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27.09.2019

Entwicklung und Implementierung einer Zuchtwertschätzung für Nutzungsdauer und Exterieur für Schaf- und Ziegenrassen/NExt

Im Jahr 2017 wurden erstmals offizielle Zuchtwerte für Schaf- und Ziegenrassen veröffentlicht. Je nach Rasse bzw. Nutzungsrichtung werden verschiedene Einzel- und Teilzuchtwerte aus den Merkmalskomplexen Milch, Fleisch und Fitness veröffentlicht, hinzu kommt auch noch der Gesamtzuchtwert. Im derzeitigen Zuchtziel fehlt jedoch noch ein wesentliches Merkmal aus dem Komplex der Fitness- bzw. funktionalen Merkmale, die Nutzungsdauer. Auch die Entwicklung einer Exterieurzuchtwertschätzung war bislang nicht möglich. Ziele dieses Projektes sind daher die Entwicklung einer Routinezuchtwertschätzung für die Nutzungsdauer für jene Rassen, für die bereits eine Zuchtwertschätzung durchgeführt wird, sowie die Entwicklung einer Exterieurzuchtwertschätzung für die Rassen Gämsfärbige Gebirgsziege, Saanenziege, Tiroler Bergschaf, Merinoland und Jura basierend auf linearen Beschreibungen. Bei der linearen Beschreibung werden Merkmale zwischen den biologischen Extremen als Zahl ausgedrückt und soll daher eine wertfreie Beschreibung von Tieren ermöglichen. Im ersten Projektjahr lag der Fokus auf der Einführung und ersten Analysen der linearen Beschreibung bei den zuvor genannten Rassen, entsprechende Schulungen sowie Programmierungen für die Eingabe bzw. Speicherung der Daten. Bis Mitte September waren etwa 2500 Beschreibungen verfügbar, etwa die Hälfte davon für die Saanenziege. Für diese wurde daher auch bereits ein erster Testlauf einer genetischen Parameterschätzung durchgeführt. Vor der Einführung einer Zuchtwertschätzung wird die Schätzung auf jeden Fall wiederholt bzw. je nach Rasse erstmalig durchgeführt. Die ersten geschätzten Erblichkeiten liegen zwischen 0,03 (Beckenneigung) und 0,37 (Hintereuteraufhängung). Basierend auf Literatur und Diskussionen mit WissenschafterInnen stehen hinsichtlich der Nutzungsdauer verschiedene Modellansätze zur Verfügung, die alternativ zur sogenannten Survival Analyse – das aktuell in der Rinderzucht verwendete Modell -in Frage kommen. Mit einem dieser Ansätze, dem Abschnittsmodell, das kürzlich für die Holsteinzucht in Deutschland (und auch die österreichische Population) eingeführt wurde, wurde ebenfalls ein Testlauf für die Saanenziege durchgeführt. Die Erblichkeiten lagen je nach Abschnittsdefinitionen für einzelne Abschnitte in einem Bereich bis zu 10 %. Im nächsten Schritt werden die endgültigen Modelle in Abhängigkeit der Tierart bzw. Nutzungsrichtung getestet bzw. festgelegt.

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