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31.10.2019

Ökobilanzierung der Holzbereitstellung bis zum Werk unter Einbeziehung neuer Technologien

Die Ökobilanzierung (LCA) ist ein mächtiges Werkzeug zur Abschätzung der Umweltauswirkungen. Die Methode führt eine systematische Analyse der Umweltwirkungen von Produkten oder Dienstleistungen während des gesamten Lebensweges durch. Obwohl die Ökobilanzierung bereits in den 70er Jahren angewandt wurde, spielte sie in der Forstwirtschaft bisher nur eine untergeordnete Rolle. In Österreich wurde erstmals auf Initiative der Österreichischen Bundesforste im Rahmen dieses Projekts eine Ökobilanzierung der Holzbereitstellung vom Waldort bis zum Werk durchgeführt. Im Rahmen des Projekts wurden unter anderem Treibstoff- und Produktivitätsdaten für Motorsägen, Seilgeräten, Harvester, Forwarder, Traktor und Krananhänger, Traktor und Seilwinde, LKW und Bahn sowie der Ressourcenverbrauch beim Bau und der Instandhaltung von Forststraßen bestimmt. Für die Praxis wurden zwei Berechnungstools entwickelt. Der Systemrechner ermöglicht die Berechnung des Treibhauspotenzials für eine spezifische Bereitstellungskette. Der Bilanzrechner ermöglicht die Berechnung des Treibhauspotenzials für ein Forstrevier, einen Forstbetrieb oder eine andere definierte administrative Einheit sein. In Österreich werden im Schnitt 26 kg CO2 equ pro m³ für die Bereitstellung vom Waldort bis zum Werk emittiert. Der Holztransport mit LKW hat sich als der größte Emittent von Treibhausgasen erwiesen. Dementsprechend würden sich hier auch die größten Einsparungspotenziale ergeben. Geeignete Maßnahmen sind die Reduktion der Transportdistanzen, die Erhöhung des Bahnanteils, die Reduktion des Treibstoffverbrauchs oder die Verwendung nicht fossiler Treibstoffe. Bei der Holzernte haben ebenfalls Maßnahmen zur Reduktion des Treibstoffverbrauchs durch Maschineneinstellungen und Fahrertraining, die Verwendung von Biodiesel oder Akku-Technologien ein großes Einsparungspotenzial. In Österreich besteht bei Holzernte und Holztransport ein jährliches Einsparungspotenzial von bis zu 100.000 t CO2 equ. Vor der Umsetzung müssen allerdings die jeweiligen ökologischen Verbesserungsmaßnahmen immer mit der technischen und ökonomischen Machbarkeit abgeglichen werden. Neue Technologien basierend auf Elektro- oder Hybridtechnologie existieren erst in Ansätzen und brauchen noch weitere Entwicklungsschritte um umfassend eingesetzt werden zu können. Durch die gewonnenen Erkenntnisse konnten Best‐ Practice‐Beispiele identifiziert und Verbesserungspotenziale aufgezeigt werden.

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