Hohenlehen-Jungrind


Nummer: 100337
Akronym: Hohenlehen-Jungrind
Titel (deutsch): Fleischqualität und Schlachtleistung von Jungrindern verschiedener Rassen aus der Mutterkuhhaltung
Projektstart: 20.12.2007
Projektende: 07.08.2014
AuftragnehmerIn: Lehr- und Forschungszentrum Raumberg-Gumpenstein
Projektleitung: Dr. DI Margit Velik
Finanzierungsstellen: Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft
Wissenschaftszweig: LAND- U. FORSTWIRTSCHAFT, VETERINÄRMEDIZIN / Viehzucht, Tierproduktion / Fleischhygiene / Fleischqualität / AGRARWISSENSCHAFTEN, VETERINÄRMEDIZIN

Zielsetzung

Da die Qualität landwirtschaftlicher Fleischerzeugnisse in Zukunft für den Konsumenten und somit auch für Landwirte, Fleischer, fleischverarbeitende Betriebe und die Gastronomie an Bedeutung gewinnen wird, soll der Schwerpunkt des vorliegenden Projektes auf der Untersuchung der Fleischqualität (Zartheit, Farbe, Marmorierung, Inhaltsstoffe, Wasserbindungsvermögen, Sensorik) von Jungrindfleisch aus Mutterkuhhaltung (Schlachtung im Alter von 10 bis 12 Monaten) liegen.
Mit dem vorliegenden Projekt soll Klarheit hinsichtlich der in der Praxis und der Literatur vertretenen Meinung, dass Jungrinder aus der Gebrauchskreuzung Fleckvieh x Limousin aufgrund der höheren Milchleistungen der Fleckviehkühe deutlich höhere Zunahmen als reinrassige Limousin Jungrinder haben, in der Fleischqualität jedoch unterlegen sind, geschaffen werden. Das vorliegende Projekt liefert wertvolle Erkenntnisse hinsichtlich der in österreichischen Grünlandgebieten erzielbaren Fleischqualität von Mutterkuh-Jungrindern. Mit den gewonnen Daten werden Unterschiede zwischen Jungrindfleisch und ‚herkömmlichem Rindfleisch’, das von Tieren mit Lebendmassen von 550 bis 700 kg stammt, aufgezeigt.
In Österreich stellt die Mutterkuhhaltung für viele landwirtschaftliche Betriebe eine arbeitsextensive Alternative zur Milchviehhaltung dar. Derzeit sind 30% aller in Österreich gehaltenen Kühe Mutterkühe, wobei ein steigender Trend zu beobachten ist. Mit Hilfe des vorliegenden Projektes werden Mutterkuhbetriebe, die Jungrindfleisch in Grünlandgebieten erzeugen, bei der Wahl der richtigen Genetik (Mutter- und Vaterrasse) unterstützt. Weiters soll Klarheit hinsichtlich des optimalen Schlachtalters von männlichen und weiblichen Jungrindern sowie der erzielbaren Schlachtleistungen geschaffen werden.

Bedeutung des Projekts für die Praxis

Durch die Zunahme der Betriebe mit Mutterkuhhaltung auf Grünlandstandorten ist die Frage nach den für den jeweiligen Standort und das entsprechende Produktionssystem (Erzeugung von Kalb-, Jungrind-, Ochsen-, Stier-, Kalbinnenfleisch) am besten geeigneten Rassen/Kreuzungen und Schlachtgewichten von zentraler Bedeutung. Die Erzeugung von Jungrindern auf Grünlandstandorten kann für viele Betriebe eine arbeitsextensive Alternative zur herkömmlichen Mastrinderhaltung darstellen. Das vorliegende Projekt liefert einen Beitrag zum Produktionsprozess (Beleuchtung des Gesamtsystems Jungrind-Mutterkuh durch Erhebung von Mutterkuh- und Jungrind-spezifischen Daten) sowie zur Produktqualität (Untersuchungen zu Merkmalen der Fleischqualität) im Rindersektor.
siehe auch unter Punkt 'Möglichkeiten der Verwertung der Forschungsergebnisse'

Abschlussbericht


Kurzfassung (deutsch)

Ziel dieses Projekts war, die Mast- und Schlachtleistung sowie die Fleischqualität von Li-mousin- und Fleckvieh×Limousin-Jungrindern sowie von männlichen und weiblichen Jungrindern aus der Mutterkuh-Haltung zu vergleichen. In weitere Folge wurden auch Unter-suchungen zum Einfluss von Teilstück (Rückenmuskel, Weißes Scherzel) und verschiedenen methodischen Varianten der Fleischqualitäts-Untersuchungen durchgeführt. Die Jungrinder stammten aus der Mutterkuhherde der LFS Hohenlehen in Niederösterreich, die aus jeweils fünf Fleckvieh- und Limousin-Kühen sowie einem Limousin-Stier bestand. Über 5 Jahre hinweg wurden monatlich die Lebendgewichte ermittelt und nach der Schlachtung der Tiere in Hohenlehen die Schlachtleistung erhoben sowie Fleischqualitäts-Untersuchungen am LFZ Raumberg-Gumpenstein durchgeführt. Diese Untersuchungen umfassten die Feststellung der Fleischfarbe, des Wasserbindungsvermögens, der Zartheit, der Inhaltsstoffe und des Fettsäuremusters an zwei Teilstücken. In den täglichen Zunahmen war eine deutliche Überlegenheit der Fleckvieh×Limousin- bzw. männlichen Rinder zu erkennen. Hinsichtlich der Schlachtleistung schnitten allerdings die reinrassigen Limousin-Jungrinder besser ab. Neben einer geringfügig höheren Ausschlachtung, wiesen sie eine bessere Fleischigkeit bei geringerer Fettabdeckung und einen höheren Anteil wertvoller Teilstücke auf. Weiters wurde bei ihnen eine größere Rückenmuskelfläche, eine höhere Zartheit sowie ein günstigeres Fettsäuremuster festgestellt. Beim Vergleich der Geschlechter fielen vor allem die stärkere Verfettung, die etwas bessere Zartheit und das ungünstigere Fettsäuremuster der weiblichen Tiere auf. Im Vergleich zum Weißen Scherzel (Musculus semitendinosus) war der Rücken-muskel (Musculus longissimus dorsi) dunkler und zarter und besaß ein besseres Wasserbin-dungsvermögen sowie ein ungünstigeres Fettsäurenmuster.

Berichtsdokumente/Anlagen


logo Fleischqualität und Schlachtleistung von Jungrindern aus Mutterkuhhaltung (1119.27 kB)
BerichtsautorInnen: Terler, G,; Velik, M.

Publikationen durch ProjektleiterIn


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