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| << Zurück zur Projektliste | | Nummer | 1441 | | Titel (deutsch) | Tierhaltung und Wirtschaftsdüngermanagement in Österreich | | Titel (englisch) | Animal husbandry and manure management systems in Austria | | Projektstart | 22.06.2005 | | Projektende | 30.11.2007 | | AuftragnehmerIn | Universität für Bodenkultur Wien - Department Nachhaltige Agrarsysteme Institut für Landtechnik | | WissenschaftlicheR ProjektleiterIn | AO.Univ.-Prof. Dipl.-Ing. Dr. Thomas Amon | | Finanzierungsstellen | Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft | | Zielstellung | Detaillierter Überblick über die Tierhaltung und das Wirtschaftsdüngermanagement in Österreich
Verbesserung der österreichischen Emissionsinventur für eine realitätsnahe Abschätzung klima- und umweltrelevanter Emissionen aus der Landwirtschaft
Ableitung und Entwicklung emissionsmindernder Maßnahmen
Erheben der Tierhaltungs- und Wirtschaftsdüngersysteme in Österreich mittels Fragebogen
Verbessern der Datengrundlage zur Abschätzung klima- und umweltrelevanter Emissionen aus der Landwirtschaft
Modellieren typischer Betriebe und Abschätzen der Emissionen
Hochrechnen der Emissionen von Ammoniak, Lachgas und Methan aus dem landwirtschaftlichen Bereich auf Länder- und Bundesebene
Erstellen von Emissionsprognosen
Vorschlag emissionsmindernder Maßnahmen und Abschätzung von deren Wirkung auf die Emissionsbilanz
Ableiten von Empfehlungen für die landwirtschaftliche Praxis
Zielgerichtete und effiziente Beratung landwirtschaftlicher Betriebe |
| Abschlussbericht | | Kurzfassung (deutsch) | Österreich hat sich im Rahmen internationaler Abkommen dazu verpflichtet, Daten über den Ausstoß anthropogener Luftschadstoffe jährlich gemäß einheitlicher Richtlinien zu berichten. Im Bereich der Landwirtschaft müssen Emissionsinventare für die Gase Lachgas (N2O), Methan (CH4) und Ammoniak (NH4) erstellt werden. Aktivitätsdaten werden mit Emissionsfaktoren multipliziert, um die Gesamtemissionen zu errechnen. Statistisch gesicherte Daten zu Haltungssystemen und zum Wirtschaftsdüngermanagement sind für Österreich derzeit nicht verfügbar. Dies führt zu zwei gravierenden Nachteilen: zum einen können österreichische Produktionsbedingungen beim Erstellen des Emissionsinventars nur bedingt Berücksichtigung finden und zum anderen kann der Effekt emissionsmindernder Maßnahmen im Inventar nicht abgebildet werden.
Das Institut für Landtechnik der Universität Bodenkultur arbeitete im Rahmen des Forschungsprojektes „Tierhaltung und Wirtschaftsdüngermanagement in Österreich“ gemeinsam mit der Schweizerischen Hochschule für Landwirtschaft (SHL Zollikofen), der Statistik Austria, der Landwirtschaftskammer Österreich, der HBLFA Raumberg-Gumpenstein und der Umweltbundesamt GmbH daran, diese unbefriedigende Situation zu verbessern. Am Beginn stand die Entwicklung eines Fragebogens, der die Tierhaltung und das Wirtschaftsdüngermanagement auf landwirtschaftlichen Betrieben in Österreich erhebt. Er enthielt detaillierte Fragen zu den Teilbereichen Haltungssysteme und Auslauf, Weidemanagement, Abwasser und Reinigungswasser, Wirtschaftsdünger: Lagerung und Ausbringung, Wirtschaftsdüngeranwendung, Fütterung und stickstoffhaltige Mineraldünger.
Im November 2005 wurde der Fragebogen an eine repräsentative Stichprobe von 5.000 landwirtschaftlichen Betrieben geschickt. Die Erstellung des Stichprobenplans und die Ziehung der Stichprobe wurden von Mitarbeitern der Statistik Austria durchgeführt. Um eine hohe Rücklaufquote zu erreichen, wurde besonderer Wert auf die frühzeitige und umfassende Information der Landwirte gesetzt. Hierzu dienten zahlreiche Veröffentlichungen in der landwirtschaftlichen Fachpresse und der Kontakt mit der Landwirtschaftskammer Österreich und Vertretern der Landeslandwirtschaftskammern. Mit Unterstützung der Landwirtschaftskammer Österreichs konnte ein hoher Rücklauf der Fragebögen von 39 % erreicht werden.
Die Fragebögen wurden von Mitarbeitern der Statistik Austria manuell in eine Datenmaske eingegeben. Nach der Datenerfassung erfolgte der Aufbau einer anonymi-sierten Datenbank, die nach Analysen der Repräsentativität und Plausibilität, die Grundlage für die statistische Datenauswertung und die darauf folgenden Emissionsberechnungen darstellt.
Die Parameter zur Tierhaltung und zum Wirtschaftsdüngermanagement wurden über die retournierten Fragebögen ermittelt und nach den Methoden der Statistik Austria hochgerechnet. Ein genauer Einblick über den derzeitigen Stand der Nutztierhaltung, Wirtschaftsdüngerlagerung und -ausbringung in Österreich konnte gewonnen werden. Die detaillierten Daten zur Tierhaltung bildeten die Basis für das Berechnen der NH3-Emissionen aus der Rinder- und Schweinehaltung mit dem Schweizer Modell DYNAMO. Das Modell wurde an österreichische Produktionsbedingungen angepasst, insbesondere im Bereich „Stickstoffausscheidung“. Jeder im Modell verwendete Emissionsfaktor wurde auf seine Tauglichkeit für österreichische Bedingungen hin überprüft. Zusätzlich stellt der Bericht ausgewählte Minderungsmaßnahmen und deren Reduktionspotential dar. CH4- und N2O-Emissionen wurden nach den Richtlinien des IPCC berechnet. Auch hier flossen die neu gewonnenen Aktivitätsdaten ein.
Das Projekt „TIHALO“ ermittelte erstmals flächendeckend repräsentative Daten zur Tierhaltung und zum Wirtschaftsdüngermanagement in Österreich. Es schuf eine ausgezeichnete Basis für künftige Verbesserungen und Verfeinerungen der österreichischen Emissionsinventare. Emissionsmindernde Maßnahmen können nun auf ihre Praktikabilität, Umsetzbarkeit, Wirtschaftlichkeit und Effizienz hin überprüft werden. | | Kurzfassung (englisch) | Agricultural activities contribute to emissions of greenhouse gases and ammonia through a variety of processes. In Austria, greenhouse gas and ammonia emissions from the following agricultural sources have to be calculated: CH4, N2O, and NH3 emissions from domestic livestock, CH4 emissions from enteric fermentation, CH4 emissions from manure management, N2O emissions from manure management, N2O emissions from agricultural soils, indirect N2O emissions, and NH3 emissions from manure management.
Austria has to comply with several air emission related obligations. Ammonia emis-sions must be reported under the UNECE Convention on Long-range Transboundary Air Pollution (CLRTAP). Sources and sinks of the direct greenhouse gases CH4 and N2O are reported under the United Nations Framework Convention on Climate Change (UNFCCC).
Emissions are estimated by multiplying activity data with emission factors. Compiling the national inventory therefore comprises two main steps: The assessment of na-tional activity data and the assessment of emission factors (either default or country specific emission factors). Agricultural emissions strongly depend on the animal housing, and on the manure management system (MMS) distribution. These data are a mandatory pre-requisite for accurate emission estimates that comprise a low range of uncertainty. Mitigation measures can only show up, if representative data on the MMS distribution are available. A lack of these data in Austria leads to two major disadvantages: 1. Austrian specific values can only to a small extent be integrated in the national emission inventory. Major parts of the inventory must be set up with default values that do not always represent processes typically found in Austria. 2. Due to the lack in activity data, the effect of mitigation measures can not show up in the national emission inventory.
The Division of Agricultural Engineering (DAE) of the Department for Sustainable Ag-ricultural Systems of the University of Natural Resources and Applied Life Sciences headed the research project “Animal husbandry and manure management systems in Austria (TIHALO)”. Within this project, DAE closely co-operated with the Swiss College of Agriculture, the Austrian Chamber of Agriculture, the Austrian Environment Agency, the Federal Research Centre for Agriculture in Alpine Regions, and the Statistics Austria.
Firstly, a questionnaire was developed that assess animal housing and manure management systems on typical Austrian farms. The questionnaire covers the following aspects: animal house and exercise yard, grazing, waste water, manure management systems (manure storage and application), animal feeding, mineral fertiliser application. In November 2005, the questionnaire was sent to 5,000 Austrian farms. The statistical sampling plan was set up with the assistance of the Statistics Austria to guarantee the selection of a representative sample of Austrian farms. A questionnaire return of c. 40 % had to be achieved to receive representative data on animal husbandry and manure management systems in Austria. For this reason, special attention was given to early and comprehensive information of Austrian farmers. Project background and details were published in a range of farmers journals. Project preparation and questionnaire development were done in close cooperation with the Austrian Chamber of Agriculture and with the Regional Chambers of Agriculture. With the active assistance of the Regional Chambers of Agriculture, a rate of questionnaire return of 39 % was achieved.
The returned questionnaires were manually fed into a data template by the Statistics Austria. On the basis of this template, a data base was created that contained the questionnaire information. Anonymity of the farms that supplied data is guaranteed. The data base was be checked for representativeness and plausibility prior to the emission calculations.
NH3 emissions were then calculated with the help of the computer based program DYNAMO (Dynamic Ammonia Emission Inventory). DYNAMO is based on the N flow model and estimates ammonia emissions for each stage of the manure management continuum. Animal categories, manure management systems and a range of additional parameters are considered within DYNAMO. DYNAMO parameters were adapted to Austrian specific conditions. Emissions of the greenhouse gases N2O and CH4 were estimated after the IPCC guidelines.
Within TIHALO, representative data on animal husbandry and manure management systems all over Austria were collected. TIHALO created a solid basis for future improvements of the accuracy and transparency of Austrian emission inventories. Abatement measures can be evaluated according to their practicality, applicability, economics and efficiency. | | Berichtsdokumente/Anlagen | | BerichtsautorInnen: Barbara Amon, Martina Fröhlich, Thomas Amon, Breda Zablatnik, Roswitha Weissensteiner | Endbericht_TIHALO_1441.pdf (1015.85 kB) | Anhang_Endbericht_TIHALO_1441.pdf (572.82 kB) |
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