- und Energieertrag der geprüften Sorten
* Energiegehalt (MJ ME, MJ NEL) derzeit wichtiger (Marktanteil) und aktueller Silomaissorten in Österreich
* Konzentration flüchtiger Fettsäuren im Pansen: Gesamtfettsäuregehalt (Konzentrationen; vermehrte Bildung bestimmter FFS?), Verhältnis der FFS zueinander (molare Anteile)
* Futteraufnahme und Milchleistung von leistungsstarken Milchkühen bei einem hohen Rationsanteil der Maissilagen
* Welches (in situ-)Trockenmasse- und Nährstoffabbauverhalten zeigen die verschiedenen Silomaissorten im Pansen
* Welchen Einfluss hat die Sorte auf die Protein- und Kohlenhydratfraktionen des Cornell Net Carbohydrate and Protein System (CNCPS)
* Fettsäurenzusammensetzung von Milch bei einem hohen Rationsanteil der Maissilagen

Bedeutung des Projekts für die Praxis

Die geprüften Sorten bilden ein weites Spektrum des derzeit am Markt befindlichen Silomaises ab (hinsichtlich Reifezahl, Saatgutfirmen). Die Auswahl repräsentiert Silomaissorten, die in Österreich Bedeutung und Zukunft haben. In erster Linie dienen die Forschungsergebnisse den Landwirten und Beratern direkt als Entscheidungshilfe bei der Wahl des richtigen Maises für die Tiere. Ebenso können jedoch die Saatgutfirmen pflanzenzüchterische Maßnahmen setzen, um ihre Sorten hinsichtlich des Futterwertes zu verbessern.
Unter der Annahme einer (laut Literatur durchaus möglichen) Steigerung der Milchleistung um 1 kg pro Tier und Tag wirkt sich für einen Landwirt, bei Verwendung von Kennzahlen eines durchschnittlichen Arbeitskreisbetriebes und des durchschnittlichen Milchpreises 2006, in zusätzlichen Leistungen „Milch“ von über € 2200.— pro Jahr aus. Bei einer vereinfachten Hochrechnung über den Milchkuhbestand 2006 ergibt sich durch die Leistungssteigerung eine monetäre Differenz von rund 55 Millionen Euro pro Jahr.
Bei einem derzeitigen Milchkuhbestand von ca. 527.000 Stück (Grüner Bericht 2007) und einem CH4-Emissionsfaktor von 115 kg CH4/Tier und Jahr (Austria’s National Inventory Report – Submission under the United Nations Framework Convention on Climate Change, Umweltbundesamt 2007) ergibt sich eine CH4-Emission von über 60.000 Tonnen aus diesem Bereich. Selbst wenn das Methan senkende Potenzial nicht überbewertet werden sollte, so ist eine Erhöhung des Einsatzes von Maissilage in den Rationen (bei Berücksichtigung einer wiederkäuergerechten Ernährung) eine mögliche „Stellschraube“ zur Reduktion der Emissionen dieses Treibhausgases.
Die HBLFA Raumberg-Gumpenstein wird ihre Forschungstätigkeit auf dem Gebiet der Produktqualität verstärken. Eine erfolgreiche Vermarktung von Produkten aus dem alpenländischen Grünland erfordert in Zukunft das Wissen um die Beschaffenheit von Milch und Fleisch. Hohe Silomaisanteile in der Ration werden als ungünstig betrachtet. Ausgehend von diesem Wissen können Daten aus diesem Projekt daher einerseits als „Eckpunkt“ des möglichen Einflusses der Verfütterung von Maissilage auf die Fettsäurenzusammensetzung von Milch dienen, und andererseits können erste Aussagen zum diesbezüglichen Einfluss der Sorten gemacht werden.

Publikationen durch ProjektleiterIn


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