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Nummer1205
Titel (deutsch)Mast-, Schlachtleistung, Schlachtkörperzusammensetzung sowie Kennzahlen der Fleischqualität von Ochsen der Rasse Grauvieh
Titel (englisch)Fattening yield, slaughtering performance, carcass composition and meat quality characteristics of Tyrolian Grey Cattle steers
Projektstart29.12.1999
AuftragnehmerInBMLFUW - Landwirtschaftliche Bundesversuchswirtschaften GmbH
WissenschaftlicheR ProjektleiterInDipl.-Ing. Dr. Johannes Frickh
FinanzierungsstellenBundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft
Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft
ZielstellungAufgabe dieses Projektes war es letztendlich, einen Beitrag zur Klärung der Frage zu liefern, welche Fleischqualität, unter den in der Praxis üblichen Produktionsverfahren, von der Rasse Grauvieh erreicht wird und ob die beste Fleischqualität auch die besten Erlöse erwarten lassen.
Abschlussbericht
Kurzfassung (deutsch)
Für diesen Versuch wurden insgesamt 52 Ochsen im Versuchsstall Wolfpassing der BVW ab 200 - 250 kg in zwei Durchgängen gemästet. Von der Rasse Tiroler Grauvieh kamen 34 Ochsen und von der Rasse Fleckvieh 18 zur Prüfung. Bei den Versuchstieren wurden eine extensive Vormast mit Grassilage ohne Kraftfutterergänzung und eine intensive Endmast mit Grassilage als Grundfutter zur freien Aufnahme, ergänzt mit 3,0 kg T Kraftfutter angestrebt. Das Kraftfutter wurde ab einer Lebendmasse von 400, 430 und 460 kg gefüttert. Das Mastendgewicht lag beim Grauvieh bei 500, 530, 560 und 590 kg, beim Fleckvieh bei 590 und 620 kg. Das Mastendalter wurde je nach Produktionssystem nach ca. 22 - 26 Monaten erreicht.
Durch die Schlachtung zu vier verschiedenen Zeitpunkten konnte der optimale Schlachtzeitpunkt unter Berücksichtigung der Wirtschaftlichkeit festgestellt werden. Der Vergleich zu Fleckvieh wurde durch zwei Kontrollgruppen ermöglicht. Damit wurde der Einfluss von Rationsgestaltung und Mastendmasse auf die Mastleistung, Schlachtleistung und Fleischqualität geprüft.
Obwohl der Energiegehalt der im Versuch eingesetzten Grassilagen von durchschnittlich 9,7 MJ ME als niedrig einzustufen ist, wurde in den Versuchsgruppen FV 1 (937) und FV 2 (1036) ein sehr gutes Zunahmenniveau erreicht. Die zur FV 1 Gruppe vergleichbare Grauviehgruppe erreichte im zweiten Durchgang Zunahmen von 802 g. Die Gruppe GV 3 kam auf 810 g. Die Tageszunahmen entwickelten sich im zweiten Durchgang auf Grund der besseren Nährstoffkonzentration der Silage gleichmäßiger. Die Kraftfutterzugabe bewirkte in jeder Gruppe eine höhere Gesamtfutteraufnahme. Die Gruppe GV 4 erreichte mit 8,31 kg T/d eine um 100 g höhere Gesamtfutteraufnahme pro Tag als die vergleichbare Fleckviehgruppe FV 1, die 8,21 kg T/d aufwies. Der Futteraufwand der Gruppe GV 4 war mit 11,31 kg T/kg Zunahme um 2,41 kg höher als jener der Fleckviehgruppe.
Zusammenfassend betrachtet wiesen, ausgedrückt in Verbrauch an Trockenmasse, Rohprotein oder Umsetzbare Energie je kg Zuwachs, die Grauviehgruppen einen höheren Futteraufwand auf als die vergleichbaren Fleckviehgruppen. Die Tageszunahmen waren dadurch bei den Fleckviehgruppen höher.
Zusammenfassend zu den Untersuchungen auf Schlachtleistung kann aus der vorliegenden Untersuchung geschlossen werden, dass der Fettgewebeanteil mit steigendem Schlachtgewicht der Ochsen zunimmt während der Muskelgewebeanteil abnehmend ist. Die Grauviehochsen konnten in allen Gruppen eine Handelklassifizierung (EUROP-Fleischigkeitsklasse) von E erreichen. Auch die Ausschlachtung war mit der von Fleckvieh gleichzusetzen. Der Innereienfettanteil stieg mit zunehmenden Mastendgewicht. Im Gegensatz dazu stehen die Nettozunahmen unter starkem Einfluss der Rasse. Fleckvieh erreichte in der Gruppe FV 1 500 g, während Grauvieh (GV 4) bei 436 g lag. Im Durchschnitt erreichten die Gruppen 412 g (GV 1), 398 g (GV 2), 437 g (GV 3) und 495 g Nettozunahme (FV 2).
Die Ochsen der Rasse Grauvieh wiesen mit 4,1 bis 6,1 % einen wesentlich höheren intramuskulären Fettgehalt (IMF) auf als jene der Rasse Fleckvieh mit 3,2 bzw. 3,3 %. Dies machte sich in den sensorischen Merkmalen Saftigkeit, Zartheit und Geschmack positiv bemerkbar. Die höchste Gesamtpunktezahl erreichte die Gruppe GV 1 mit 13,9 Punkten, gefolgt von den Gruppen GV 2, GV 3 und GV 4 mit 13,5 und 13,6 Punkten. Fleckvieh blieb mit 13,1 bzw. 12,6 Punkten deutlich hinter der Rasse Grauvieh. Die objektiv ermittelten Scherkraftwerte brachten für sämtliche Ochsengruppen eine sehr gute Zartheitsbeurteilung. Die objektivierte Marmorierungsbeurteilung brachte mit 8,8 % den höchsten Wert für die Gruppe GV 4. Den niedrigsten Wert erreichte die Gruppe FV 2. Auch FV 1 blieb hinter den Grauviehwerten. Die Erhebung der pH-Werte und des Wasserbindungsvermögens brachte keine wesentlichen Unterschiede zwischen den Produktionssystemen. Die Schlachtung verlief demnach auf Grund der tiergerechten Schlachtvorbereitungsmaßnahmen der BVW stressarm. Es kam zu keinen Fleischfehlern.
Zusammenfassend zur Erhebung der Fleischqualität kann festgehalten werden, dass die Rasse Grauvieh gegenüber der Rasse Fleckvieh einige Vorteile hervorbringen konnte.
Die Ergebnisse der Wirtschaftlichkeitsberechnung lassen für die Ochsen der Rasse Grauvieh dann entsprechende Vorteile erwarten, wenn sie unter dem Markenfleischqualitätsprogramm 'Angelus’, das vom Tiroler Grauviehzuchtverband organisiert wird, vermarktet werden. Unter diesem Vermarktungsvorteil können wesentlich höhere Deckungsbeiträge erreicht werden als dies bei Fleckvieh möglich ist. Die Gruppen der Grauviehochsen GV 1 bis GV 4 kamen auf Deckungsbeiträge pro Ochse von € 368, € 334, € 383 und € 436, während die Fleckviehochsen auf € 75 und € 133 kamen.
Mit zunehmendem Mastendgewicht muss die starke Verfettung sowohl inter- als auch intramuskulär berücksichtigt werden. Ein Deckungsbeitrag von € 436 ist daher nur unter der Voraussetzung einer entsprechenden Schlachtkörper- und Fleischqualität lukrierbar.
Kurzfassung (englisch)
For this trial 52 steers were fattened in two runs starting from 200 - 250 kg on the experimental farm Wolfpassing (BVW). 34 Tyrolese Greycattle steers and 18 Simmental steers were examined. The dietary pattern included an extensive early fattening with grass silage without concentrate supplement and an intensive finishing with grass silage as staple diet ad libitum, supplemented with 3.0 kg dry matter concentrate. The concentrate was fed starting from a live weight of 400, 430 and 460 kg. With Tyrolese Greycattle the final weights of fattening were 500, 530, 560 and 590 kg, with Simmental final weights were 590 and 620 kg. Dependant on the production system the final weights were reached after approximately 22 to 26 months of fattening.
By slaughtering at four different times the optimal time of slaughtering with regard to profitability could be determined. The comparison to Simmental was made possible by two control lots. The influence of feed and final weights on fattening and slaughtering performance and meat quality were examined.
The aim of this project was to answer the question which meat quality can be achieved by the breed Tyrolese Greycattle under the conventional production methods, and if best profits can be expected with best meat quality.
Even though the energy content (9,7 MJ ME) of the grass silage fed in this trial can be rated as rather low, Simmental steers of the groups FV 1 (937) and FV 2 (1036) reached a very good growth level. In the second run the greycattle group that can be compared to the Simmental group FV 1 reached daily gains of 802 g, greycattle group GV 3 reached 810 g. In the second run daily gains developed in a more proportionate way because of the better nutrient concentration of the silage. In each of the groups the addition of concentrate resulted in a higher total feed intake. Total feed intake per day of the greycattle group GV 4 with 8.31 kg dry matter/day was 100 g higher than in the comparable Simmental group FV 1 with 8.21 kg dry matter/day. Feed conversion in the greycattle group GV 4 (gains of 11.31 kg dry matter/day) was 2.41 kg higher than in the Simmental group. Summing up, it may be said that the greycattle groups had a higher feed conversion than the comparable Simmental groups, expressed in consumption of dry matter, crude protein and metabolizable energy per kg growth. For that reason daily gains were higher in the Simmental groups.
Summing up the results of the slaughtering performance the conclusion can be drawn that the portion of fatty tissue increases with rising slaughtering weight of the steers, while muscle tissue decreases. All the greycattle groups reached a carcass grading of E (EUROP-carcass grading). Also the dressing out percentage was comparable to the Simmental groups. The content of gut fat increased with increasing final weights. Contrasting to that net gains were highly influenced by the race. The Simmental group FV 1 reached 500 g, while the greycattle group GV 4 reached 436 g. On an average the groups reached a net gain of 412 g (GV 1), 398 g (GV 2), 437 g (GV 3) and 495 g (FV 2).
Steers of the greycattle race showed a substantially higher content of intramuscular fat (IMF: 4.1 up to 6.1 %) in comparison to the Simmental steers (3.2 and 3.3 %). This becomes positively apparent in the sensory traits juiciness, tenderness and taste. The highest total points were reached by the greycattle group GV 1 with 13.9 points, followed by the groups GV 2, GV 3 and GV 4 with 13.5 and 13.6 points, Simmental stayed clearly behind with 13.1 and 12.6 total points. The objectively determined shear force values brought a very good shear force rating for all the greycattle groups. The objectified judgement of marbling was highest in the greycattle group GV 4 with 8.8 %. The Simmental group FV 2 reached the lowest value and also FV 1 stayed behind the greycattle groups. PH-values and water holding capacity brought no major differences within the production systems. Slaughtering for the animals was stress free because of the animal friendly measures applied on the BVW before slaughtering. No defects as to meat quality could be detected. Summing up the results of the investigations regarding meat quality it can be said that the greycattle groups show some advantages in comparison to the Simmental groups.
With the results of the economic calculation advantages for the steers of the greycattle race can be expected, in case they are commercialised under the trademark quality programme ‘Angelus’, organised by the Tyrolian creycattle breeder association. With the advantages of this marketing strategy essentially higher covers for fixed costs can be reached than it is possible for the Simmental race. The covers for fixed costs per greycattle were € 368, € 334, € 383 and € 436 (greycattle groups GV1 to GV 4), while the Simmental steers reached only € 75 and € 133.
With increasing final weight the higher inter- and intramuscular fat must be taken into account. The contribution to cover the fixed costs of € 436 can only be reached in case of an adequate carcass and meat quality.
Berichtsdokumente/Anlagen
BerichtsautorInnen: Dipl.-Ing. Dr. Johannes Frickh
Download 1205 Grauvieh Version 8.1.04.pdf (3905.44 kB)

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